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Was ist ökologischer Landbau?

Agrarlandschaft, Foto: U. Schepl, LWK NRW
Agrarlandschaft,
Foto: U. Schepl, LWK NRW
Bodenschichten, Foto: T. Stephan, BLE/ Bonn
Bodenschichten,
Foto: T. Stephan, BLE/ Bonn
Freilandmöhren unter Kulturschutznetz, BLE/ Bonn
Kulturschutznetz in Möhren,
Foto: T. Stephan, BLE/ Bonn

Der ökologische Landbau hat sich in der Zeit nach dem ersten Weltkrieg als Antwort auf die gesellschaftliche Entwicklung und die ökologische und ökonomische Situation der Landwirtschaft entwickelt. Seit 1924 haben sich die Richtungen und Strömungen des ökologischen Landbaus ständig weiterentwickelt. Heute ist der ökologische Landbau durch Produktionsrichtlinien und die EG-Öko-Basisverordnung (EG) Nr. 834/2007 (Stand: Oktober 2014) ein eindeutig definiert.

Der ökologische Landbau trägt aktiv dazu bei, Ökosysteme und die Artenvielfalt zu erhalten, den Boden zu schützen, das Wasser rein zu halten und die Klimabelastung durch die Landwirtschaft zu senken. Seit 1993 wird jeder Öko-Betrieb von einer unabhängigen und staatlich zugelassenen Kontrollstelle auf die Einhaltung der Verordnung überprüft.


Ökologischer Landbau - die Grundsätze

Ein wesentlicher Grundsatz des ökologischen Landbaus ist die Erhaltung und Steigerung der Bodenfruchtbarkeit durch möglichst geschlossene Stoffkreisläufe. Das heißt: Ackerbau und Viehhaltung sind aneinander gekoppelt. Auf der Ackerfläche werden neben Verkaufsfrüchten auch Futterpflanzen für die Tierhaltung erzeugt. Die pflanzlichen Abfälle und der tierische Dung werden entweder frisch oder kompostiert auf die Ackerflächen zurückgeführt.

Damit es nicht zu einem Nährstoffüberschuss durch tierischen Dung kommt, der Umwelt und Grundwasser belasten würde, ist die Tierzahl flächenabhängig begrenzt. Dementsprechend ist im biologischen Landbau zwar viehloser Ackerbau erlaubt, jedoch keinesfalls eine flächenlose Tierhaltung. Im viehlosen Betrieb muss die fehlende Tierhaltung durch eine entsprechende Fruchtfolge mit einem hohen Anteil an Leguminosen ausgeglichen werden.

Der Bodenfruchtbarkeit kommt im ökologischen Landbau eine besondere Bedeutung zu. Die Kulturmaßnahmen des Landwirtes gelten der Erhaltung und Steigerung der natürlichen Bodenfruchtbarkeit. Dabei wird ein fruchtbarer Boden als der Ausgangspunkt in der Wirkungskette: gesunder Boden – gesunde Pflanzen – gesunde Tiere – gesunde Menschen gesehen. Der Boden nimmt durch die in ihm ablaufenden biologischen Ab-, Um- und Aufbauprozesse eine zentrale Stellung für die Ernährung und Gesundheit der Pflanzen ein.

Zur Düngung werden betriebseigene pflanzliche und tierische Abfallstoffe verwertet, Stickstoff sammelnde Leguminosen angebaut und organische oder in natürlicher Form vorliegende mineralische Dünger eingesetzt.


Keine chemisch-synthetischen Pflanzenschutzmittel - keine Gentechnik

Auf chemisch-synthetische Pflanzenschutzmittel wird im Bio-Landbau zugunsten des vorbeugenden Pflanzenschutzes verzichtet: Pflanzeneigene Abwehrkräfte werden gestärkt und natürliche Regulationsmechanismen unterstützt. Durch eine vielseitige Fruchtfolge, die ausreichende Versorgung mit organischem Material und eine sorgfältige, schonende Bodenbearbeitung zum optimalen Zeitpunkt sollen gesunde Pflanzenbestände kultiviert werden.

Zur Unkrautregulierung werden verschiedene mechanische Verfahren wie Striegel, Hacke und Bürsten eingesetzt. Der Einsatz von Gentechnik ist im biologischen Landbau verboten.

Da in der Gentechnik Lebewesen nicht als lebendige Teile eines Systems behandelt werden, sondern als Einheiten, die in beliebige Bausteine zerlegbar sind, ist die Anwendung nicht mit den Zielen des ökologischen Landbaus vereinbar.

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Stand: 08.09.2015 13:15