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2016: Geringere Öko-Winterweizenerträge

10.11.2016

Die Landessortenversuche mit Ökoweizen sind ausgewertet. Was in diesem Jahr auffiel und welchen Kalamitäten mit pflanzenbaulichen Maßnahmen vorgebeugt werden kann, erläutert Dr. Claudia Hof-Kautz, Landwirtschaftskammer Nordrhein-Westfalen.

In diesem Jahr wurde weniger Gelbrost beobachtet, wohl auch deshalb, weil viele anfällige Sorten aus den Versuchen herausgenommen wurden. Dennoch dürfte das Thema nicht vom Tisch sein. Vermutet werden neue Gelbrostrassen, da die Resistenzgene in den Sorten durchbrechen können. Expertenmeinungen zufolge wird sich dieser Gelbrosttrend fortsetzen und es ist auch in den folgenden Jahren mit Gelbrost zu rechnen. Wichtigste Gegenmaßnahmen sind die Beseitigung des Ausfallgetreides, eine intensive Stoppelbearbeitung und die richtige Sortenwahl inklusive des Anbaus von mindestens zwei als gelbrostgesund eingestufte Sorten zur Risikostreuung im Betrieb.

Bei den Sorten fällt auf, dass einzelne Gelbrostwerte an einigen Standorten sehr hoch sein können, wie zum Beispiel 7,0 bei der Sorte Angelus in Frankenhausen, siehe Tabelle 4. Im Mittel müssen Sorten wie Lukullus (4,1), Angelus (3,6) und Manitou (3,4) im Auge behalten werden. Seit einigen Jahren werden die Ergebnisse in einem Anbaugebiet 3 (ABG 3 "Lehmige Standorte West") mit den Bundesländern Niedersachsen und Hessen gemeinsam verrechnet.

Ziel ist es, in den Anbaugebieten eine ausreichende Anzahl an Versuchen mit zuvor abgesprochenen einheitlichen Sortimenten zu betreuen, Versuchsplanung und Durchführung effizienter zu gestalten und eine bessere statistische Absicherbarkeit zu erzielen. Außerdem können so weitere zusätzliche für den Ökolandbau wichtige Parameter, wie Bodenbedeckungsgrad, Blattstellung oder Feuchtklebergehalte, ermittelt werden.

Standorte und Sorten

In NRW erzielten die Standorte Lichtenau und Warstein-Belecke in 2016 im Mittel aller Sorten mit 56,2 und 50,1 dt/ha einen guten Weizenertrag. Wendlinghausen lag mit 29,1 dt/ha eher auf niedrigem Niveau, da hier der Weizen nach Weizen angebaut wurde. Auf den guten Ertragsstandorten in Hessen und Niedersachsen wurden mit zwischen 41,6 und 67,9 dt/ha teilweise deutlich niedrigere Weizenerträge als erwartet geerntet. Im Mittel aller Standorte (48,8 dt/ha) war das Jahr 2016 schlechter als die Jahre davor, das dreijährige Mittel liegt bei 53,5 dt/ha.

Bei den Sorten überzeugten in diesem Jahr hinsichtlich des Ertrages: Genius (101 %), Angelus (102 %), Julius (109 %), Akratos (114 %), Estivus (111 %), Pionier (108 %), KWS Livius (110 %), Elixer (119 %) und Rockefeller (111 %). Im Folgenden werden die Sorten anhand der letzten drei Jahre beschrieben.

Wenn das Unkraut nicht von Anfang reguliert wird, kann dieses bei Sorten mit wenig Unkrautunterdrückungspotenzial zum Problem werden.

Alle Tabellen (als PDF): Landessortenversuche Öko-Winterweizen 2016

Mehrjährig geprüfte E-Weizen-Sorten

Butaro E:

Butaro ist eine Sorte aus der biologisch-dynamischen Züchtung. Laut Züchter ist sie besonders widerstandsfähig gegen Weizensteinbrand. Mit im Mittel 90 % weist sie einen etwas unterdurchschnittlichen Ertrag im Vergleich zu den anderen Sorten auf und lag auch in 2016 nur bei 89 %. Allerdings sind bei dieser Sorte sehr hohe Qualitäten zu erwarten: Proteingehalt 11,5 % bei bestem Feuchtklebergehalt von 23,3 %. Weitere Eigenschaften sind gute Winterüberlebensfähigkeit, mittlere Bodenbedeckung, hohe Pflanzenlänge bei damit einhergehender hoher Lageranfälligkeit, aber guter Unkrautunterdrückung sowie mittlere Blattgesundheit. Insbesondere aufgrund der guten Qualitäten ist diese Sorte für den Anbau im Ökolandbau grundsätzlich zu empfehlen, allerdings auch hier wegen der Lagergefahr nicht auf gut versorgten Standorten. Auf sandigeren Böden tut sie sich aber schwerer und erreicht keine ausreichenden Erträge, daher eher auf lehmigen Standorten zu empfehlen, die nicht überversorgt sind.

