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Öko-Grünland gut mit Mineralstoffen versorgt

Im Mittel kein Rückgang der Mineralstoffversorgung in den letzten 15 Jahren

Ökologisch bewirtschaftete Weidefläche in Haus Riswick, Foto: LWK NRWEine Auswertung von 1089 Futteranalysen der Jahre 1997 – 2011 von Öko-Betrieben, die schon vor mehr als 15 Jahren umgestellt haben, zeigt: Die Versorgung von Grünland und Kleegras mit den Mineralstoffen Kalzium, Phosphor, Kalium, Magnesium und Natrium hat sich in dieser Zeit nicht verschlechtert. Innerbetrieblich können aber deutliche Unterschiede in der Versorgung vorliegen. Einen genauen Aufschluss darüber liefern die Bodenanalysen.

Bei den meisten Öko-Milchviehbetrieben wurde seit der Umstellung auf die Grunddüngung verzichtet, mit Ausnahme der Kalkung. Eine Zufuhr von Mineralstoffen erfolgte in nennenswertem Maße allenfalls über Kraftfutter und Stroh für die Einstreu (Input). Aus dem Betriebskreislauf heraus wurden Mineralstoffe über Milch- und Fleischverkauf sowie über Auswaschung exportiert (Output), was allerdings nur geringe Mengen sind.

Die Auswertung von Futterproben, die hierzu von der Praxis dem Projekt „Öko-Leitbetriebe in NRW“ zur Verfügung gestellt wurden, zeigt, wie die Versorgung in Öko-Betrieben aktuell ist und welche Veränderungen es über die Jahre gab.

Kein langjähriger Trend der Verarmung

2011: Auffallend im Vergleich zu den Vorjahren sind die niedrigen Phosphorgehalte beim 1. Schnitt und bei den Folgeschnitten, sowohl bei Grünland- als auch bei Kleegrassilagen (Tab. 1 und 3). Dies ist auf die Frühjahrstrockenheit und einer entsprechend geringen Umsetzung im Boden zurück zu führen. Bei Kleegras liegt dieser Wert im Jahre 2010 im Vergleich zu den Vorjahren niedriger, auch hier wohl trockenheitsbedingt.

Tabelle 1: Mineralstoffgehalte Grünlandsilagen (1. Schnitt) Tabelle 3: Mineralstoffgehalte Kleegrassilagen (1. Schnitt)

 

Im langjährigen Trend ist dagegen bei keinem Nährstoff eine Verarmung erkennbar. Vielmehr sind die ansteigenden Gehalte bei den Folgeschnitten bei Kalium möglicherweise sogar ein Trend zur Anreicherung (Tab. 2 und 4). Da auf kaum einem Betrieb in den letzten 15 Jahren mit Kalium gedüngt worden ist, verbleibt als Erklärung für den Anstieg nur die Zufuhr über Kraftfutter und Stroh und die Nachlieferung aus dem Boden.

Tabelle 2: Mineralstoffgehalte Grünlandsilagen (Folgeschnitte) Tabelle 4: Mineralstoffgehalte Kleegrassilagen (Folgeschnitte)

 

Kalzium- und Kaliumgehalte liegen hoch

Aus Sicht der Tierernährung

Aus Sicht der Tierernährung liefern Grünland- und vor allem Kleegrassilagen - hier vor allem kleereiche Aufwüchse - kalziumreiches Futter. Die Kaliumgehalte liegen ebenfalls meist relativ hoch. Um Milchfieber vorzubeugen, sollten Trockensteher von diesen Silagen daher nicht zu viel bekommen. Zu beachten ist, dass auch reiner Weidegang für Trockensteher zu viel Kalium und Kalzium liefert und daher diesen nur begrenzt zur Verfügung stehen sollte. Besser eignet sich klee-, kalium- und calciumärmeres Futter, z. B. Heu, Stroh, Spätschnittsilagen, Maissilagen, Getreideganzpflanzensilage

Die Phosphorgehalte decken im Mittel den Bedarf der Tiere ab. Besonders bei hochleistenden Kühen kann aber ein Fehlbedarf auftreten, der durch Mineralfutter ausgeglichen werden sollte. Ist die Phosphorversorgung witterungsbedingt knapp, wie beim 1. Schnitt 2011, gilt dies für die Mehrzahl der Betriebe.
Daneben sollten im Mineralfutter immer auch Natrium und ausreichend Spurenelemente enthalten sein.

Aus Sicht der Pflanze

Aus Sicht der Pflanze liegen die Kaliumgehalte in fast allen Futterproben deutlich über dem Bedarf. Hier sollte es zu keinem weiteren Anstieg kommen, da aus Sicht der Tierernährung eher niedrige Werte anzustreben sind. In einzelnen Proben lassen die Kaliumgehalte allerdings auch auf deutlichen Kaliummangel schließen. Hier ist eine über die wirtschaftseigene Düngung hinausgehende Zufuhr von Kalium sinnvoll.

Die Phosphorversorgung ist für die Pflanzen meist bedarfsdeckend. Bei Trockenheit, wie im Frühjahr 2011, kann eine unzureichende Phosphornachlieferung aus dem Boden aber auch ertragsbegrenzend wirken.

Ausblick

Die Mineralstoffgehalte in den Silagen werden mit der Bodenversorgung verglichen. Dies wird Anhaltspunkte liefern, ab welcher Bodenversorgung mit einer ausreichenden Nährstoffversorgung in der Pflanze zu rechnen ist. Die Versorgung der einzelnen Schläge wird auch zeigen, in wieweit Ungleichgewichte bestehen. Darüber hinaus werden Hof-Tor-Bilanzen berechnet, um Anreicherung bzw. Verarmung an Nährstoffen erklären zu können.

Quelle und Ansprechpartner: Dr. Edmund Leisen, Ökoteam Landwirtschaftskammer NRW, Tel.: 0251-2376-594, E-Mail: edmund.leisen@lwk.nrw.de, 12. März 2012

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Stand: 27.03.2012 07:37