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Les Bleus - Ein Huhn für alle Fälle!

Pilotprojekt "ei-care" für das Zweinutzungshuhn

Zweinutzungshühner der Rasse "Les Bleus", Foto: A.ReinsbergDas Zweinutzungshuhn, eine Hühnerrasse bei der die weiblichen Tiere als Legehennen und die männlichen als Masthähnchen Verwendung finden, ist schon seit einigen Jahren ein Thema, mit dem sich die Forschung im Ökolandbau beschäftigt. Im Großraum Berlin versucht die Aktion ei Care, das Zweinutzungshuhn auf Betrieben und in den Köpfen von Verbrauchern zu etablieren. Im Rahmen des Modell-Projekts halten einige Naturland-Biobetriebe Tiere der Rasse "Les Bleus".

Das Zweinutzungshuhn wird seit Jahren dringend gesucht. Nur so kann die Tötung von jährlich Hunderten Millionen Küken beendet werden. Männliche Tiere der handelsüblichen Hybridrassen sind nicht masttauglich, während die Hennen bei Rassen mit masttauglichen männlichen Tieren oft eine geringe Legeleistung aufweisen. Eine Zweinutzungsrasse bietet also einen Kompromiss zwischen Legeleistung und Masteignung.

Im Großraum Berlin versucht ein Modellprojekt einiger Naturland-Biobetriebe mit dem Titel "ei Care" Hühner der Zweinutzungsrasse "Les Bleus" bei den Verbrauchern zu etablieren. Die Tiere sind als Bresse-Hühner bekannt, dürfen aber, da es sich dabei um eine kontrollierte Herkunftsbezeichnung handelt, hier nicht so genannt werden. Die Rasse wurde gewählt, weil die Hennen genug Eier legen und die Hähne genügend Fleisch ansetzen, um für den Biomarkt interessant zu sein. Erwartet werden 250 Eier pro Jahr bzw. ein Ausschlachtgewicht von rund zwei Kilogramm.

Bis zur zwölften Woche werden die Tiere gemeinsam aufgezogen, dann werden Hähne und Hennen getrennt. Die Hähne werden mehr als 80 Tage gemästet, so haben sie genügend Zeit, um Fleisch anzusetzen. Die Gewichtszunahmen der "Les Bleus" sind nicht zu vergleichen mit denen gängiger Hähnchenrassen, die nach 35 Tagen geschlachtet werden. Das Endprodukt aber auch nicht, denn es ist ein "richtiges" Hähnchen mit zwei Kilogramm Gewicht und deutlich ausgeprägtem Geschmack.

Kein Kompromiss ohne Haken: Die Produktionskosten steigen durch die längere Mastzeit und die geringere Eizahl: im Vergleich zum durchschnittlichen Bio-Ei um 10 Cent pro Ei bzw. um zwei Euro pro Kilogramm Fleisch.

Ein ausführlicher Bericht ist auf oekolandbau.de zu lesen.

Quelle: Pressemeldung aid-infodienst, Ausgabe Nr. 50/11, vom 14. Dezember 2011

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Stand: 21.12.2011 15:05