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Weniger Verpackung - weniger Müll

13.07.2017

Die Tradition eines Tante-Emma-Ladens und gleichzeitig die Welt ein bisschen besser  machen – mit dieser Mischung lässt sich das Konzept eines neuen Bioladens in Bonn-Duisdorf beschreiben, denn Hilke und Tim Deinet setzen neben hochwertigen Bioprodukten vor allem auf den verpackungsfreien Einkauf.

Die meisten Lebensmittel, wie zum Beispiel verschiedene Müsli-, Getreide- oder Bohnenarten, aber auch Nudeln, gibt es lose in durchsichtigen Schütten und jeder Kunde füllt die gewünschte Menge in seine eigenen Gefäße ab. Bezahlt wird nach Gewicht. Wer keine Dosen dabei hat, kann Papiertüten, hübsche Blechdosen oder Glasgefäße kaufen – und beim nächsten Einkauf wieder mitbringen. Auch Öle, Gewürze, mehrere Kaffeesorten und sogar Fruchtgummi gibt es lose.

Außerdem gehören Obst und Gemüse, Brot, eine Theke mit frischem Käse und Wurst, aber auch Milchprodukte, Brotaufstriche, Honig, Seifen und flüssige Waschmittel zum Sortiment. Und die Kunden kommen tatsächlich mit ihrer Tupperdose und lassen sich den Käse darin einpacken.

Idee aus Australien

"Wir versuchen, ein breites Sortiment, ähnlich wie im guten alten Tante-Emma-Laden anzubieten." Gleichzeitig lädt der Laden zum Verweilen ein, denn eine Kaffeebar und einige Tische runden das Angebot ab, mittags gibt es ein warmes Gericht.

Seit dem 21. Mai ist der Laden unter dem Namen Freikost Deinet eröffnet. Das Motto lautet "verpackungsfrei, natürlich, gut". Hilke und Tim Deinet freuen sich jetzt schon über viel Resonanz, denn verpackungsfreie Geschäfte gibt es bisher in NRW nicht. Hilke Deinet ist Geografin und hat diese Idee aus Australien mitgebracht. Da sie sich unter anderen als Initiatorin der Ersten Solidarischen Landwirtschaft in Bonn schon viele Gedanken über Nachhaltigkeit gemacht hat, passte diese Idee einfach.

"Wir haben eineinhalb Jahre geplant, ein Standortkonzept entwickelt und Kontakte zu Lieferanten geknüpft, bis wir schließlich nach einem Ladenlokal gesucht haben", berichtet Hilke Deinet. Und der Standort in der Duisdorfer Fußgängerzone ist perfekt, denn die ehemalige Metzgerei hat nicht nur eine Küche, in der der Vater von Tim Deinet als gelernter Koch leckere Salate, Snacks und das warme Essen zaubert, sondern auch genügend Lagerraum für Waren, denn die werden in großen Säcken eingekauft, auch hier wird auf die Vermeidung von Verpackung geachtet. Alle Produkte sind aus Bioerzeugung oder biozertifiziert.

Deinets achten darauf, dass ihre Lieferanten alle möglichst aus der näheren Umgebung kommen, um Transportwege zu vermeiden. Aber natürlich geht das nicht bei allen Produkten. Hier hilft dann auch der Zufall manchmal, einen Lieferanten zu finden. Tim Deinet ist Lebensmittelanalytiker an der Universität Bonn und hat an einem Kaffeeprojekt mitgearbeitet. Darüber hat Kontakt zu einem Kaffeeröster bekommen, der zahlreiche Bio-Kaffee-Erzeuger persönlich kennt.
Viele Produkte sprechen durch Farbe oder Geruch für sich selber, wenn man bunte Linsen zwischen grünen Mungbohnen  und gelben Sojabohnen anschaut, lockt keine bunte Verpackung mit Werbung.

Breit aufgestellt

Ob die verpackungsfreien Produkte, das  Lebensmittelsortiment des täglichen Bedarfs oder vielleicht auch eher der Cafébereich mit dem Mittagstisch den Laden tragen werden, ist nach so kurzer Zeit noch nicht zu sagen. "Wir haben uns bewusst so breit aufgestellt, um mehrere Standbeine zu haben."

Auf Dauer soll der Laden nach dem Solidarprinzip geführt werden. Angelehnt an das Konzept der solidarischen Landwirtschaft  können Verbraucher Freikost-Mitglieder werden und zahlen einen monatlichen Mitgliedsbeitrag. Dafür können sie zu günstigeren Preisen einkaufen. So soll eine nachhaltige Form der Lebensmittelversorgung realisiert werden. Wer kein Mitglied ist, zahlt die normalen Ladenpreise.

Weitere Infos zum Laden gibt es unter www.freikost.de.

Quelle: Natascha Kreuzer, LZ Rheinland, Ausgabe 24, 13. Juni 2014

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