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ABD fordert, Bio-Fleisch ins Fleischkennzeichnungssystem einzubeziehen

28.05.2018

Das Aktionsbündnis der Bioschweinehalter Deutschland (ABD) begrüßt es, dass die Politik eine einheitliche Kennzeichnung von Fleisch anstrebt. Dabei fordern wir, dass Bio-Fleisch in dieses Kennzeichnungssystem einbezogen wird.

Mit der Kennzeichnung von Fleisch wird das Ziel verfolgt, es den Verbrauchern und Verbraucherinnen bei der Auswahl der Fleischqualität einfach zu machen. Den Tieren soll mehr Platz, Wühlmaterial und möglichst auch Auslauf nach draußen angeboten werden. Für diese Haltungsverfahren steht insbesondere die ökologische Schweinehaltung.

Bio-Fleisch steht aber für wesentlich mehr: Die Schweine werden ökologisch gefüttert und im Acker- und Pflanzenbau wird auf chemisch-synthetische Pflanzenschutz- und Düngemittel verzichtet. Vielseitige Fruchtfolgen, ein der Fläche angepasster Viehbesatz und mechanische Unkrautregulierung sorgen dafür, dass der gesamte landwirtschaftliche Betrieb ökologisch bewirtschaftet wird.

Bleibt Bio-Fleisch bei der Kennzeichnung außen vor, erschwert dies den Kunden und Kundinnen die schnelle Entscheidung an der Ladentheke. Wenn anderes Fleisch mit hohen Haltungsvorgaben beworben wird, könnten sich auch Bio-Kunden in der Eile des Einkaufs ungewollt für dieses Fleisch entscheiden. Im Übrigen macht der Handel es schon vor. Sowohl Lidl als auch Netto beziehen die ökologische Fleischerzeugung ganz selbstverständlich in ihr Zertifizierungssystem ein und stufen diese Erzeugungsform als höchste Qualität ein.

An der Entwicklung tiergerechter Haltungsverfahren haben Bio-Schweinehalter im besonderen Maße mitgewirkt. Das betrifft beispielsweise Buchtentypen, die freies Abferkeln ermöglichen, oder die Anwendung von Verfahren zur Betäubungslosen Kastration. Auch vor dem Hintergrund dieser Pionierarbeit, von der konventionelle Betriebe massiv profitieren, ist es nicht nachvollziehbar, gerade Bio-Betriebe von der Kennzeichnung von Fleisch auszuschließen.

Das Aktionsbündnis der Bioschweinehalter Deutschland fordert daher, Bio-Fleisch in das System einer einheitlichen Fleischkennzeichnung einzubeziehen. Die Fleischkennzeichnung muss verpflichtend sein, damit die Verbraucherinnen und Verbraucher in jedem Geschäft sicher ihre Entscheidung treffen können. Die Kennzeichnung von Eiern in vier Stufen hat sich bewährt und ist den Verbrauchern und Verbraucherinnen bekannt. Es bietet sich geradezu an, dieses System auch auf die Fleischkennzeichnung zu übertragen und dabei Bio-Fleisch in gleicher Weise mit der Stufe "0" als höchste Qualität zu bewerten.

Quelle: Pressemitteilung Aktionsbündnis der Bioschweinehalter Deutschland (ABD) e.V., Bundesfachverband für die ökologische Schweinehaltung, 28. Mai 2018

 

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