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Spritzpräparate richtig anwenden

Rührbühne für Präparate, Foto: T.Stephan, BLE/ BonnEnde Februar veranstaltete der Beratungsdienst Ökologischer Landbau Schwäbisch Hall e.V. ein Seminar zur Präparatetechnik. Als Referent war Dr. Uli Johannes König eingeladen. Neben den neuesten Erkenntnissen zum Rühren, dem Ausbringen und der Wirkung der Spritzpräparate Hornmist und Hornkiesel wurde auch die praktische Umsetzung anhand einer mitgebrachten selbstgebauten Spritze und eines Rührfasses gezeigt.

Die wichtigsten Gesichtspunkte beim Rühren:

  • Nach Untersuchungen von Dorian Schmidt ist die Wirkung des gerührten Präparates auch nach 2 - 3 Tagen noch vorhanden.
  • Beim Maschinenrühren wird der Einfluss der Technik auf das Feld übertragen.
  • Bei der Ausbringung reichen10 Líter/ ha aus, damit ist auch das Handrühren bei größeren Betrieben möglich. Eine weitere Reduzierung der Aufwandmenge wird angestrebt.
  • Die Innere Stimmung und der Ort des Rührens haben einen wichtigen Einfluss.
  • Gerührt wird immer am äußeren Rand des Fasses.
  • Geeignete Materialien für das Rührfass sind Holz, nicht elektrochemisch gebeizter Edelstahl, Kupfer und Tongefäße. Nicht zu empfehlen sind Plastik- und Alufässer. Die beste Form hat ein zylindrisches Fass.
  • Auf die penible Reinigung des Rührfasses ist zu achten, vor allem wenn ein zweites Präparat im Anschluss gerührt wird.
  • Das Wasser vor dem Rühren nicht elektrisch sondern am besten mit einem Gasdurchlauferhitzer anwärmen, Regenwasser zuerst filtern. Stark gechlortes Wasser einen Tag „ausdampfen“ lassen. Brunnenwasser eignet sich am besten zur Herstellung von Spritzpräparaten.

Präparateausbringung, Foto: T.Stephan, BLE/ BonnBei der Präparatespitze auf folgendes achten:

  • Kein Plastikfass verwenden, besser eignen sind Fässer aus Edelstahl oder Kupfer. Auch Plastikschläuche vermeiden.
  • Für die Honrmistausbringung die Metalldüsen am Gestänge mit Heckscheibenwischer anbringen. Dadurch wird die geringe Ausbringmenge von 5l/ ha erreicht.
  • Besser eine Propeller- statt eine Membranpumpe verwenden.
  • Für das Hornkieselpräparat die Gebläsespritze einbauen. Z.B. die alte Hardy oder die von pneumatischen Sägeräten.

Das Fladenpräparat - Hornmist mit Baldrian und Rottelenker

Herstellung des Präparates

4 Horninhalte/ ha werden eine Stunde in Wasser rühren. Am Tage davor werden 100 bis 200 g pro ha Mäusdorfer Rottelenker in einem zweiten Gefäß in Wasser eingeweicht. In diesen dünnflüssigen Brei werden wenige ccm Baldrianpräparat gegeben und dann in das fertig gerührte Hornmistpräparat eingemischt. Danach wird der Brei über ein feines, 17x65 cm großes V2A Sieb, das in das Spritzfaß passt, abgesiebt. Das V2A Sieb verhindet, dass sich die Düsen zusetzen und ist beim Brunnenhof in Mäusdorf zu beziehen.

Ausbringung auf Boden, Gründüngung oder Stroh

Präparat: Hornkiesel im Kuhhorn, Foto: D. Menzler, BLE/ BonnAnschließend wird die Mischung auf den Boden, in die Gründüngung, auf das Stroh oder direkt vor einer Bodenbearbeitung oder Aussaat ausgespritzt. Dabei kann man sich einen Arbeitsgang sparen indem das Spritzfaß vorne am Schlepper hängt und hinten ein Bodenbearbeitungs- oder Sägerät arbeitet. Das abgesiebte Material des Mäusdorfer Rottelenkers kommt in Mutters Garten.

Wirkung des Hornmistes

Zwei Erfolge sind dem Hornmist zu zuschreiben: Der Hornmist sorgt für eine stärkere Durchwurzelung des Bodens. Zum anderen werden die Kulturpflanzen direkt gestärkt, was Nahrung für die Bodentiere schafft und den Boden belebt.

Quelle: Reiner Schmidt, Beratungsdienst Ökologischer Landbau Schwäbisch Hall e.V., Tel.: 07904-7007-201, Email: rschmidt@bio-beratung.de und Dr. Christian von Wistinghausen, Brunnenhof Mäusdorf - Präparatezentrale, Tel.: 07940-2230, Email:  C.v.Wistinghausen@t-online.de

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Stand: 03.03.2008 00:00