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Was kommt auf die Landwirte zu?

31.12.2021

Enttäuschend waren die Getreideerträge, insbesondere für Winterweizen mit 79,3 dt/ha und Wintergerste mit 74,1 dt/ha. Vielfach waren Hektolitergewicht, Proteinwerte oder Fallzahl zu niedrig. Deutschlandweit erzielten Schleswig-Holstein und Nordrhein-Westfalen im Jahr 2021 die höchsten Getreideerträge. Auch für Raps wurden eher durchschnittliche Ergebnisse erzielt. Bei einer Kartoffelanbaufläche in Höhe von rund 38 000 ha lagen die durchschnittlichen Erträge bei 460,7 dt/ha und damit über dem Ertragsniveau Deutschlands.

Herausforderungen nehmen zu

Nach Einschätzung der Rabo Bank, Niederlande, ist mit einer extremen Verteuerung der Betriebsmittel für die Ernte 2022 zu rechnen. Den Marktanalysten zufolge dürfte sich insbesondere die in den vergangenen Monaten verzeichnete kräftige Kostensteigerung für Düngemittel fortsetzen. Außerdem prognostizieren die Fachleute deutliche Preisanstiege für Saatgut und Pflanzenschutzmittel. Zwar werden sich die Erzeugerpreise für Getreide und Ölsaaten fest entwickeln, aber die Gewinnmargen kommen trotzdem unter Druck. Darüber hinaus rechnen viele Marktakteure mit einer knappen Weizenversorgung im kommenden Jahr, weil die aktuelle Hausse der Düngemittelpreise zu einem rückläufigen Einsatz dieser Betriebsmittel und damit zu geringeren Erträgen bei der Ernte 2022 führen könnte. Wie die EU-Kommission mit Blick auf den Außenhandel mit Weizen ausführte, ist für 2021/22 mit Drittlandsexporten von insgesamt 30 Mio. t zu rechnen, womit das Vorjahresvolumen um 9,6 % übertroffen würde. Dagegen wird eine Einschränkung der Importe um fast 520 000 t Weizen oder gut ein Viertel auf nur noch 1,5 Mio. t erwartet. Aufgrund der extrem niedrigen Erzeugerpreise für Ferkel und Mastschweine, hohen Preisen für Futtermittel und Energie wird sich die finanzielle Situation der Betriebe mit Schweinehaltung auch im Wirtschaftsjahr 2021/22 nicht deutlich verbessern, zumal die Binnennachfrage nach wie vor gering ist und auch die Exportmöglichkeiten eingeschränkt sind. Bessere Betriebsergebnisse sind für die Betriebe mit Milchviehhaltung oder Rinderhaltung zu erwarten.

Herbstgutachten 2021

Die führenden Wirtschaftsforschungsinstitute sehen die wirtschaftliche Lage nach wie vor von der Corona-Krise gekennzeichnet. Die deutsche Wirtschaft befindet sich dennoch auf einem Wachstumspfad. Die Warenexporte werden durch die Lieferengpässe und die Materialknappheit ausgebremst. Trotz guter Auftragslage werden die Ausfuhren vorerst weiterhin nur schwach expandieren. Erst für die zweite Jahreshälfte 2022 ist wieder mit einer stärkeren Dynamik zu rechnen. Im Dienstleistungshandel besteht Aufholpotential. Auch die Bauinvestitionen leiden unter einem Mangel, daraus resultieren kräftige Preisanstiege für Baustoffe. Hier wird sich die Lage nach Einschätzung der Institute schneller beruhigen als bei industriellen Vorprodukten. Somit ist im kommenden Jahr 2022 mit einer sehr regen Bautätigkeit zu rechnen, zumal die Finanzierungsmöglichkeiten günstig bleiben. Im gewerblichen Bau ist 2022 das Nachholen einiger zurückgestellter Vorhaben zu erwarten. Im öffentlichen Bau dämpft die angespannte Lage der Kommunen die Investitionstätigkeit.

Die Erholung am Arbeitsmarkt setzt sich fort. Die Zahl der Erwerbstätigen steigt seit dem Sommer beschleunigt an. Im kommenden Jahr nimmt die Erwerbstätigenzahl dann um 450 000 Erwerbstätige im Jahresdurchschnitt zu.

Die Reduktion der CO2-Emmissionen, die Stabilisierung des Rentensystems und die Beschleunigung der Digitalisierung sind große Herausforderungen, die bei einer gleichzeitigen demografisch bedingten Verlangsamung des Potenzialwachstums bewältigt werden müssen.


Rohstoffmangel trifft Wirtschaft

Der Rohstoffmangel trifft die Wirtschaft in ihrer ganzen Breite. Über alle Wirtschaftszweige hinweg melden rund 83 % der Betriebe Preisanstiege oder Lieferprobleme bei Rohstoffen, Vorprodukten und Waren. Weil Halbleiter fehlen, müssen eine hohe Zahl von Beschäftigten Kurzarbeit annehmen. Im Zuge des Rohstoffmarkts sehen sich sehr viele Firmen zu Preiserhöhungen gezwungen. Außerdem ist fast jeder dritte Betrieb damit konfrontiert, dass zugesagte Lieferungen wieder storniert werden. Zu spüren bekommen Unternehmen die Lieferengpässe und Preisanstiege insbesondere bei direkten Vorprodukten, Stahl, Aluminium, Kupfer und Holz. Die höheren Preise für Rohstoffe haben auch Auswirkungen auf die Liquidität der Unternehmen. Aufgrund der Entwicklungen im Bereich der erneuerbaren Energien sind auch für Rohstoffe wie Zinn oder Kobalt Engpässe zu verzeichnen. Das Thema Rohstoffbeschaffung innerhalb Europas wird die Unternehmen also auch in den nächsten Monaten stark beschäftigen.

Heiner Wurm,

Landwirtschaftskammer NRW

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