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Was ist ökologischer Landbau?
Der ökologische
Landbau hat sich in der Zeit nach dem ersten Weltkrieg als Antwort auf die gesellschaftliche
Entwicklung und die ökologische und ökonomische Situation der Landwirtschaft
entwickelt. Seit 1924 haben sich die Richtungen und Strömungen des ökologischen
Landbaus ständig weiterentwickelt. Heute ist der ökologische Landbau
durch Produktionsrichtlinien und die EG-Öko-Verordnung 2092/91 ein eindeutig definiert.
Der ökologische Landbau trägt aktiv dazu bei, Ökosysteme und die Artenvielfalt zu erhalten, den Boden zu schützen, das Wasser rein zu halten und die Klimabelastung durch die Landwirtschaft zu senken. Seit 1993 wird jeder Öko-Betrieb von einer unabhängigen und staatlich zugelassenen Kontrollstelle auf die Einhaltung der Verordnung überprüft.
Ökologischer Landbau - die Grundsätze
Ein wesentlicher Grundsatz des ökologischen Landbaus ist die Erhaltung und Steigerung der Bodenfruchtbarkeit durch möglichst geschlossene Stoffkreisläufe. Das heißt: Ackerbau und Viehhaltung sind aneinander gekoppelt. Auf der Ackerfläche werden neben Verkaufsfrüchten auch Futterpflanzen für die Tierhaltung erzeugt. Die pflanzlichen Abfälle und der tierische Dung werden entweder frisch oder kompostiert auf die Ackerflächen zurückgeführt.
Damit es
nicht zu einem Nährstoffüberschuss durch tierischen Dung kommt, der
Umwelt und Grundwasser belastet, ist die Tierzahl flächenabhängig
begrenzt. Dementsprechend ist im biologischen Landbau zwar viehloser
Ackerbau erlaubt, jedoch keinesfalls eine flächenlose Tierhaltung. Im viehlosen
Betrieb muss die fehlende Tierhaltung durch eine entsprechende Fruchtfolge mit
einem hohen Anteil an Leguminosen ausgeglichen werden.
Der Bodenfruchtbarkeit kommt im ökologischen Landbau eine besondere Bedeutung zu. Die Kulturmaßnahmen des Landwirtes gelten der Erhaltung und Steigerung der natürlichen Bodenfruchtbarkeit. Dabei wird ein fruchtbarer Boden als der Ausgangspunkt in der Wirkungskette: gesunder Boden – gesunde Pflanzen – gesunde Tiere – gesunde Menschen gesehen. Der Boden nimmt durch die in ihm ablaufenden biologischen Ab-, Um- und Aufbauprozesse eine zentrale Stellung für die Ernährung und Gesundheit der Pflanzen ein.
Zur Düngung werden betriebseigene pflanzliche und tierische Abfallstoffe verwertet, Stickstoff sammelnde Leguminosen angebaut und organische oder in natürlicher Form vorliegende mineralische Dünger eingesetzt.
Auf chemisch-synthetische
Pflanzenschutzmittel wird im Bio-Landbau zugunsten des vorbeugenden
Pflanzenschutzes verzichtet: Pflanzeneigene Abwehrkräfte werden gestärkt
und natürliche Regulationsmechanismen unterstützt. Durch eine vielseitige
Fruchtfolge, die ausreichende Versorgung mit organischem Material und eine sorgfältige,
schonende Bodenbearbeitung zum optimalen Zeitpunkt sollen gesunde Pflanzenbestände
kultiviert werden.
Zur Unkrautregulierung werden verschiedene mechanische Verfahren wie Striegel, Hacke und Bürsten eingesetzt. Der Einsatz von Gentechnik ist im biologischen Landbau verboten.
Da in der Gentechnik Lebewesen
nicht als lebendige Teile eines Systems behandelt werden, sondern als Einheiten, die
in beliebige Bausteine zerlegbar sind, ist die Anwendung nicht mit den Zielen
des ökologischen Landbaus vereinbar.