Genius (E):

Genius ist eine kürzere Sorte und mehrjährig geprüft. Durch ihre Kürze hat sie zwar eine geringe Lagerneigung, kann aber Unkraut nur in geringem Maße unterdrücken. Ertraglich kommt sie im Mittel auf gute 103 %. Sie ist in der Praxis auf gut versorten Standorten, wie nach Kleegras, aufgrund ihrer Standfestigkeit im Anbau. Bei den Qualitäten kommt sie auf gute Proteinwerte (11,3 %) bei etwas geringeren Klebergehalten (20,6 %). Sie weist eine mittlere bis bessere Winterüberlebensfähigkeit auf und ist recht blattgesund. Für einen Anbau auf gut versorgten Standorten ist diese Sorte zu empfehlen.

Lukullus (E):

Diese österreichische begrannte Sorte kommt im Mittel auf einen Relativertrag von 94 %, hat aber in diesem Jahr mit etwas Gelbrost bei 90 % darunter gelegen. Hinsichtlich des Gelbrostes muss daher in den kommenden Jahren aufgepasst werden. Man darf gute Qualitäten (Protein 11,3 % und Feuchtgluten 22,6 %) fast wie bei Butaro erwarten, bei deutlich besserer Fallzahlstabilität. Die Bodenbedeckung und Unkrautunterdrückung ist gut bei mittlerer Länge und Standfestigkeit. Die Überwinterungsfähigkeit kann als mittel eingestuft werden. Außerdem scheint Lukullus recht blattgesund zu sein mit Ausnahme von Blattseptoria. Lukullus scheint in vielen Eigenschaften mittelgut zu sein, schwankt aber teilweise stark im Ertrag und den Qualitäten sowohl am Standort als auch in den Jahren. Lukullus wird derzeit nicht mehr empfohlen, da diese Sorte im Ertrag abbaut und gelbrostanfälliger ist.

Tobias (E):

Tobias ist eine weitere österreichische begrannte Sorte und steht seit vier Jahren in der Prüfung. Mit 90 % relativen Ertrags liegt sie unter dem Durschnitt. Bei den Qualitäten liegt sie im vorderen Bereich mit höchsten Protein- (11,6 %) und Feuchtglutenwerten (23,1 %). Im Bestand zeigt sich Tobias langstrohig, dicht und gleichmäßig ähnlich oder etwas besser als Capo oder Arnold. Daher ist die Unkrautunterdrückung als gut einzustufen. Allerdings hat sie auf den schwereren Standorten in Niedersachsen Schwächen in der Standfestigkeit gezeigt. Tobias ist als trockenheitstolerantere Sorte, begrannt auch gegen Wildverbiss, gleichmäßig im Bestand für den Anbau durchaus zu empfehlen.

KWS Milaneco E:

Dreijährig geprüft, liegt die Sorte KWS Milaneco bei guten 100 % Relativertrag. Die Proteingehalte liegen unter dem Durchschnitt (10,4 %), bei mäßigen Feuchtklebergehalten (19,8 %). Auffällig sind die teilweise geringen Fallzahlwerte. Diese Sorte ist langstrohig, aber relativ standfest. Positiv sind eine gute Blattgesundheit, Bodenbedeckung und Wüchsigkeit. Diese Sorte gelangt bisher nicht in die Empfehlung, weil sie nirgendwo heraussticht.

Neuerer ein- bis zweijährig geprüfter E-Weizen

Bernstein (E):

Zweijährig geprüft ist die Sorte Bernstein. Sie kommt auf gute 101 % Relativertrag. Die Proteingehalte sind knapp unter dem Durchschnitt (10,5 %) bei mäßigen Klebergehalten (19,6 %). Diese Sorte ist im Bestand später recht gleichmäßig, mittellang und aufrecht. In früherem Entwicklungsstadium ist sie dünner, aufrechter und lässt daher eher mehr Licht für Unkräuter in den Bestand. Sie scheint recht blattgesund zu sein. Sie macht somit einen guten Eindruck und wird weiter geprüft.

Axioma (E):

Ebenfalls zweijährig geprüft, liegt Axioma bei mittleren 100 % Relativertrag. Dabei hat sie bessere Protein- und Kleberwerte (12,0 und 20,2 %). In frühem Entwicklungsstadium ist Axioma im Bestand dichter, länger, sehr aufrecht, aber mit breiteren Blättern, was eine gute Unkrautunterdrückung erwarten lässt. Später erscheint sie gleichmäßig, dichter, aber auch kürzer als andere Sorten. Sie scheint recht blattgesund zu sein. In 2016 präsentierte sie sich im Bestand nicht sehr gut in NRW - ungleich, sehr kurz, dünn, kurze, kleine Ähren, teilweise blattkrank, sehr viel Unkraut -, sodass diese Sorte für einen Anbau im Ökolandbau vorerst nicht empfohlen werden kann.

