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Bodenfruchtbarkeit mit allen Sinnen erleben
Zum Feldtag am Freitag, den 4. Mai trafen sich bei regnerischem Wetter ca. 30 interessierte Landwirte und Berater. Sie besuchten gemeinsam die Bio-Gemüsebetriebe Finke und Bollmann. Der Informationstag wurde organisiert von der Landwirtschaftskammer NRW und dem Bioland-Verband. Ralf Grigoleit, Fachlehrer für Ackerbau an der Fachschule für Ökologischen Landbau in Kleve und Franz-Theo Lintzen, Öko-Ackerbauberater im Ökoteam der Landwirtschaftskammer NRW, zeigten wie man den Boden mit allen Sinnen begreifen kann. Bodensonde verschafft Klarheit Als erstes sollte man sich eine einfache Bodensonde zulegen (ca. 60 €), mit der man mögliche Bodenverdichtungen z.B. Pflugsohlen sofort erspüre, so Grigoleit. Weiterhin könne man über die Farbe und den Geruch einen Eindruck bekommen, ob hier alles in Ordnung sei, so der Fachmann. Die Bodenart könne man erfühlen, Sand sogar schmecken. Wichtig sei jedoch, dass man den Spaten nutzen würde und v.a. unter den gepflügten Horizont schaue. Die Erfahrung zeigt, dass sich hier häufig Verdichtungen finden, die dann am besten biologisch also mit Zwischenfrüchten oder besser noch mit langjährigem Luzerne-Klee-Gras-Gemenge aufzubrechen sind, sofern dies in die Fruchtfolge passt. Verdichtungen dauerhaft aufbrechen Tiefenlockerer lösen zwar zunächst mechanisch die Verdichtungen des Bodens, doch ist diese Lockerung ohne weitere Maßnahmen nicht nachhaltig. Am Übergang von Oberboden zum Unterboden müsse man sich vergewissern, ob dort Wurzeln wachsen und Regenwurmgänge zu sehen sind, vermitteln die Experten anschaulich. Bodenanalysen nutzen Als zusätzliches Hilfsmittel zur Einschätzung der Bodenfruchtbarkeit und der Nachlieferbarkeit von Nährstoffen erläuterte Claudia Hof-Kautz, Versuchsleiterin für Ökologischen Acker- und Feldgemüsebau im Ökoteam der Landwirtschaftskammer NRW, unterschiedliche Analysemethoden von Bodenproben. Es wurden von beiden Betrieben jeweils zwei Flächen bei der LUFA NRW, über EUF (Elektro Ultra Filtration), nach Balzer und nach Kinsey analysiert. Alle Methoden liefern Daten zu den Hauptnährstoffen (z.B. P, K, Mg) und Spurenelementen (z.B. Mn, Cu, Zn). Unterschiede bestehen in der Anzahl analysierter Nährstoffe (z.B. liefert EUF auch noch N, S mit), in den Messmethoden (z.B. werden bei Kinsey Gesamtgehalte in kg/ha gemessen), in der Schnelligkeit der Analysen (2 bis 11 Wochen) und beim Preis (z.B. ist Kinsey etwas teurer). Düngeempfehlung inklusive Jede Analyse lieferte auch Düngeempfehlungen, die allerdings etwas voneinander abwichen. Unterm Strich gewinnt man dennoch einen Eindruck, bei welchen Nährstoffen evtl. Mangel oder Überfluss herrschen könnte, so die Versuchsanstellerin. Wichtig sei jedoch bei einem Labor zu bleiben und die Bodenanalysen über mehrere Jahre zu vergleichen, so der Rat an die Teilnehmer. Weitere Themen angesprochen Natürlich ging es auch rund ums Gemüse: Landwirte und Berater sprachen noch weitere Themen wie Fruchtfolge, Nemathoden, Schädlinge (Kohlfliege, Rapsglanzkäfer), Möhrenanbau und Möhrenlagerung, Cadmiumgrenzwerte bei Spinat, Düngung, Kürbiswaschanlage an. Quelle: Dr. Claudia Hof-Kautz , Ökoteam der Landwirtschaftskammer NRW, Tel.: 0221-5340-177, Handy: 0171-55 62 202, E-Mail: Claudia.Hof-Kautz@lwk.nrw.de |
Begrüßung der Teilnehmer am Hof Betrieb Finke durch Marie Engelbrecht (Bioland e.V.), Franz-Theo Lintzen (LWK NRW) und Claudia Hof-Kautz (LWK NRW) (von links nach rechts) Fotos: Landwirtschaftskammer NRW, C. Hof-Kautz
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Landwirte erfühlen mögliche Bodenverdichtungen mit der Bodensonde |
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Ralf Grigoleit (Lehrer für ökologischen Ackerbau) zeigt wie man sich dem Boden mit allen Sinnen nähert |
Franz-Theo Lintzen (Öko-Ackerbauberater) erläutert Sicht- und Fühlbares an der Bodenprobe den Teilnehmern und dem Betriebsleiter Wilhelm Bollman (links im Bild unterm Schirm) |
Bodenblock auf Spaten zur Begutachtung |
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Teilnehmer der Feldbegehung am Blumenkohl-Schlag bei Herrn Finke, Probleme: Franzosenkraut, Rapsglanzkäfer und Kohlfliege |
Betriebsleiter Johannes Finke zeigt Schäden an der Wurzel von Blumenkohl durch die Kohlfliege |
Rapsglanzkäferbefall an Blumenkohl, die Käfer kommen auch unter die Netze |
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