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Geringer Rückgang bei Bio-Apfel-Ernte 2010

Apfelauslage, Foto: T. Stephan, BLE/ BonnDie europäische Bio-Apfelernte 2010 wird etwas schwächer ausfallen als 2009, wie der Vizepräsident des Europäischen Bioobst Forums, Gerhard Eberhöfer, mitteilt. In Deutschland dürfte die Erntemenge etwas stärker zurückgegangen sein als in Südtirol. "Hagel war dieses Jahr kein Thema. Die Ausfärbung ist gut, weil die Nächte überall kühl waren. Die Preise für die Erzeuger bewegen sich aktuell etwas über dem Niveau von 2009 und sind wieder auf dem Stand von 2008 angelangt."

Preise und Qualität stimmen im Vermarktungsjahr 2010

Eberhöfer, der im Hauptberuf Verkaufsleiter bei VI.P Bio Vinschgau ist, rechnet bei guten Qualitäten mit stabilen Preisen bis Jahresbeginn. "Je nach Marktsituation hoffen wir, im Januar/ Februar die Preise etwas nach oben korrigieren zu können. Spätestens die beiden großen Messen Fruit Logistica und Biofach sollten uns eine gute Möglichkeit geben Preisgespräche mit unseren Partnern zu führen", erklärt der Marktexperte.

Bio-Äpfel kleiner, aber gut zu vermarkten

VI.P Bio Vinschgau, einer der größten europäischen Bio-Apfellieferanten, erwartet fünf Prozent mehr Menge als im Vorjahr. Das sind 21.000 Tonnen, davon rund 19.0000 Tonnen Tafelware. Der Hektar-Ertrag ist um 15 Prozent zurückgegangen, da die Äpfel dieses Jahr kleiner ausfielen.

Apfelbäume, Sorte Coop, Foto: D.Menzler, BLE/ Bonn"Das ist in Bio gar nicht schlecht", erklärte Verkaufsleiter Gerhard Eberhöfer. Da ist großkalibrige Ware weniger gefragt als im konventionellen Bereich. Der geringe Ertrag wurde teilweise durch neue Flächen ausgeglichen. "Qualitativ ist die Ernte gut", bemerkt Eberhöfer. Die Bio-Äpfel sind lagerfähig und die Saison kann damit bis August 2011 gehen. Die VI.P ist mittlerweile zwölf Monate lieferfähig und unter anderem auch dadurch ein wichtiger Partner für viele Biokunden in ganz Europa geworden.

Pinova gewinnt an Bedeutung

Bei den Sorten wird der Bio-Kanzi als Clubsorte vermarktet. "Für eine Clubsorte ist Platz in Bio", räumt Eberhöfer ein. Ansonsten bleibt bei den Sorten alles beim Alten. 51 Prozent des Volumens gehört dem Golden Delicious. "Mittelfristig wird der Anteil auf 40 Prozent sinken. 60 Prozent der Menge wird rot oder zweifarbig sein. Davon ein großer Teil Gala, Braeburn, Red Delicous und Jonagold. Der Pinova ist im Moment ein Aufsteiger", erwartet der Vertriebsprofi. Die Nachfrage nach geschnittenen Äpfeln in der Tüte für Endverbraucher bezeichnet Eberhöfer in Bio noch als verschwindend klein. Aber die Tendenz ist da.

Quelle: bioPress Verlag, Eschelbronn, Anton Großkinsky, 27. Oktober 2010

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Stand: 16.11.2010 08:23