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Fachbuch zur homöopathischen Behandlung von Schweinen erschienen
Auf
einer gemeinsamen Veranstaltung der Landwirtschaftskammer Nordrhein-Westfalen
und der Carstens-Stiftung, Fördergemeinschaft Natur und Medizin, wurde im November
2006 das neue Fachbuch "Leitfaden zur homöopathischen Behandlung von Schweinen"
erstmals der Öffentlichkeit vorgestellt.
Homöopathische Behandlung über Jahre dokumentiert
In einem Langzeitprojekt zur Effektivität des Homöopathie-Einsatzes im Schweinestall waren 50 Betriebe aus dem Kreis Warendorf im östlichen Münsterland über sechs Jahre lang damit beschäftigt, die Ergebnisse einer homöopathischen Behandlung ihrer Schweine zu beobachten und ihre Erfahrungen zu dokumentieren.
In der Auswertung dieser Daten durch den Tierarzt Dr. Achim Schütte von der Carstens-Stiftung zeigte sich, dass die Homöopathie problemlos in die tägliche Routine im Schweinestall integriert werden kann. Rund 70 % der schulmedizinischen Behandlungen können laut Dr. Schütte durch Homöopathie eingespart werden.
Prophylaxe und Therapie
Darüber hinaus haben sich Homöopathika auch in der Prophylaxe bewährt. Beim Vergleich der medikamentösen Versorgung konnte im Verlauf des sechsjährigen Projektes eine deutliche Verschiebung der Anteile synthetischer Arzneimittel, wie Antibiotika und Hormone, zugunsten der Homöopathie festgestellt werden. Dadurch wird mehr als deutlich, dass die Homöopathie auch im Schweinestall eine sinnvolle Ergänzung zur konventionellen Tiermedizin ist.
Empfehlung ja, Lehrbuch nein
Aufgrund dieser positiven Ergebnisse und aus den vielen Erfahrungen der Warendorfer Arbeitsgruppe hat Dr. Achim Schütte den neuen Leitfaden erarbeitet. Er besteht aus zwei Bänden, die inhaltlich miteinander verzahnt sind: Im ersten Band werden Grundlagenwissen zur Homöopathie, rechtliche Rahmenbedingungen und allgemeine homöopathische Empfehlungen zur Vorbeuge und Therapie vermittelt.
Kurz erläutert werden ausgewählte Krankheitsbilder im Schweinestall. Wichtig
sind die zu jedem Krankheitsbild aufgeführten Tabellen der homöopathischen Arzneimittel,
die auch Angaben zu Potenzen und Dosierungsempfehlungen enthalten. Anzumerken
ist aber, dass dieser Leitfaden kein Lehrbuch über Schweinekrankheiten sein
kann und will.
Am Ende des ersten Bandes wird das Warendorfer Projekt mit den Ergebnissen und
Schlussfolgerungen vorgestellt. Im Anhang gibt es ein Fachwörterbuch, in dem
die wichtigsten Fachausdrücke der Tiermedizin für den Laien erläutert werden.
Zweiter Band praxisnah
Das
Herzstück des Leitfadens ist jedoch der praxisbezogene zweite Band. In einer
Übersichtsgrafik werden zu jedem Krankheitsbild die Hauptsymptome aufgeführt
und die zugehörigen homöopathischen Einzelmittel benannt. In weiterführenden
Abbildungen werden die jeweiligen Symptome dann noch einmal detailliert behandelt,
um das Krankheitsbild weiter einzugrenzen.
So kann nach genauer Symptombetrachtung in der Regel das richtige Mittel gefunden werden. Wenn nach intensivem Vergleich keine eindeutige Entscheidung getroffen werden kann, empfiehlt der Autor eine Mittelkombination. Die passenden Potenzstufen dazu kann der Anwender in Band 1 nachschlagen.
Praktische Handhabung im Stall
Band 2 ist ein spiralgebundenes Heft mit 85 Grafiken, die in Folie eingeschweißt sind. Der Landwirt kann das Heft problemlos mit in den Stall nehmen und vor Ort alle Symptome systematisch überprüfen. Zugleich wird immer wieder die Tierbeobachtung geschult, bei der Eingrenzung des Krankheitsbildes bleibt nichts vergessen.
Mit diesem neuen Praxis-Leitfaden wird erstmals der Weg vom Symptom zum homöopathischen
Arzneimittel durch die Abbildungen bildhaft nachvollziehbar. Anhand der gegebenen
Symptome am Schwein lässt sich so sehr schnell für den Neueinsteiger das passende
Mittel finden. Und auch erfahrenen Anwendern wird nicht nur die Arbeit erleichtert,
sondern auch viel Zeit erspart.
Dr. med. vet. Achim Schütte (2006): Leitfaden zur
homöopathischen Behandlung von Schweinen. KVC-Verlag, zwei Bände, 34,90
€.
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Quelle: LZ Rheinland Nr. 48, Josef Bunge, Landwirtschaftkammer Nordrhein-Westfalen
