Umstellungsinteressierte
Gartenbaubetriebe können bei der Landwirtschaftskammer im Versuchsbetrieb
des Gartenbauzentrums Köln-Auweiler auf umfangreiche und vor allem
langjährige Versuche zum ökologischen Gartenbau
zurückgreifen. Als eine der ersten Versuchsanstalten in Deutschland
begann die Landwirtschaftskammer bereits 1978 mit Versuchsreihen zum ökologischen
Gartenbau. Heute stehen Fragen der Düngung, der Unkraut- und Krankheitsbekämpfung
bzw. der Pflanzenstärkung und der Sortenwahl im Mittelpunkt der Arbeit.
Über regelmäßig durchgeführte Geschmackstests
mit Verbrauchern werden die für den ökologischen Anbau geeigneten
Sorten hinsichtlich ihrer Geschmackseignung beurteilt.
Schwieriger als im konventionellen Gemüsebau ist eine bedarfsgerechte
Düngung, weil der Einsatz der meisten herkömmlichen
mineralischen Düngemittel nicht erlaubt ist. Organische Handelsdünger
und –für den Freilandanbau– der Zwischenfruchtanbau von
Leguminosen können hier helfen. Aus den Versuchen in Köln-Auweiler
und anderer Versuchseinrichtungen wurden beispielhaft Düngungsempfehlungen
für den Unterglas-Tomatenanbau und den Freiland- Gemüseanbau
ausgesprochen.
Gerade
im Frühjahr stellt sich im ökologischen Freiland-Gemüsebau
die Frage, wie bei noch kalten Böden und damit fehlender
Mineralisation das Wachstum auf natürliche Weise in Gang gebracht
werden kann. Hierzu wurden lange Versuchsreihen durchgeführt und
zahlreiche organische Düngemittel getestet. Die Ergebnisse hierzu
und viele weitere Informationen sind in Köln-Auweiler erhältlich.
Infos unter: www.gbz-koeln-auweiler.de
Düngungsempfehlung für ökologische Unterglaserzeugung
von Tomaten
(bei einer Ertragserwartung von 12 kg/m2)
- Verrotteter Mistkompost alle 2-3 Jahre (300 - 500 dt/ha); Kali nach
Bodenanalyse düngen
- Jungpflanzenbevorratung mit N-Dünger
- N-Sollwert 200 kg/ha - Nmin
- erforderliche Menge an organischen Handelsdüngern auf Mulchfolienbreite
(bei 70 cm breiter Folie auf 70 %) reduzieren
- 50 % des Düngers unter die Mulchfolie streuen und einarbeiten,
50 % nicht einarbeiten; nach Möglichkeit einen schnell und einen
langsam wirkenden Dünger wählen
- 2 Tropfschläuche je Einzelreihe
Öko-Düngemodell:
Ermittlung des N-Bedarfs im ökologischen Anbau
- Nmin-Gehalt vor Kulturbeginn ermitteln
- N-Nachlieferung aus der organischen Substanz (Dauerhumus) abschätzen
(März + April 2,5 kg N/ha/Woche; Mai-September 5 kg N/ha/Woche
und Mitte September bis November 2,5 kg N/ha/Woche)
- N-Freisetzung aus Ernterückständen und Gründüngung
abschätzen (aus krautigen Pflanzenteilen ca. 25 kg N/100 dt/ha
Frischmasse; aus eiweißreichen Gründüngungen bis zu
40 kg N/100 dt/ha Frischmasse)
- N-Fixierung der Leguminosen abschätzen
- N-Freisetzung aus Wirtschaftsdüngern und organischen Handelsdüngern
(je nach Art und Vermahlungsgrad unterschiedlich!) abschätzen.
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