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Forschungsergebnisse über die Präparate-Anwendung
Im
Rahmen der Mitgliederversammlung der Arbeitsgemeinschaft Offenburg wurde am
29. Januar auch der Referent Dr. Jürgen Fritz vom Institut
für Organischen Landbau an der Uni Bonn eingeladen. Er stellte anhand von
Versuchsergebnissen dar, in wie weit sich die Anwendung der biologisch-dynamischen
Präparate auf Produkte auswirkt. Im wesentlichen sind -wie bereits
im Landwirtschaftlichen Kurs festgehalten - folgende Effekte auch wissenschaftlich
nachweisbar:
Durchvernünftigung des Pflanzenwachstums (Harmonisierung und Normalisierung)
Förderung der Pflanzengesundheit
Verbesserung der Nahrungsmittelqualität
Verlebendigung von Dünger und Erde
Unter anderem wurden folgende Versuchsergebnisse vorgestellt, um die Wirkungsweise der biologisch-dynamischen Präparate zu beurteilen:
Harmonisierung und Normalisierung des Pflanzenwachstums
Es geht also weniger um eine ertragssteigernde Wirkung als vielmehr darum, ertragsmindernde sowie ertragssteigernde Faktoren auszugleichen. Dieser Harmonisierungseffekt ließ sich bei einem über vier Jahre angelegten Weizenversuch bestätigen (Spieß 1978). Verglichen wurden vier Varianten mit unterschiedlich intensiver Präparateanwendung (keine Präparate, 3x Hornmist, 3x Hornmist + 3x Hornkiesel und 6x Hornmist und 3 x Hornkiesel).
Bei der Variante ohne Präparatebehandlung stiegen die Weizenerträge im Laufe der vier Versuchsjahre an. Bei einem noch relativ geringen Ertragsniveau im ersten Versuchsjahr stiegen die Erträge bei einer Präparateanwendung und zwar um so mehr, je intensiver die Behandlungen waren: um 9 %, 17 % und 21 %. Mit zunehmendem Ertragsniveau fielen dann die relativen Ertragssteigerungen geringer aus. Übereinstimmende Ergebnisse traten auch beim Möhren und Zuckerrüben auf (Spieß 1978).
Erhöhung
der Pflanzengesundheit
Lagertests mit Möhren zeigen, dass der Besatz mit Krankheitserregern bei der Präparateanwendung (6 x HM, 3x HK) wesentlich geringer ist als bei der Kontrollvariante (Samaras 1978): 0,77 Mio im Gegensatz zu 1,6 Mio (Bakterienkeimzahl). Dies wirkt sich auf die Lagereigenschaften aus. So zeigte die Kontrollvariante einen TM-Verlust von 56,1 % im Vergleich zur behandelten Variante mit 27,6 % Trockenmasseverlust. Außerdem zeigte die Kontrollvariante eine Verderbnisrate nach 164 Lagertagen von 28,2 %, bzw. von 16,6 % bei der behandelten Variante.
Verbesserung der Nahrungsmittelqualität
Dieser Effekt konnte durch die Messung der Inhaltsstoffe bei Spinat nachgewiesen werden. So betrug der Nitratgehalt zum Zeitpunkt der Ernte in den Blättern bei mit herkömmlichem Kompost gedüngten Spinat 107 mg/100 g Blattmasse (El Saidi 1982).
Bei Anwendung mit sämtlichen Präparaten lag er nur bei 69 mg/100g. Nach der Ernte beginnt in den Blättern ein Umwandlungsprozess von Nitrat zu Nitrit: nach 8 Tagen erhöhte sich der Nitritgehalt von 0,7 mg/100g auf 7,6 mg/100g Blattmasse bei der Kontrollvariante. Bei der Präparatevariante blieb der Nitritgehalt nahezu konstant: 0,6 mg zum Zeitpunkt der Ernte; 0,5 mg nach 8 Tagen. Der Vitamin C Gehalt der Kompostvariante ohne Präparate lag bei der Ernte bei 737 mg/kg und nach 8 Tagen bei 22 mg/kg. Bei der Kompostvariante mit Präparaten lag der Gehalt bei der Ernte bei 932 mg/kg und nach 8 Tagen bei 223 mg/kg.
Verlebendigung von Dünger und Erde
Die Verbesserung der Bodenfruchtbarkeit konnte anhand einer erhöhten Wurzeldichte im Dauerdüngungsversuch in Darmstadt festgestellt werden (Bachinger 1992). Die Wurzeldichte wurde bei der mineralisch gedüngte Variante gleich 100 % gesetzt. Durch organische Bewirtschaftung erhöhte sich die Durchwurzelung auf 119 % und durch biolog.-dynam. Bewirtschaftung sogar auf 148 % in einer Bodentiefe von 5-25 cm. In tieferen Bodenschichten zwischen 25-55 cm verstärkte sich dieser Effekt nochmals: die Wurzeldichte war im Vergleich zur mineralischen Düngung um 65 % erhöht.
Unter Versuchsbedingungen werden die Präparate oft drei (bis sechs) Mal im Jahr eingesetzt. Im Gegensatz zu einem Versuchsstandort, werden die Präparate auf Praxisbetrieben bereits über Jahre hinweg angewendet, so dass mit einer vergleichbaren Wirkung auch bei geringerer Anwendungsintensität zu rechnen sei.
Abbildung
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Ansprechpartnerin: Dorothea Pille, BD Ökologischer Landbau Ulm, E-Mail: dpille@oekoulm.de
