Der Markt für Biokörnerleguminosen verläuft insgesamt etwas stabiler und weniger volatil als der konventionelle Markt. Allerdings wird die Ware auch hier auf einem sehr niedrigen Preisniveau gehandelt.
Die Erbsenernte konnte oft mit zufriedenstellenden durchschnittlichen Erträgen beendet werden, wo während der Blütezeit noch ausreichend Wasser zur Verfügung stand. Die anschließende lange Trockenphase ist für die späteren Kulturen eine große Herausforderung. Vor allem die wasserbedürftige Ackerbohne wird unter der Trockenheit und Hitze mit deutlichen Ertragseinbußen reagieren. Etwas besser könnten die Wintersorten abschneiden, da die Blütezeit und somit der Zeitpunkt des höchsten Wasserbedarfs vorgezogen ist. Aktuell liegt der Preis bei durchschnittlich 538 €/t. Die voraussichtlich niedrigen Erntemengen könnten für einen Preisanstieg sorgen.
Erbse und Lupine verharren aktuell auf einem sehr niedrigen Preisniveau von rund 500 €/t. Auch hier wird das Angebot die Nachfrage steuern. Da auch unsere europäischen Nachbarn unter Trockenheit und Hitze leiden, kann Ware auf dem gesamten europäischen Markt knapp und teuer werden.
Die aktuelle politische Situation am Schwarzen Meer und die korrigierten Ernteerwartungen sorgen für steigende Preise bei den konventionellen und ökologischen Sojabohnen. Der Preis für Bio-Ware ist zuletzt auf 825 €/t gestiegen. Der Import-Anteil bei Sojabohnen ist besonders hoch. Durch die aktuellen Einschränkungen bei den Transportwegen wird chinesische Ware teilweise durch afrikanische ersetzt, die allerdings ein höheres Preisniveau hat. Das treibt den Preis für deutsche Ware etwas nach oben.
Das LeguDash prognostiziert mit dem Soester Leguminosen Index (SoeLI) für alle Körnerleguminosen steigende Preise innerhalb der nächsten Monate. Anhand der Preise für MATIF-Weizen und CBoT-Sojaschrot wird ein Regressionsmodell für konventionelle Ware erstellt. Durch oft parallel verlaufende Preisentwicklungen von konventioneller und ökologischer Ware, lässt sich so auch ein Trend für Bio-Leguminosen ableiten.
Weitere Informationen finden Sie auf der LeguDash-Webseite.
Sarina Hertel, Landwirtschaftskammer NRW