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Mastgeflügel

Wirtschaftliche Einordnung

Die ökologische Geflügelmast erlebte in der Vergangenheit eine erhebliche Ausdehnung. BSE-Krise und weitere Lebensmittelskandale verliehen diesem Aufwärtstrend zusätzlich Schub, so dass die Nachfrage mittlerweile das Angebot übersteigt. Dieser Markt bietet auch zukünftig gute Einkommenschancen für ökologisch wirtschaftende Landwirte. Die Anforderungen an eine ökologische Mastgeflügelhaltung sind in der EG-Öko-Verordnung festgelegt.

Haltung von Mastgeflügel

Junge Masthühner an Auslauföffnung, BLE/ BonnMaximal dürfen 580 Masthühner je Hektar Betriebsfläche gehalten werden. Dadurch sollen Umweltbelastungen vermieden werden. Eine Kooperation mit anderen Betrieben ist dabei möglich. Ställe dürfen maximal für 4.800 Hühner oder 2.500 Gänse bzw. Puten je Einheit angelegt sein. Mindestens ein Quadratmeter Stallfläche muss für 10 Tiere, die zusammen maximal ein Lebendgewicht von 21 Kilogramm aufweisen, zur Verfügung gestellt werden. Mindestens ein Drittel der Stallfläche muss fest ausgeführt und mit Einstreumaterialien versehen sein. Alle Tiere haben ständig Zugang zu einem Außenauslauf. Der Auslauf je Masthuhn beträgt vier Quadratmeter, eine Ente hat Anspruch auf 3,5 Quadratmeter und eine Gans auf 15 Quadratmeter.

Für Wassergeflügel besteht die Forderung nach einer Bademöglichkeit unter Berücksichtigung der Hygienebedingungen. In nur begrenztem Umfang können unter den hiesigen Gegebenheiten vorhandene Teiche, Seen oder gar Fließgewässer genutzt werden. In den meisten Fällen wird daher auf künstliche Bademöglichkeiten zurückgegriffen. Diese werden auf der Auslauffläche aufgebaut und das Wasser darin wird regelmäßig gereinigt oder ausgetauscht.

Mastgänse im Freiland, BLE/ BonnGebräuchlich sind vor allem Bodenhaltungssysteme in Kombination mit einer Grünauslauffläche und einem überdachten Minimalauslauf, damit die Tiere ihrem Bedürfnis nach Auslauf, Aktivität und Futteraufnahme im Freien nachkommen können. Ein Kaltscharrraum im Außenklimabereich entspricht ebenfalls dem arteigenen Verhalten des Geflügels und sorgt auch bei schlechtem Wetter für eine Auslaufmöglichkeit.

Hygiene ist bei Auslaufhaltung besonders wichtig. Die Einstreu sollte immer trocken und locker beschaffen sein. Feuchte und verkotete Einstreu oder Schmutz im Eingangsbereich können zu zahlreichen Erkrankungen führen.

Fütterung von Mastgeflügel

Die Produktpalette an Futterkomponenten aus ökologischer Produktion ist in den letzten Jahren umfangreicher geworden; wobei zu bemerken ist, dass das Angebot nicht immer konstant ist. Die Bereitstellung der betriebseigenen Futterkomponenten ist abhängig von jeweiligen Standortbedingungen und betrieblichen Gegebenheiten. In der Regel werden Getreide, Körnerleguminosen und Ölsaaten angebaut und sind in unterschiedlichem Umfang verfügbar. Wichtige Komponenten für eine akzeptable Eiweißversorgung sind in ökologisch produzierter Qualität nicht oder nur sehr begrenzt verfügbar. Daher wurde im Anhang der EU-VO 1804/99 eine Positivliste der Futtermittel beigefügt, die im ökologischen Landbau eingesetzt werden dürfen. Wichtig ist, dass ein Teil des Futters in gröberer Struktur vorgelegt wird.

Mastgeflügel sollte ebenfalls Zugang zu Grün- und Raufutter (als Silage oder Grünmehle) gewährt werden. Dies dient ebenso wie der Grünauslauf der Erweiterung des Nahrungsangebotes durch Futter mit geringerer Nährstoffkonzentration oder –verfügbarkeit.

Laufenten, BLE/ BonnSchlachtalter

- 81 Tage bei Hühnern
- 70 Tage weibliche Flugenten
- 84 Tage männliche Flugenten
- 140 Tage Puten
- 140 Tage Bratgänse

Rassenwahl

Bei der Auswahl der Rassen muss berücksichtigt werden, dass heute auf dem Zuchttiermarkt hauptsächlich Rassen angeboten werden, die für eine ökologische Hühnermast nicht zu empfehlen sind. Diese Rassen sind aufgrund ihrer genetischen Veranlagung nicht oder nur noch eingeschränkt dazu in der Lage sich artgemäß zu verhalten. Ihr Fressverhalten fördert ein zu starkes Körperwachstum, so dass es zu Beeinträchtigungen der Organe und des Bewegungsapparates kommt. Öko-Geflügel soll aber langsam wachsen, u. a. weil damit eine gute Fleischqualität erreicht wird. So sieht die EG-Verordnung 1804/99 für diese intensiven Herkünfte Mindestschlachtalter vor.

Spezialinformationen zur Geflügelhaltung finden Sie in der Fachinfo unter Tierhaltung- Geflügel >>

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Stand: 04.01.2010 13:36