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Feldgrasbestände erreichen Schnittreife

Grundfutterernte, Foto: T. Stephan, BLE/ BonnDer warme April hat den Wachstumsrückstand der Ackerfutter- und Dauergrünlandflächen sehr stark aufholen lassen. Im Vergleich zur Vorwoche sind die Prognosen des Deutschen Wetterdienstes für den weiteren Zuwachs aber etwas niedriger. Inzwischen dürfte die abnehmende Bodenfeuchte den Zuwachs bremsen. Die Zuwachsraten sind mit 0,9 dt TM/Tag aber immer noch sehr hoch.

Ackerfuttergras:

Die Rohfasergehalte lagen am Niederrhein beim Probeschnitt am 21.4.09 -selbst bei dem später gesäten, schwächer entwickelten Bestand- bereits bei 20 %. Die tägliche Zunahme wird aktuell vor allem durch das zunehmende Schossen der Bestände forciert. Auch wenn der Erntetermin noch ein paar Tage hinausgezögert werden könnte, sollte die noch günstige Wetterphase für den Schnitt genutzt werden. So kann die hohe Energiekonzentration, die die Bestände noch zeigen, gesichert werden.

Grünroggen:

Zwar wurde in diesem Jahr kein Probeschnitt im Grünroggen gezogen. Die Bestände sind aber kurz vor dem Ährenschieben und haben daher ebenfalls die optimale Schnittreife erreicht. Für Feldgras und Grünroggen gilt gleichermaßen, dass besonders auf Flächen, auf denen Mais folgen soll, die Ernte nicht weiter hinausgezögert werden sollte. So trocknet der Boden nicht über Gebühr aus.

Dauergrünland:

Schnittgr?nland, Foto: T. Stephan, BLE/ BonnDie Probeschnitte von intensiv genutzten, weidelgrasreichen Grünlandbeständen zeigen, dass mit dem Schnitt, selbst in günstigen Lagen des Niederrheins, noch gewartet werden kann.

Ein Hinweis ist allerdings notwendig: Die in den Niederungslagen typischen Fuchsschwanzwiesen (jetzt überall erkennbar an den Ähren des Wiesenfuchsschwanz) haben sich in einigen Betrieben stark ausgebreitet. Durch den Rückgang der Weidenutzung und die spätere Mähnutzung der Flächen wurde die Konkurrenzkraft des Wiesenfuchsschwanzes erheblich gestärkt und das Weidelgras zurückdrängt.

Zur Gewinnung von energiereicher Silage sollte der Schnittzeitpunkt früh gewählt werden, in etwa zeitgleich mit dem Welschen Weidelgras-Beständen. Wiesenfuchsschwanzwiesen müssen sehr früh geschnitten werden, wenn auch zukünftig Grundfutter in hoher Qualität geerntet werden soll. So wird die Konkurrenzkraft der Untergräser gefördert. Eine gezielte Nachsaat von Deutschem Weidelgras nach dem ersten Schnitt kann diese Entwicklung unterstützen.

Die Standardmischung GV (auch mit frühem Deutschen Weidelgras!) ist in diesem Fall der Standardmischung GV spät unbedingt vorzuziehen. Grundsätzlich eignen sich Wiesenfuchsschwanzwiesen mit ihren ertragreichen Beständen sehr gut für die Produktion von strukturreichem Pferdeheu, aber weniger zur Gewinnung von energiereichem Grundfutter für die Hochleistungskuh.

Quelle: Milch- und Rinderproduktions-Informationsdienst (MIR) Nr. 17 vom 27.04.2009

Ansprechpartnerin: Dr. Clara Berendonk, Landwirtschaftskammer NRW, Haus Riswick, Tel.: 02821 - 996-193, E-Mail: clara.berendonk@lwk.nrw.de

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Stand: 28.04.2009 00:00