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Merkblatt zu Fördermöglichkeiten im Ökolandbau [Stand: Juni 2015]

08.01.2016

Soeben erschienen ist ein Merkblatt zu den verschiedenen Fördermöglichkeiten im ökologischen Land- und Gartenbau. In der Veröffentlichung sind die verschiedenen Kombinationen übersichtlich zusammengestellt. Die Fördersätze seit Febr. 2015 durch EU-Kommission im Rahmen des NRW-Programms Ländlicher Raum 2014 - 2020 genehmigt.

Richtlinien zur Förderung des ökologischen Landbaus (als PDF)

Runderlass des Ministeriums für Klimaschutz, Umwelt, Landwirtschaft,
Natur- und Verbraucherschutz II A 4 - 62.71.40
vom 5. November 2015

Merkblatt zu den Fördermöglichkeiten im ökologischen Land- und Gartenbau als PDF (Stand Juni 2015)

1. MSL - Ökologische Produktionsverfahren
  • Gefördert wird die Umstellung und Beibehaltung des Gesamtbetriebes auf den ökologischen Landbau
  • Abschluss eines Kontrollvertrages mit einer in NRW anerkannten Öko-Kontrollstelle
  • Verpflichtung in der Förderung für jeweils 5 Jahre 
  • Einreichen der jeweils aktuellen Öko-Kontroll-Bescheinigung (nach der Jahresprüfung) innerhalb von 6 Wochen nach Zugang des Auswertungsschreibens der Kontrollstelle bei der zuständigen Kreisstelle der Landwirtschaftskammer NRW
Ökologischer LandbauUmstellungBeibehaltung
Euro je Hektar und Jahr
Euro je Hektar und Jahr
Steigerung vs.
Förderung bis 2014
1. und 2. Jahr
3. und 5. Jahr
ab 6. Jahr
Ackerfläche520260260+44%
Dauergrünlandfläche330220220+29%
Gemüse-/ Zierpflanzenfläche 1.440400400+33%
Dauerkulturen/Baumschulfläche2.160940940+31%
Unterglasfläche6.0005.0003.800+9%
Kontrollkostenzuschuss
50 Euro (bis zu 600 Euro je Betrieb)
2. Sonstige Agrarumweltmaßnahmen (AUM)

Grundsätze AUM

  • Förderung des ländlichen Raums durch den Europäischen Landwirtschaftsfonds für die Entwicklung des ländlichen Raums (ELER)
  • Förderung einer markt- und standortangepassten Landbewirtschaftung (GAK - Gemeinschaftsaufgabe Agrarstruktur und Küstenschutz )
  • Jedes Bundesland gestaltet eigene AUM

Voraussetzungen gelten pro Maßnahme:

  • Zuwendungsempfänger sind Betriebsinhaber, die eine landwirtschaftliche Tätigkeit ausüben und ihren Betrieb selbst bewirtschaften
  • Verpflichtung für die Dauer von 5 Jahren
  • Der Dauergrünlandanteil im Betrieb muss über die 5 Jahre bei der "Extensiven Dauergrünlandnutzung" erhalten bleiben (absolutes Umbruchverbot); ebenso wie bei der Maßnahme "Ökologische Produktionsverfahren im Gesamtbetrieb"
  • Verpflichtungszeitraum beginnt am 1. Juli des Antragsjahres
  • Es handelt sich um landwirtschaftliche Produktionsflächen in NRW

Förderprogramme für den Ökolandbau mit Grundantragstellung zum 30.06.2015

Weitere Erläuterungen zur Förderung finden Sie unter www.landwirtschaftskammer.de

3. Agrarinvestitionsförderungsprogramm (AFP)

Grundsätze des AFP

Unterstützung einer wettbewerbsfähigen, nachhaltigen, umweltschonenden, tiergerechten und multifunktionalen Landwirtschaft. Die AFP-Förderung soll zu Verbesserungen der Produktions- und Arbeitsbedingungen führen, der Rationalisierung und Senkung der Produktionskosten dienen und zur Erhöhung der betrieblichen Wertschöpfung beitragen.

Wer ist förderfähig?

Unternehmer/Innen mit Betriebssitz und Investitionsstandort in Nordrhein-Westfalen, die die beruflichen Fähigkeiten für eine ordnungsgemäße Führung des landwirtschaftlichen Betriebes  nachweisen, über eine betriebswirtschaftliche Vorwegbuchführung für mindestens 2 Jahre (mit angemessener bereinigter Eigenkapitalbildung) verfügen und den Nachweis über die Wirtschaftsfähigkeit des Unternehmens und der durchzuführenden Maßnahme belegen können.

Ein Anspruch auf Gewährung besteht allerdings nicht!

Was wird gefördert?

Investitionen in langlebige Wirtschaftsgüter (für die Primärproduktion und die Verarbeitung und Vermarktung)   

Weitere, hier nicht aufgeführte Bedingungen sind zu beachten!

  • Förderungen Stallbauten erfolgt nur in den Fällen der besonders artgerechten Tierhaltung!
  • Förderungsfähiges Mindestinvestitionsvolumen beträgt 20.000 €
  • Das förderungsfähige Netto-Investitionsvolumen ist auf 750.000 € beschränkt
  • Max. 40 % der Investition können gefördert werden
  • Gebäudeinvestitionen nur dann, wenn dadurch Energieeinsparungen erzielt werden

Besonders interessant für Biobetriebe: Anforderungen an besonders tiergerechte Haltungsbedingungen (Diese werden in den meisten Fällen schon durch die Auflagen gemäß Öko-Verordnung erfüllt.)

Haltungsbedingungen beziehen sich nur auf den zu fördernden Stall, Kriterien müssen 5 Jahre ab der Bewilligung eingehalten werden.

Zuschusshöhe

Ziel-Tierbestand

35%

Bis 100 Milchkühe

52%

101 bis 150 Milchkühe

15%

Mehr als 150 Milchkühe

40%

Bis 200 Zuchtsauen

30%

Mehr als 200 Zuchtsauen

40%

Geflügel- und Mastschweinehaltung

35%

Übrige Tierhaltung

Junglandwirten (zum Zeitpunkt der Antragstellung jünger als 40 Jahre) wird zusätzlich ein Zuschuss von 10 % (max. 10.000 €) gewährt.

Eine Reihe von denkbaren Investitionsmaßnahmen werden allerdings nicht gefördert! So z.B. der Erwerb von Produktionsrechten, Maschinen und Geräte für die Innen- und Außenwirtschaft; Investitionen in Wohnungen und Verwaltungsgebäude, Landankauf, Gebrauchtgüter  uvm.     

Weitere, hier nicht aufgeführte Bedingungen sind zu beachten!

Die Beantragung der AFP-Förderung ist aufwendig, zeitraubend und unter anderem im Hinblick auf den Mittelabruf (Verwendungsnachweis) kompliziert und erfordert in der Regel Spezialwissen.

Für die Beantragung und Abwicklung einer durch AFP geförderten Maßnahme wird daher dringend die Einschaltung eines Betreuers empfohlen!

LUB - Landwirtschaftliche Unternehmensberatung Nordrhein-Westfalen GmbH beantwortet Ihnen weitere Fragen zum AFP www.lub-nrw.de

Quelle: Christa Zielinski und Georg Pohl, Landwirtschaftskammer NRW, Fachbereich 53 - Ökolandbau, Tel.: 0221-5340-272, E-Mail: georg.pohl@lwk.nrw.de , 03. Juni 2015

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