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Ackerbohnen

Wirtschaftliche Einordnung

Die Ackerbohne ist neben der Erbse die Körnerleguminose mit der größten Anbaubedeutung und stellt ein wichtiges Fruchtfolgeglied im Öko- Landbau dar. Zum anderen liefert sie wertvolles Tierfutter, das vor allem bei der Rinderfütterung, aber auch in der Schweine- und Geflügelfütterung eingesetzt wird. Eine gute Stickstofffixierung und die Bildung hervorragender Bodengare sind neben der nötigen Abwechslung in der Fruchtfolge wichtige Argumente, die für den Anbau von Ackerbohnen sprechen. Für viehhaltende Betriebe steht die Verwertung als Futter im Vordergrund. Die Wirtschaftlichkeit dürfte sich künftig tendenziell wieder verbessern, da der Eiweißbedarf aus ökologischer Erzeugung generell steigt und neue Ackerbohnen-Sorten weitere Einsatzbereiche eröffnen.

Ackerbohnenpflanze, Ziechaus-HarteltKulturtechnik

Die Ackerbohne hat einen hohen Wasserbedarf. Sie benötigt gute schwere Böden mit entsprechendem Wasserspeichervermögen oder mittlere Standorte mit ausreichenden Niederschlägen. Wichtig ist eine gute Kalkversorgung mit pH-Werten über sechs. Für die Ausbildung der Pfahlwurzeln sind tiefgründige Böden erforderlich.

Die Stellung der Ackerbohne in der Fruchtfolge ist meist nach bzw. vor einer oder zwei Getreidekulturen. Sie hinterlässt als Blattfrucht einen garen, tiefgründig durch ihre Wurzeln erschlossenen Boden und zwischen 50 und 90 kg Stickstoff je ha.

Bohnen haben einen hohen Bedarf an Phosphor und Kalium, können diese aber auch bei entsprechenden Bodenreserven mobilisieren. Ein allzu hoher Gehalt an Stickstoff behindert die Stickstoffbindung durch die Knöllchenbakterien. Eine Impfung mit entsprechenden Bakterienstämmen ist notwendig, wenn noch nie Ackerbohnen auf der Fläche angebaut wurden. Aufgrund der Selbstunverträglichkeit sind Anbaupausen von mindestens drei bis vier Jahren einzuhalten.

Die Aussaat sollte so früh wie möglich Ende Februar, Anfang März erfolgen. Die gleichmäßige zu haltende Saattiefe beträgt 6 – 10 cm in ein gut vorbereitetes Saatbett. Die Aussaatstärke liegt bei 30 – 40 Samen je m² bei einem Reihenabstand von 30 – 50 cm. Leichte Böden erfordern den Einsatz einer Ackerwalze nach der Bestellung.

Ackerbohnen, BLE/ BonnAm Anfang der Bestandespflege steht in jedem Fall der Einsatz des Striegels. Bevor der Keimling die oberen drei Zentimeter des Bodens erreicht, muss ein- oder zweimal ein Blindstriegeln erfolgen. Nach dem Auflaufen wird erst nach Ausbildung des dritten Blattpaares wieder gestriegelt. Die Bohnen dürfen beim Striegeln nicht vollständig mit Erde bedeckt werden. Die Hacke kann bis zur Blüte bzw. bis zum Reihenschluss eingesetzt werden, wenn das Gerät eine ausreichende Durchgangshöhe hat. Bei kleinen Pflanzen wird durch Schutzscheiben ein Verschütten verhindert. Ab 25 Zentimeter Wuchshöhe wird dagegen ein Häufeleffekt angestrebt. Möglichst beikrautfreie Bestände reduzieren das Risiko der Spätverunkrautung, wenn bei der Abreife wieder viel Licht auf den Boden gelangt. Insbesondere die Quecke kann sich sonst stark ausbreiten.

Die wichtigste vorbeugende Maßnahme gegen Schädlinge ist die frühe Saat. Die Verbreitung von samenbürtigen Krankheiten und Schädlingen muss durch zertifiziertes Öko-Saatgut oder eigene Laboranalysen vermieden werden. Hierzu zählen der Ascochyta-Pilz, Stängelälchen und Bohnenkäfer. Als Fruchtfolgekrankheiten gelten unter anderem Rhizoctonia solani und Fusarien-Arten. Ertragsmindernd wirkt sich starker Bohnenlausbefall aus, der vor allem unter Trockenstress auftreten kann. Blattrandkäfer reduzieren bei verzögerter Jugendentwicklung der Bohnenpflanze die Bestände. Die Anbaupausen stehen als Mittel der Wahl im Vordergrund für viele der vorgenannten Schadbilder.

Die Ernte erfolgt im Mähdrusch, wenn der Bestand sich vollständig schwarz verfärbt hat. Bei 18 – 20% Feuchte ist die Elastizität der Bohnen optimal; geringere Feuchten haben Bruchkorn zur Folge, was bei Futternutzung jedoch toleriert werden kann. Die Erträge bewegen sich je nach Standort in einem weiten Feld zwischen 20 und 70 dt/ha.

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Stand: 04.01.2010 13:36