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Verbände begrüßen Aigners Haltung zur Nulltoleranz

Kirschtomate, Foto: U.Schepl, LWK NRWDer Bund Ökologische Lebensmittelwirtschaft (BÖLW) begrüßt die Position Ilse Aigners, die sich für den Erhalt der Nulltoleranz bei nicht zugelassenen gentechnisch veränderten Organismen (GVO) in Lebensmitteln einsetzen will. „Aigner stellt sich damit gegen die Pläne der EU-Kommission. Und das ist gut so“, unterstützt der BÖLW-Vorsitzende Felix Prinz zu Löwenstein die Aussage der Bundeslandwirtschaftsministerin. „GVO, die nicht geprüft sind, dürfen nicht in Lebensmittel gelangen!"

Scharfe Kritik äußerte Löwenstein an der Position des Bundeswirtschaftsministers: „Wenn Rösler behauptet, dass nur derjenige technologieoffen ist, der die Nulltoleranz abschafft, dann hat er das Problem nicht verstanden", sagt Löwenstein und betont: "Mit den angeblichen Import-Problemen wird von der Industrie ein Popanz aufgebaut, der einer Realitätsprüfung nicht standhält: Die Rückweisung verunreinigter Chargen kommt praktisch nicht vor."

Ein qualitativer GVO-Test, der für den Nachweis der Nulltoleranz durchgeführt wird, ist für die Wirtschaft billiger als eine quantitative Prüfung, welche die exakte Menge an GVO ermittelt. „Mit der Erfüllung von Röslers Forderungen würde der Wirtschaft ein Bärendienst erwiesen“, sagt Löwenstein und verweist darauf, dass auch bei wichtigen Handelspartnern Deutschlands wie den USA oder China das Prinzip Nulltoleranz gilt. Löwenstein findet es unverständlich, dass der Bundeswirtschaftsminister die Souveränität der europäischen Gesetzgeber mit seiner Forderung infrage stellen will.

„Wir begrüßen das Engagement von Frau Aigner in dieser existenziellen Frage außerordentlich“, erklärt auch Bioland-Präsident Jan Plagge. „Die Nulltoleranz aufzuheben würde der Gentechnik-Industrie Tür und Tor öffnen und die Wahlfreiheit der Verbraucher aushebeln. Das wollen die Menschen in Deutschland nicht. Wir freuen uns, dass die Ministerin die Interessen der Verbraucher trotz Widerstand aus den eigenen Reihen ernst nimmt.“

Der Vorschlag der EU-Kommission soll im Juli vorgelegt werden. Er sieht die Einführung eines Grenzwertes von 0,1 % für nicht zugelassene GVO in Lebensmitteln vor. Bioland kritisiert diese fahrlässige Aufweichung der bestehenden Gentechnik-Gesetzgebung. „Niedrige Grenzwerte sagen überhaupt nichts über das Risikopotential solcher GVO aus“, mahnt Plagge. „Sind sie erst einmal im Umlauf, ist ihre Verbreitung nicht zu verhindern – mit unabsehbaren Folgen für die Verbraucher.“ Bioland erwartet von Ministerin Aigner, ihren Worten auch Taten folgen zu lassen. Ihr Ziel muss sein, weitere EU-Staaten für die Aufrechterhaltung der Nulltoleranz zu gewinnen. Nur so kann das Vorhaben der EU-Kommission gestoppt werden.

Quelle: Pressemeldung Bioland/ BÖLW vom 13. Juni 2012

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Stand: 20.06.2012 04:45