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Sind Bio-Lebensmittel gesünder?
Streng wissenschaftlich gesehen lässt es sich nicht beweisen, dass Menschen, die nur Produkte aus ökologischem Anbau essen, gesünder sind. Dafür wären aufwändige Langzeitstudien notwendig. Doch es gibt erste Hinweise auf eine positive gesundheitliche Wirkung. So zeigte eine niederländische Studie, dass Kleinkinder, die Biomilch statt konventioneller Milch tranken, seltener an allergischen Hauterkrankungen litten.
Leichtes Plus bei Inhaltsstoffen
In zahlreichen Studien sind die Gehalte an Vitaminen, Mineralstoffen und anderen Nährstoffen von Produkten aus konventionellem und ökologischem Anbau miteinander verglichen worden. Ein eindeutiges Ergebnis gab es nicht. Dies liegt daran, dass der Gehalt an Nährstoffen von vielen Faktoren beeinflusst wird, etwa vom Standort, der Bodenqualität, vom Wetter oder von der Sortenwahl und Erntezeit.
Jedoch wiesen Bio-Obst und -Gemüse höhere Gehalte an gesundheitsfördernden sekundären Pflanzeninhaltsstoffen auf und zum Teil auch höhere Mengen an Vitamin C. Dafür gibt es zwei Erklärungen: Da Bio-Erzeugnisse nicht durch chemische Mittel vor Fressfeinden und Krankheitserreger geschützt sind, bilden sie mehr Stoffe wie Antioxidanzien. Zum anderen nehmen gedüngte Pflanzen mehr Wasser auf, dadurch verdünnt sich der Gehalt an Nährstoffen.
Weniger Nitrate und Rückstände von Pflanzenschutzmitteln
Durch viele Analysen ist belegt, dass Produkte aus ökologischem Anbau im Vergleich zu konventionellen deutlich weniger Nitrat und nur selten Rückstände chemisch-synthetischer Pflanzenschutzmittel enthielten. Kaum Unterschiede in der Belastung gibt es bei Schadstoffen wie Schwermetallen oder schwerabbaubaren Chlorchemikalien wie DTT oder PCB. Sie finden sich in Spuren in der ganzen Umwelt, also auch in Bio-Produkten
Großes Plus für Allergiker
Alle Zusatzstoffe, von denen man weiß, dass sie zu pseudoallergischen Reaktionen führen können, sind für Bio-Produkte verboten. Ein Plus also für empfindliche Menschen. Verarbeitete Bio-Lebensmittel wie Brot, Käse oder Fertiggerichte werden nicht mit Geschmacksverstärkern aufgepeppt. Auch Farb-, Hilfs- oder Aromastoffe sind nur sehr eingeschränkt erlaubt.
Weitere Informationen zu Rückstandsuntersuchungen in Lebensmitteln finden Sie im Pestizidreport des Ministeriums für Klimaschutz, Umwelt, Landwirtschaft, Natur- und Verbraucherschutz des Landes Nordrhein-Westfalen.
Quelle: aid-Artikel vom 30. April 2012, Autor: Leo Frühschütz
