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Bios-Rempe GmbH

 

Gabriele Rempe, Foto: P. Hensch

Gabriele Rempe bietet ihren Kunden einen Komplettservice per Telefon.

Adresse Gabriele Rempe, Großmarkt-Frischezentrum, 59010 Hamm, www.bios-rempe.de  
Gründungsjahr 1997  
Sortiment ca. 700 Artikel, davon 25% Eigenmarken, 35 % ready cuts, 35 % Trockensortiment und Fleisch, 5 % geriebener Käse  
Mitarbeiter 8  
Absatzkanäle Mensen, Kindergärten, Schulen, Kantinen, Betriebsrestaurants, Gastronomie  
Umsatz rund 4,5 Mio € im Jahr 2005  
 

„Bio-Menüs per Telefon“

 

Erdbeeren küchenfertig verarbeitet. Foto: P. Hensch
Sämtliche Waren für das Bio-Menü in der Gemeinschaftsverpflegung werden vorverarbeitet und küchenfertig auf Bestellung angeliefert.

 

Fullservice überzeugt die Großverbraucher

„Vielen Gemeinschaftsverpflegern ist der Service noch gar nicht bekannt. Sie denken immer noch, dass sie die einzelnen Bauernhöfe abklappern müssen“, beschreibt Gabriele Rempe, geschäftsführende Gesellschafterin des gleichnamigen Fachgroßhandels Bios in Hamm, die Vorbehalte gegen den Einsatz von Bio-Produkten im Gemeinschaftsverpfleger (GV) -Segment. Doch auch wenn bekannt ist, woher Bioware bezogen werden kann, liegt oftmals ein langer Weg bis zum Einzug auf die Speisekarte.

Überzeugungsarbeit an der Küchenfront

„Am härtesten muss man in den Großküchen kämpfen, wenn Bio von oben befohlen wird“, weiß Rempe aus Erfahrung. Ihre Philosophie setzt daher direkt an der Küchenfront an. „Die
Küchenchefs müssen überzeugt werden“, lautet Rempes Devise. Damit dies gelingt, bietet die Unternehmerin der anvisierten Zielgruppe einen küchenfertigen Fullservice. Wenn gewünscht, dann rechnet sie den Wareneinsatz pro Person aus und liefert auch Kochanleitungen.

Von morgens 6 bis abends 20 Uhr ist das Unternehmen für die Kunden da. Am Telefon wird dann meist nicht nur die Bestellung abgewickelt. Passt ein gewünschtes Produkt preislich nicht ins kalkulierte Menü, schlägt die Bios-Chefin entsprechende Alternativen vor. Gemeinsam mit acht Mitarbeitern stellt sie die Biozutaten für rund 200 Kunden zusammen.

Rund 75 Prozent des Gesamtumsatzes von rund 4,5 Millionen Euro im Jahr 2005 wurde mit Großküchen, der Rest mit Bäckereien erwirtschaftet. Die Bäckereien zählen zu den Kunden der ersten Stunde. „An einen Bäcker habe ich die ersten Liter Biosahne verkauft“, erinnert sich Rempe. Heute wird diese Schiene auch mit geschnittenem Obst, Käse und Gemüse beliefert.

 

Gabriele Rempe mit einigen ihrer Mitarbeiter. Foto: P. Hensch
Gabriele Rempe: „In den Großküchen ist durchaus noch Potenzial vorhanden“

 

Von der Resteverwertung zur neuen Geschäftsidee

Die Idee mit klein geschnippelten Karotten ein Geschäft aufzubauen, hatte Gabriele Rempe während ihrer Zeit als Produktentwicklerin bei der Marktgenossenschaft Naturlandbauern. Dort blieben immer wieder dicke Möhren übrig, die als Viehfutter verwertet wurden. Gleichzeitig gab es immer wieder Anfragen vom Ökologischen Großküchen-Service nach küchenfertigen Bio-Produkten für den GV-Bereich.

Doch die landwirtschaftliche Seite scheiterte an den hohen Kosten entsprechender Anlagen für die Verarbeitung des Biogemüses. Statt lange zu reden, ergriff Rempe Mitte der neunziger Jahre die Initiative und zog mit einer Kiste Möhren und Äpfel los.

Den richtigen Partner finden

Auf der Suche nach einer Lösung wurde sie bei dem Unternehmen K & P Gastroservice in Hamm fündig. Das traditionsreiche Unternehmen hatte sich mit entsprechenden Anlagen zum Herstellen von küchenfertigem Obst und Gemüse für den GV-Bereich spezialisiert.

Zunächst wollte sich die Bios-Chefin auf küchenfertiges Obst und Gemüse, so genannte „ready cuts“ konzentrieren. Doch die Kunden verlangten mehr. Im Laufe der Zeit kamen Lagerräume für Tiefkühlprodukte und für das Trockensortiment hinzu. „Das ist heute unser Marktvorteil. Mit einem Anruf können die Kunden bei uns alles auf einmal bestellen“, zieht Rempe Bilanz.

Eine professionelle Warenlogistik und die räumliche Nähe zur Verwaltung ermögliche dem Unternehmen eine direkte Lieferbereitschaft. Eine Bestellung wird in der Regel nach 24 Stunden über Frischelogistiker ausgeliefert. Das Absatzgebiet konzentriert sich auf Nordrhein-Westfalen, aber auch Mainz und Berlin werden täglich angefahren.

 

Mitarbeiter am Fließband in Bio-Großküche. Foto: P. Hensch
Bei den Kunden hat sich Bios nicht zuletzt durch die Entwicklung von Eigenmarken profiliert.

 

Eigenmarken decken Kundenbedürfnisse

Bei den Kunden hat sich Bios nicht zuletzt durch die Entwicklung von Eigenmarken profiliert. Neben den „ready cuts“ hat das Unternehmen mit geriebenem Käse und Müsli eigene Produkte entwickelt, um den Kundenwünschen gerecht zu werden. Das Angebot kommt an. Von anfänglich 24 Kilogramm geriebenem Gouda pro Monat steigerte sich der Absatz mittlerweile auf bis zu zwei Tonnen monatlich. „In den Großküchen ist durchaus noch Potenzial vorhanden“, blickt Rempe optimistisch in die Zukunft. Insbesondere bei kindgerechter Nahrung und Allergikerkost hat sie noch Bedarf ausgemacht.

„Nach den Jahren der Aufbauarbeit wird es nun langsam erfolgreich“, zieht die Unternehmerin Bilanz. „Die Entscheidungsprozesse in den Großküchen dauern einfach zu lange“, konstatiert Rempe. Mit Hilfe einer forcierten Akquisition hat die Unternehmenschefin die schwierige Phase jedoch überwunden. „Ich bin  aktiv auf potenzielle Kunden zugegangen und die Bemühungen tragen nun Früchte“, erklärt Rempe. Mittlerweile zeigt die Umsatzkurve des Fachgroßhandels Bios eine deutliche Tendenz nach oben.

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Stand: 01.01.2007 00:00