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Bundesprogramm Ökologischer Landbau: Strategien zur Behandlung von Öko-Saatgut

Bohnen-Saatgut, Foto: D. Menzler, BLE/ BonnGesundes Saatgut spielt im ökologischen Landbau eine bedeutende Rolle; zum einen in Hinblick auf Ertrags- und Qualitätleistungen, zum anderen, weil ein möglichst vollständiger Einsatz von Öko-Saatgut angestrebt wird. Trotzdem liegt für Landwirte bislang keine praxisorientierte Übersicht über geeignete Saatgutbehandlungsverfahren vor.

Tauglichkeit der Saatgutbehandlung geprüft

Ziel des Vorhabens "Entwicklung und Darstellung von Strategieoptionen zur Behandlung von Saatgut im ökologischen Landbau" (FKZ 03OE127/2) war daher, vorhandene Angaben zu Verfahren und Präparaten zur Saatgutgesunderhaltung zusammenzutragen, diese auf ihre Tauglichkeit zu prüfen und gegebenenfalls für die Praxisanwendung weiter zu entwickeln.

Zur Erzeugung gesunden Saatguts steht im Öko-Landbau neben präventiven Maßnahmen eine Reihe verschiedener Saatgutbehandlungsverfahren zur Verfügung (physikalische Methoden, Pflanzenextrakte, Naturstoffe und Mikroorganismenpräparate). Viele Verfahren waren jedoch bislang hinsichtlich der zahlreichen Wirt/Pathogen-Kombinationen nicht hinreichend untersucht.

Im Rahmen des vorliegenden Forschungsvorhabens wurden Erfolg versprechende, aber bislang nicht ausreichend untersuchte Varianten überprüft sowie Schwellenwerte ermittelt, die eine Saatgutbehandlung erfordern. Um eine schnelle Übertragbarkeit wirksamer Verfahren in die Praxis zu ermöglichen, wurden neben den physikalischen Verfahren überwiegend gelistete Pflanzenstärkungsmittel untersucht.  Dazu wurden in einem weiteren Projektteil Klimakammer- und Gewächshausversuche angelegt (Projekt 03OE127/3). Mittel und Verfahren, die sich unter diesen Modellbedingungen für Praxistests geeignet erwiesen, wurden in Feldversuchen überprüft.

Behandlungsverfahren mit guten Wirkungen gefunden

Keimversuche, Foto: T. Stephan, BLE/ Bonn Für wichtige Wirt/Pathogen-Kombinationen konnten Behandlungsvarianten mit guten Wirkungen gefunden werden, die keine bis geringe negative Auswirkungen auf die Keimfähigkeit hatten:

  • Bei Sommergerste mit Netzflecken oder Streifenkrankheit sowie bei Haferflugbrand konnten durch Behandlung mit Heißwasser, LEBERMOOSER (alkoholischer Moosextrakt), Ethanol, Milsana flüssig, Serenade und/oder Cedomon gute bis sehr gute Wirkungen erreicht werden.
  • An Winterweizen mit Fusarium spp., Stagonospora nodorum bzw. Schneeschimmel sowie Winterroggen mit Schneeschimmel wurde eine Wirkung vor allem durch FZB 53, Warm- oder Heißwasserbehandlung und LEBERMOOSER erreicht.
  • Von den besonders schwer zu bekämpfenden Krankheiten wurden Anthraknose an Lupine und Ascochyta pisi an Erbse mit Feuchtheißluft reduziert, jedoch war die Wirkung nicht ausreichend.

Im Rahmen des Projekts wurden zwei praxisorientierte Leitfäden entwickelt, die über Organic Eprints abgerufen werden können:
Leitfaden Saatgutgesundheit im Ökologischen Landbau - Ackerkulturen >>
Leitfaden Saatgutgesundheit im Ökologischen Landbau - Gemüsekulturen >>

Ansprechpartner: Klaus-Peter Wilbois, FiBL Deutschland e.V., E-Mail: info.deutschland@fibl.org, Internet: www.fibl.org

Quelle: Nachricht auf Oekolandbau.de vom 24.März 2009
Die Schlussberichte der im Rahmen des Bundesprogramms Ökologischer Landbau (BÖL) bearbeiteten Forschungsprojekte werden in der Datenbank „Organic Eprints“ veröffentlicht. Diese ist über http://forschung.oekolandbau.de abrufbar.

Weitere Informationen:
Der Bericht in der Datenbank „Organic Eprints“
Projektbeschreibung auf der Bundesprogramm-Homepage

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Stand: 04.01.2010 13:48