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Leguminosen-Getreide-Gemengeanbau fürs Frühjahr

Erbsen-Getreide-Gemengeanbau, Foto: K. Kempkens, LWK NRWBei der westfälischen Futtermittelfirma Curo ist gegenwärtig eine Gemengetrennanlage in Bau, die voraussichtlich zur diesjährigen Ernte fertig wird. Gemenge aus zwei Arten können in der Anlage artenrein getrennt werden. Bei zwei Getreidepartnern im Gemenge bleiben diese gemischt. Die Anlage soll Betriebe motivieren weiterhin Leguminosenanbau zu betreiben bzw. neu in ihn einzusteigen.

Die Bezahlung richtet sich nach den Gemengeanteilen. Die Anlage ist auf 30 bis 40 to je Stunde ausgerichtet, was sich jedoch im Betrieb noch zeigen muss. Gleichzeitig baut das Unternehmen eine Lagerung mit zehn Zellen, um Partien auch einlagern zu können. Dies kommt Landwirten entgegen, die selbst nicht über Lagermöglichkeiten verfügen und somit in der Ernte ihre Erzeugnisse verkaufen müssen.

Vorteile des Gemengeanbaus nutzen

Durch die vielen Vorteile, die ein Gemenge mit sich bringt, wie z.B. höhere Ertragsleistung, Ertragsstabilität, Abwehr von Krankheiten und Schädlingen, Stützfruchteffekt für die Erbse, höhere Proteingehalte, Unkrautunterdrückung sowie Minderung von Nährstoffverlusten, lohnt sich der Anbau eines solchen Systems. Im Futterbau ist die derzeit gängigste Mischung Erbsen mit Getreide — Hafer und/oder Gerste.

Dabei muss zwischen den verschiedenen Erbsentypen unterscheiden werden:

  • Halbblattlose i.d.R. weißblühende Körnererbsen sind eher kurzwüchsig und konkurrenzschwächer (z.B. Casablanca, Rocket, Respect, Salamanca, Alvesta).
  • Vollbeblätterte i.d.R. buntblühende Grünfuttererbsen sind langstrohiger und konkurrenzstärker (z.B. Livoletta, Akoja, Dolores).
  • Dazwischen gibt es auch normalbeblätterte, vom Wuchstyp aber eher den kurzen, weißblühenden Körnererbsen gleichende Sorten (z.B. Natura, Grana, Protecta).

Saatstärke anpassen

Erbsen-Leindotter-Anbau, Foto: Ch. Wucherpfennig, LWK NRWAls Saatstärke kann empfohlen werden, die halbblattlosen Körnererbse möglichst hoch auszusäen mit 80 – 100 % ihrer Reinsaatstärke (60-80 K/m², ca. 180-220 kg/ha - TKG beachten!). Bei den vollbeblätterten, i.d.R. buntblühenden Futtererbsensorten dürfen nur 20-40 K/m² gesät werden. Hinzukommen 20 – 50 % (80 – 200 K/m², ca. 40 – 100 kg/ha) der ortsüblichen Reinsaatstärke des Getreides. Dabei ist zu beachten, dass der Hafer konkurrenzstärker ist als die Gerste, daher weniger Saatgut nötig ist und wenn viel Stickstoff im Boden vorliegt (Nmin-Werte), ist eher weniger Getreide auszusäen. Bei den halbblattlosen, weißblühenden Körnererbsen sollte als Gemengepartner Sommergerste (z.B. Eunova, Armada, Djamila) oder eine früher reifende Hafersorte (z.B. Aragon, Ivory, Max) bei den vollbeblätterten, buntblühenden Grünfuttererbsen eher eine später reifende Hafersorte (z.B. Scorpion, Flämingsprofi, Dominik) oder Sommerweizen (z.B. Granny, Alora) gewählt werden. Grundsätzlich sind Typen mit hoher Standfestigkeit zu bevorzugen.

Standort für Gemengewahl ausschlaggebend

Weitere noch wenig verbreitete Mischungen im Druschfruchtbereich können je nach Standort ausprobiert werden. Dabei sind grundsätzlich die Standortanforderungen der einzelnen Arten zu beachten. Sommerackerbohnen können mit spät reifenden Hafer oder Sommerweizen auf besseren Standorten gemischt werden. Auf leichteren Standorten können Lupinen mit Roggen oder Gerste angebaut werden. Linse mit Nacktgerste passt auf kalkhaltige Böden. Auch Getreidearten/-sortenmischungen (Gerste/Hafer, Weizensortenmischungen) oder reine Körnerleguminosenmischungen (Erbse/Ackerbohne oder Lupine/Erbse) könnten interessant sein.

Quelle: Info Milch- und Rinderproduktion - MIR - Nr. 10 vom 08. März 2012, Christian Wucherpfennig, Ökoteam Landwirtschaftskammer NRW, Tel.: 02821-996-177, E-Mail: christian.wucherpfennig@lwk.nrw.de

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Stand: 26.03.2012 08:02