Angelus (E):

Eine weitere zweijährig geprüfte Sorte ist die begrannte Sorte Angelus. Sie erreicht mittleren 100 % Relativertrag, unterdurchschnittlichen Proteingehalten (10,3 %) und unterdurchschnittlichen Feuchtkleberwerten (19,0 %). In NRW stand sie gar nicht schlecht mit 108 % Relativertrag. Im Bestand präsentiert sie sich anfänglich dicht, mittellang und aufrecht mit breiteren Blättern. Später war sie dann gleichmäßig, mittelhoch, recht dicht mit etwas mehr Gelbrost (Note 3,6), sonst blattgesund. Interessant ist diese Sorte, da sie auch begrannt ist, allerdings kann sie noch nicht ganz überzeugen.

Govelino E:

Neu im Prüfsortiment ist Govelino aus der biologisch-dynamischen Züchtung. Diese Sorte stand als Stamm in der Öko-Wertprüfung und auch schon länger auf anderen Prüfstandorten. Govelino erreichte in 2016 nur unterdurchschnittliche Erträge von 93 %, da in Niedersachsen Gelbrost (bis Boniturnote 6,0) auftrat. In NRW liegt diese Sorte bei 102 %. Die Proteingehalte liegen mit 11,2 % auf gutem Niveau, der Feuchtklebergehalt ist mit 25,6 % herausragend. Damit kann Govelino als eine der wenigen Sorten Ertrag und Qualität kombinieren. Leider sind die Fallzahlwerte sehr niedrig (152 s), was möglicherweise den unterschiedlichen Abreifezeitpunkten der Sorten geschuldet ist, frühreife Sorten stehen möglicherweise zu lange. Ansonsten präsentierte sich Govelino im Bestand sehr gut: Sehr lang, gleichmäßig, dicht, keine Unkräuter. Diese Sorte kann auf mittleren Böden ausprobiert werden; nicht zu gut versorgt, aufgrund von Lagergefahr und Gelbrost.

Helmond E:

Helmond steht zum ersten Mal in der Prüfung. Diese Sorte startet mit 94 % Relativertrag, bei überdurchschnittlichen 11,9 % Proteingehalt und herausragenden 24,5 % Feuchtgluten. Im Bestand präsentiert sich Helmond mittellang, nur mitteldicht mit etwas Unkrautaufkommen, gleichmäßig und recht blattgesund (kein Gelbrost). Weitere Ergebnisse bleiben abzuwarten.

Trebelir E:

Treblier steht ebenfalls neu in der Prüfung, kommt aber aus der Öko-Wertprüfung. Diese Sorte ist als bundesweite Verrechnungssorte hierfür aufgestiegen. Im ersten Jahr kommt sie als Sorte auf 97 % Relativertrag mit guten 11,4 % Proteingehalt und guten 23,6 % Feuchtgluten. Auf die Fallzahl (212 s) muss geachtet werden. Im Bestand ist diese Sorte mittellang bis lang und damit etwas lageranfälliger, etwas ungleich und dünn mit durchschnittlich viel Unkraut und mittel in der Blattgesundheit. Diese Sorte könnte im Probeanbau ausprobiert werden.

Royal (E):

Einjährig geprüft, startet Royal mit unterdurchschnittlichen Relativerträgen von 95 %. Die Proteingehalte liegen im Mittel (10,9 %), bei etwas besseren Klebergehalten (21,3 %). Im Bestand steht Royal mittellang bis lang (Lagergefahr), gleichmäßig, relativ dicht, wenige Unkräuter, mit langen, dicken Ähren, aber sehr blattkrank. Weitere Ergebnisse bleiben abzuwarten.

Ponticus E:

Auch neu bei uns im Sortiment ist Ponticus. Diese Sorte startet ebenfalls knapp unterdurchschnittlich mit 96 % Relativertrag. Die Proteingehalte liegen bei guten 11,3 %, die Feuchtglutengehalte ebenfalls bei guten 21,3 %. Ponticus sieht im Bestand sehr kurz aus, aber gleichmäßig mit dennoch recht viel Unkraut. Die Sorte ist lange blattgesund. Weitere Ergebnisse bleiben abzuwarten.

