Navigation

Direktlinks Zum Inhalt springen. | Zur Seitennavigation springen. |
Farbleiste: blau = Umwelt, grün = Naturschutz, orange = Verbraucherschutz, dunkelorange = Landwirtschaft

Sauen und Ferkel

Wirtschaftliche Einordnung

Ferkel im Auslauf, BLE/ BonnMit zunehmendem Bedarf an Ferkeln für die ökologische Schweinefleischerzeugung steigt auch der Bedarf an ökologischer Ferkelerzeugung. Soweit Ferkel aus ökologischer Erzeugung verfügbar sind, müssen sie beim Zukauf bevorzugt werden. Beim Auf- bzw. Ausbau der Sauenhaltung sollte darauf geachtet werden, dass in der näheren Umgebung genügend Schweinemäster für ein ausreichende Nachfrage an Öko-Ferkel sorgen.

Haltung von Sauen

In der Sauenhaltung wird zwischen tragenden und ferkelführenden Sauen unterschieden. Dieser Unterscheidung entsprechend stehen auch unterschiedliche Haltungssysteme zur Verfügung. Für die tragenden Sauen entspricht eine Gruppenhaltung den arteigenen Bedürfnissen der Tiere. Geeignet ist die Haltung in Gruppen in Laufstallhaltung, wobei die Platzanforderungen zu beachten sind. Den Tieren ist Auslauf zu gewähren, am besten in Verbindung mit Weidemöglichkeit. Wichtig ist, dass den Tieren im Auslauf Schutz vor Sonne und Regen geboten wird. Förderlich auf das Wohlbefinden wirkt sich eine Suhle oder eine durch die Tiere selbst zu betätigende Dusche aus. Dabei ist allerdings auf Hygiene und Vermeidung von Bodenbelastungen zu achten.

Sau mit Ferkeln, BLE/ BonnFerkelführende Sauen werden häufig einzeln in Abferkelbuchten gehalten. Es gibt aber auch Systeme, in denen die ferkelführenden Sauen in Gruppen gehalten werden und Systeme, in denen beide Formen kombiniert werden. Wichtig ist es, der ferkelnden Sau zu Befriedigung ihres Nestbautriebes trockenes Stroh zur Verfügung zu stellen. Die Fixierung der Sau ist häufig, vor allem bei ausreichendem Platzangebot nicht notwendig; sie sollte dort, wo auf sie nicht verzichtet werden kann, so kurzzeitig wie möglich, jedoch nicht länger als einige Tage erfolgen.

Es gibt mittlerweile zahlreiche Stallsysteme und auch Baulösungen für bereits bestehende Stallungen, die auf die Bedürfnisse des Ökologischen Landbaus hinsichtlich Tiergerechtigkeit abgestimmt sind. Auch die ausschließliche Haltung von Sauen im Freiland hat sich hervorragend bewährt und stellt ein tiergerechte Haltung, die sich mit geringen Kapitalaufwand realisieren lässt, dar.

Fütterung von Sauen und Ferkeln

Die Schweine müssen mit ökologisch erzeugten Futtermitteln gefüttert werden, dabei soll das Futter soweit wie möglich vom eigenen Betrieb stammen. In den Tagesrationen der Schweine ist frisches, siliertes oder getrocknetes Raufutter anzubieten. Da i. d. R. der Eiweißbedarf durch das Grundfutter gut abgedeckt wird, ist lediglich die Zugabe von etwas Getreideschrot zum Energieausgleich notwendig. Die Schrotgabe wird bis zum Abferkeln auf ca. 2,5 kg je Tag gesteigert. Die säugende Sau erhält nur noch verhalten Grundfutter, um vermehrt hochwertigeres Futter während der Laktation aufnehmen zu können.Fütterung in Offenfrontstall, BLE/ Bonn

Hervorragend geeignet als Futtergrundlage ist auch eine Schweineweide, sofern ausreichend Weidefläche zur Verfügung steht. Je nach Trächtigkeitsphase wird neben der Mineralstoffgabe 0,5 bis 2.5 kg Getreideschrot zur Energieaufwertung zugeführt. Die Ernährung von Ferkeln erfolgt auf der Grundlage von natürlicher Milch, vorzugsweise Muttermilch, der Mindestzeitraum für die Milchtränke beträgt 40 Tage.

Rassenwahl

Die Rassenwahl richtet sich vor allem nach den Bedürfnissen der Mäster. Bewährt haben sich Gebrauchskreuzungen mit einem gewissen Erbanteil an Robustrassen wie z. B. Schwäbisch-Hällisches oder Angler Sattelschwein und Deutschem Landschwein, Duroc oder Deutschem Edelschwein. Gute Erfahrungen im Ökologischen Landbau liegen auch mit Dreirassenkreuzungen vor.

Spezialinformationen zur Schweinehaltung finden Sie in der Fachinfo unter Tierhaltung- Schweine>>

Ihre Meinung || Seite drucken Druck
Stand: 04.01.2010 13:36