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Die Bio-Märkte im Juli

26.08.2021
Ökogetreide bleibt gefragt

Mitte August 2021 lagen die Erzeugerpreise für konventionell erzeugten Futterweizen zwischen 190 und 217 €/t, für Brotweizen zwischen 196 und 227 €/t, für Roggen zwischen 158 und 189 €/t, für Hafer zwischen 145 und 178 €/t sowie für Körnermais zwischen 230 und 265 €/t. Am Markt für Ökogetreide erreichte Backweizen – nach Angaben der Agrarmarkt Informations-Gesellschaft mbH (AMI) – einen Preis von 335 bis 440 €/t (Verkaufspreis an den Handel), Futterweizen zwischen 290 und 330 €/t, Roggen zwischen 240 bis 300 €/t und Hafer zwischen 280 und 360 €/t. Die Preise tendieren sowohl für konventionell erzeugtes als auch ökologisch erzeugtes Getreide Mitte August weiter fest.

Ein kühler April und Mai, trockene und heiße Tage im Juni und ein sehr wechselhaftes Wetter mit Starkregen im Juli und August sorgten für unterschiedliche Ergebnisse bei der Ökogetreideernte in Bezug auf den Ertrag pro Hektar und die Qualitäten, sprich Proteinwerte, Hektolitergewicht und Fallzahlen. Vielfach kam es auch zu Durchwuchs- und Lagergetreide. Die Trocknungskosten sind für zu feucht eingebrachtes Getreide im Vergleich zu den Vorjahren stark gestiegen und haben die Rentabilität entsprechend eingeschränkt. Ähnlich wie bei konventioneller Futtergerste waren auch für die ökologisch erzeugte Wintergerste teilweise zu niedrige Hektolitergewichte zu verzeichnen. Der Handel und die Verarbeiter halten sich Mitte August mit dem weiteren Zukauf von Ökogetreide noch zurück und Neugeschäfte kommen nur selten zustande, denn das Kontraktgeschäft überwiegt. Gesucht ist unverändert Dinkel, wobei sich langsam eine Marktsättigung andeutet. Fallzahlen und Proteinwerte sind bisher gut, das Hektolitergewicht ist teilweise etwas zu niedrig. Konventionell erzeugter Dinkel kostet 240 €/t, für ökologisch erzeugte Ware sind 400 bis 500 €/t (Rohware) fällig.

Bei Futtergetreide sind die Erzeuger mit den Erträgen überwiegend zufrieden. Langsam nimmt auch das Kaufinteresse der Futtermühlen zu. Die Erzeuger halten sich mit dem Verkauf der neuerntigen Ware überwiegend noch zurück. Futtermais hat sich bisher gut entwickelt und die Aussichten für stabile bis leicht steigende Preise sind insgesamt für Futtermais recht gut.

Allein im letzten Jahr stieg der Umfang der ökologisch bewirtschafteten Flächen in Deutschland um 5,5 %. Insgesamt beträgt die ökologisch bewirtschaftete Fläche in Deutschland damit 1,7 Mio. ha. Das ist ein Anteil von 10,3 % an der gesamten landwirtschaftlichen Fläche. Damit ist die ökologisch bewirtschaftete Fläche innerhalb von nur fünf Jahren um fast 60 % gestiegen.

Insgesamt betrachtet dürfte die Vermarktung von ökologisch erzeugtem Brot- und Futtergetreide auch im Wirtschaftsjahr 2021/22 bei einer weiter steigenden Nachfrage gut verlaufen. Mit dem Vorliegen der endgültigen Ernteergebnisse hinsichtlich Ertrag und Qualitäten werden Erzeuger und Abnehmer neue Verkaufsgespräche führen.

Heiner Wurm,

Landwirtschaftskammer NRW


 

Milch

Anhaltend gute Nachfrage: Die Erzeugerpreise für biologisch erzeugte Milch blieben im August größtenteils unverändert. Die Nachfrage im Lebensmitteleinzelhandel nach Milch aus ökologischer Erzeugung ist unverändert gut.

 


Rinder

Knappe Versorgung sorgt für steigende Preise: Die Nachfrage der Verbraucher nach ökologisch erzeugtem Rindfleisch ist weiterhin gut. Die knappe Versorgung sorgt dafür, dass sich die Preise deutlich von den konventionellen Preisen entkoppeln.

Kartoffeln

Gute Nachfrage nach Bio-Speisekartoffeln: Bei den Bio-Speisekartoffeln wird die Nachfrage als gut beschrieben. In den letzten Wochen dominierten Bio-Speisefrühkartoffeln aus der Pfalz das Angebot. Mittlerweile können sich die deutschen Anbaugebiete weitestgehend selbst versorgen. Auch in Nordrhein-Westfalen nimmt das Bio-Speisekartoffelangebot stetig zu. Die Erzeugerpreise liegen aktuell über dem Niveau des Vorjahres. Zunehmend rückt die Haupternte in den Fokus. Bei der Abreife der Bestände sind teilweise geringe Unterwassergewichte und offene Lentizellen ein Thema. Wo sich die Erträge und Qualitäten vor dem Hintergrund der diesjährigen eher kühleren und wechselhafteren Witterung endgültig widerfinden werden, kann aktuell noch nicht abschließend beurteilt werden.

Schweine

Öko-Schweine laufen gut: Die Ökoschweine laufen gut. Nach dem Vertragsangebot von Edeka mit Preisen von deutlich über 4 €/kg und einer Laufzeit von über zehn Jahren wird das Preisgefüge deutlich nach oben geschoben. Bei Ferkelkosten von rund 170 € laufen die Kostenkalkulationen für die Mast aber auch auf einen notwendigen Preis von über 4 € hinaus. Trotzdem hält sich die Umstellungsbereitschaft in Grenzen. Konventionelle Betriebe mit Stroh gibt es kaum noch und neue Ställe sind – auch im Hinblick auf die steigenden Baukosten – oftmals kaum umbaubar. Die Baukosten für den Öko-Mastplatz „neu“ liegen schnell bei 2 000 €. Trotzdem: Der Öko-Schweinebereich entwickelt sich langsam, aber stetig.

Geflügel

Biogeflügel expandiert: Die Ergebnisse der vom Statistischen Bundesamt veröffentlichten Landwirtschaftszählung 2020 zeigen einen stabilen Aufwärtstrend bei der Haltung von Biogeflügel gegenüber der Erhebung aus 2016. Der Marktanteil des nach ökologischen Vorschriften gehaltenen Geflügels ist jedoch weiterhin gering. Von 2016 bis 2020 stieg die Zahl der Betriebe mit Biolegehennen von 3 743 auf 5 213. Die Zahl der Biohennen wuchs von rund 4,5 auf 5,8 Mio. Die Zahl der Betriebe mit Biomasthähnchen stieg von 345 auf 441. Die Anzahl der gemästeten Tiere erhöhte sich von rund 1,2 auf 1,3 Mio. Der Bioanteil am Hähnchenmarkt liegt unter 1,5 %. Die Zahl der Betriebe mit Bioputen stieg von 126 im Jahr 2016 auf 133 im Jahr 2020. Die Tierzahl stieg von rund 202 000 auf 231 000. Puten. Das entspricht einem Marktanteil von 2 % der insgesamt gehaltenen Puten. Bei den Enten und Gänsen nahmen die Zahlen der unter ökologischen Bedingungen gemästeten Tiere ab.

Landwirtschaftskammer NRW,

Referat Markt

 

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