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Milchschafhaltung

Wirtschaftliche Einordnung

Von den rund 100.000 Milchschafen in Deutschland werden heute rund 10.000 Tiere gemolken, davon rund die Hälfte davon im ökologischen Landbau. Damit ist ihre Bedeutung im Vergleich zur Fleischschafhaltung mit insgesamt 2,4 Mio. Schafen in Deutschland und 101.000 (4,2%) im ökologischen Landbau relativ gering. Die Haltung von Milchschafen dient vor allem der Erzeugung von Schafmilchprodukten, allen voran der Schafkäse. Schafmilch findet nur begrenzten Zuspruch beim Verbraucher, obwohl sie physiologisch sehr wertvoll ist. Schafkäse wird in verschiedenen Variationen angeboten: vom Weich- über Schnitt- bis zum Hartkäse lassen sich aus Schafmilch schmackhafte Produkte herstellen.

Schafe im Melkstand, LWK NRWDie ökologische Schafkäseherstellung ist in Deutschland als Nischenmarkt zu betrachten, dennoch beweisen einige ökologisch wirtschaftende Milchschafhalter in Deutschland, dass man in diesem Spezialitätenmarkt mit wirtschaftlichem Erfolg bestehen kann. Grundvoraussetzungen ist die Herstellung von qualitativ hochwertigen Produkten mit einem guten Design, die Lust des Betriebsleiters zur Direktvermarktung sowie ein insgesamt gutes Management des Betriebes. Auch im kleinen Rahmen betrieben, stellen Schafsmilchprodukte und das Lammfleisch eine interessante Bereicherung der Direktvermarktung dar.

Haltung von Milchschafen

In der Milchschafhaltung findet in Deutschland praktisch nur das Ostfriesische Milchschaf Verbreitung. Die etwa 70 kg schweren Tiere haben eine Laktationsleistung von bis 600 kg bei ca. 250 Laktationstagen. Der Fettgehalt der Milch liegt bei etwa fünf Prozent, der Eiweißgehalt bei 4 – 6 Prozent. Das Ostfriesische Milchschaf zeichnet sich durch Frühreife und hohe Fruchtbarkeit aus. Es ist saisonal in der Brunst. Den ersten Nachwuchs haben die Tiere bereits im Alter von etwa 12 Monaten. Mehrlingsgeburten sind die Regel.

Das Milchschaf eignet sich hervorragend auch für kleine Haltungen, da eine gute Gewöhnung an den Menschen möglich ist. Einige wenige Betriebe jedoch halten Milchschafe auch in Beständen mit über 100 Tieren. Die Winterhaltung der Milchschafe erfolgt gewöhnlich im Tieflaufstall. Anbindehaltung ist bei Schafen nicht üblich. Eine Haltung auf vollständig perforierten Böden ist nicht erlaubt. Zum rationellen Melken haben sich Melkstände bewährt.

Fütterung von Milchschafen und Lämmern

Ostfriesische Milchschafe im Außenstall, BLE/ BonnBei der intensiven Sauglämmermast muss den Tieren schon wenige Tage nach der Geburt in Ergänzung zu Muttermilch hochwertiges Futter zur freien Verfügung angeboten werden. Dieses Futter kann entweder selbst hergestellt werden oder aber als ökologisches Lämmermastfutter vom Handel bezogen werden. Geeignete Ausgangsfuttermittel sind z. B. Hafer, Gerste, Ackerbohnen, Rüben, Kartoffeln etc. Mit zunehmendem Alter nehmen die Tiere dann auch Rauhfutter auf.

Als Wiederkäuer muss das Milchschaf mindestens 60 Prozent der Futtertrockenmasse als Rauhfutter erhalten. Milchschafe erhalten in der Zeit von Anfang Mai bis mindestens Mitte Oktober Weidegang. Die Fütterung der hochträchtigen bzw. laktierenden Muttertiere erfordert auf Grund der hohen Leistung der Tiere eine bedarfsangepasste Fütterung mit Heu, Silage sowie Kraftfutter.

Gesundheit

Schafe sind auf der Weide vielen Parasiten und Infektionskrankheiten ausgesetzt. Daher sollten ausreichend lange Intervalle zwischen der Belegung der selben Flächen eingehalten werden. Trotz größter Sorgfalt kann eine Wurmkur nach genauer Diagnose notwendig sein.

Müssen Tiere zugekauft werden, sollte der Ausgangsbestand gründlich geprüft werden. Ggf. ist eine vierwöchige Quarantäne angezeigt, in der Wurmkur, Klauenschnitt oder auch Impfmaßnahmen durchgeführt werden. Bei stationären Ektoparasiten wie Haarlinge, Schafläuse oder Räudemilben kann nach Tilgung eines Befalls kann ein geschlossener Bestand nachhaltig ektoparasitenfrei gehalten werden. Es gibt gegen eine ganze Reihe von Infektionskrankheiten Schutzimpfungen. Ggf. kann es angezeigt sein, nach tierärztlicher Diagnosestellung die Herde zu impfen.


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Stand: 04.01.2010 13:36