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Blauzungenkrankheit: Letzte Möglichkeit für eine rechtzeitige Impfung vor der Saison 2026

17.04.2026

Jetzt besteht die letzte Möglichkeit für eine rechtzeitige Impfung der Tiere gegen die Blauzungenkrankheit vor der Saison 2026! Damit sollte für eine Immunität gegen BTV-3 gesorgt werden. 

Kühe auf der Weide, im Hintergrund Getreide

Die gegen Blauzunge verfügbaren Impfstoffe müssen zur Grundimmunisierung zwei Mal im Abstand von etwa vier Wochen verabreicht werden. Etwa zwei Wochen nach der zweiten Impfung ist dann mit einer ausreichenden Immunität zu rechnen. Gleiches gilt für die einzelne Auffrischungsimpfung. 

Da die Gnitzensaison je nach Wetterlage zwischen Mai und Juni beginnt, muss spätestens jetzt für ausreichenden Impfschutz gesorgt werden. Die Gnitze ist der notwendige Vektor/Überträger des Virus. Bedenken Sie dabei bitte auch den Terminplan Ihres Tierarztes. 

Fehlende Feldimmunität

Der Blauzungenvirustyp 3 ist in der gesamten Bundesrepublik vorhanden und Untersuchungen aus den Niederlanden haben gezeigt, dass auch in Betrieben mit deutlichem klinischem Geschehen meist mindestens ein Drittel der Tiere keine Feldimmunität aufgebaut hatte. Dies ist bedingt dadurch, dass es eben keine direkte Ansteckung von Tier zu Tier gibt, sondern nur über den Stich infizierter Gnitzen. Somit sollten aktuell alle Betriebe für eine Immunität gegen BTV-3 sorgen.

Vorsicht vor Typ 8

Zusätzlich ist im Herbst in der Südhälfte Deutschlands wieder der Blauzungentyp 8 nachgewiesen worden. Abhängig von Temperaturentwicklung und Windrichtungen kann auch dieser sich wieder schnell über ganz Deutschland ausbreiten, insbesondere da er – anders als BTV-3 – derzeit auf eine völlige naive Population treffen würde, vergleichbar mit BTV-3 im Jahr 2024. Deshalb ist auch gegen BTV-8 für den Süden und die Mitte Deutschlands eine Schutzimpfung unbedingt anzuraten. 


Dr. Peter Heimberg, 
Landwirtschaftskammer NRW, Tiergesundheitsdienst