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Deckzentrum mit natürlicher Stimulation
Auch das Deckzentrum verfügt über eine dreigegliederte Bucht und einen Auslauf. Da hier mittels Eber eine sehr effiziente Umrauscherkontrolle stattfindet, ist das Deckzentrum in die Bereiche I und II aufgeteilt. Im Deckzentrum I übernimmt Eber Waldi die natürliche Brunststimulation. Er steht in einer separaten Bucht, die den direkten Kontakt zu den Sauen ermöglicht. Waldi kommt seiner Aufgabe so gut nach, dass die abgesetzten Sauen nach vier bis fünf Tagen dulden und mittels KB belegt werden.
Sauen freilaufend besamt
Kastenstände sind hierfür nicht erforderlich, die Sauen stehen so gut, dass sie freilaufend besamt werden können, erläutert Manfred von den Driesch. Nach drei Wochen kümmert sich dann Eber Harry, ebenfalls eine fundamentstarke Duroc-Hampshire-Kreuzung, in Deckzentrum II um die acht bis zehn Sauen zählende Gruppe. Mit untrüglichem Instinkt führt er für weitere drei Wochen rund um die Uhr eine intensive Umrauscherkontrolle durch, und deckt nach, wo Bedarf ist.
„Kein Scanner könnte besser sein“, schwören Manfred und Ulla von den Driesch auf ihre treue Arbeitskraft Harry. Das Dream-Team Waldi und Harry spart nicht nur Arbeitszeit für die Umrauscherkontrolle ein, es arbeitet bei einer Umrauscherquote von 2 % auch äußerst effizient.
Da eine künstliche Synchronisation der Brunst nach den Richtlinien des organischen Landbaus nicht gestattet ist, verlangt das Eingliedern von Sauen in eine bestehende Gruppe viel Fingerspitzengefühl. „Bei Jungsauen verlängern wir in solchen Fällen die Säugezeit, um sie so beim Absetzen in die nächste Gruppe einzugliedern“, schildert der Sauenhalter sein Vorgehen.
Wartestall zum Wohlfühlen
Erst nach sechs Wochen, wenn sich die Embryonen fest in der Gebärmutter eingenistet haben, stallt der Landwirt die trächtigen Sauen in den Wartestall um. Die Kastenstände erlauben wie im Deckzentrum eine individuelle Konditionsfütterung. Einziger Unterschied: Das Futter für tragende Sauen ist selbst gemischt, während in den übrigen Bereichen zugekauft wird. Im Wartestall sorgen vier abgetrennte Liegebuchten für Wohlbefinden und die Möglichkeit, ranghöheren Tieren aus dem Weg zu gehen. Rangniedrigere Tiere können in der flexiblen Großgruppe untertauchen; das erleichtert auch das Einstallen der trächtigen Kleingruppen.
Der 60 m² große Auslauf wird von den Sauen sehr gut angenommen. Er ist teilweise überdacht, so dass die Tiere vor Sonnenbrand und Regen geschützt sind. Rechnet man den 140 m² großen Innenstall hinzu, stehen jeder Sau derzeit rund 7 m² Platz zu. Selbst nach der Aufstockung haben die Tiere dank großzügiger Planung noch viel Bewegungsfreiheit.