Mehrjährig geprüfte A-/ B- und C-Sorten

Julius A:

Die ältere Sorte Julius wurde wieder mit aufgenommen, da sie im Anbau ist und als Verrechnungssorte mitgeführt wird. Diese ehemalige B-Sorte weist mit im Mittel 108 % gute Erträge aus. Die Proteingehalte sind gering (9,4 %) mit geringen Klebergehalten (19,2 %). Diese Sorte ist etwas später reif, mittellang, standfest und relativ blattgesund. In 2016 zeigte sie sich im Bestand sehr dünn, mittellang mit mittelbreiten Blättern und hatte auch etwas mehr Unkraut. Mit guten Erträgen ist Julius als Futterweizen anbauwürdig.

Akratos A:

Auch Akratos ist eine ältere Sorte, die aber von den Vermehrern in NRW angebaut wird, sodass sie zum Vergleich mit in die Prüfung gestellt wurde. Im zweiten Jahr in NRW erzielte sie im Mittel erstaunliche 114 % Ertrag, obwohl sie sehr blattkrank war (Gelbrost, Blattseptoria), allerdings mit sehr geringen Qualitäten (9,3 % Protein, 16,6 % Kleber) und auch geringer Fallzahl (231 s). Im Bestand präsentierte sie sich dicht, lang und aufrecht mit breiten Blättern. Durch die guten Erträge ist Akratos durchaus noch anbauwürdig.

Estivus A:

Estivus kommt auf gute 114 % Relativertrag. Die Qualitäten liegen eher unter dem Durchschnitt (9,5 % Protein, 18,3 % Kleber). Im Bestand zeigt sich Estivus kurz, standfest, aber noch recht dicht, ungleich bis gleichmäßig, ähnlich Arktis. Bis auf etwas Blattrseptoria und Gelbrost ist diese Sorte recht blattgesund. Auch in 2016 konnte Estivus im Bestand (klein, ungleich, dünner, viel Unkraut) nicht so recht überzeugen.

Pionier A:

Pionier steht dreijährig im Sortiment. Sie kommt auf gute 112 % Relativertrag. Bei den Qualitätsuntersuchungen zeigt sie unterdurchschnittliche Werte auf: Rohproteingehalt 10,1 % und Kleber 17,6 %. Im Bestand zeigt sich die Sorte zunächst dünner, mittellang mit mittelbreiten Blättern, später dann relativ gleichmäßig, sehr kurz, teilweise lückig. Diese Sorte ist aber sehr blattgesund und standfest. In 2016 fiel vor allem die sehr gute Blattgesundheit positiv auf. Für bessere, gut versorgte Standorte könnte diese kurze Sorte interessant sein, sofern das Unkraut im Griff bleibt.

Elixer C:

Ertragsstarke Futterweizensorten werden seitens der Praxis gesucht. Daher wurde das Sortiment um die Sorte Elixer erweitert. Im dritten Jahr kommt diese Sorte auf erfreuliche 121 % Relativertrag. Bei den Qualitäten ist sie mit einem Rohproteinwert von 9,3 % und einem Feuchtglutenwert von 17,0 % erwartungsgemäß am unteren Ende des Prüfsortiments. Elixer ist sehr blattgesund (zweitbeste Sorte im grünen Blattapparat nach Pionier), kürzer und relativ standfest. Auch diese interessante Sorte kann auf gut versorgten Standorten angebaut werden.

Neue ein- und zweijährig geprüfte A-/ B- und C-Sorten

Manitou C:

Eine weitere ertragsstarke Futterweizensorte könnte Manitou sein. In zwei Prüfjahren kommt sie auf 107 %. Die Qualitäten sind ähnlich wie bei Elixer mit etwas besseren Klebergehalten (18,3%). Im Bestand präsentiert sie sich anfänglich sehr dünn, mittellang und aufrecht. Später steht sie kurz, dicht mit aufrechter Blatthaltung, teilweise lückig mit Unkraut. Dieser eher schlechtere Eindruck bestätigt sich 2016: Sehr kurz, dünn, viel Unkraut, ungleich und blattkrank. Vor allem der Gelbrost muss bei dieser Sorte weiter beobachtet werden. Weitere Ergebnisse bleiben abzuwarten.

Rockefeller C:

Als weitere Hochertragssorte aus dem C-Sortiment ist Rockefeller neu im Prüfsortiment. Diese Sorte steigt mit erfreulichen 111 % Relativertrag ein. Proteingehalte (9,8 %) und Feuchtglutengehalte (16,0 %) sind erwartungsgemäß schlecht. Auch die Fallzahl liegt nur bei 215 s. Rockefeller stand in NRW am Standort Wendlinghausen im Bestand recht schlecht, wobei an diesem Standort insgesamt die Bedingungen für den Weizen schlechter waren. Auf den anderen beiden Standorten präsentierte sich diese Sorte kürzer, gleichmäßig, mitteldicht, mit etwas mehr Unkraut, kurzen, mitteldicken Ähren und relativ blattgesund. Daher kann auf gut versorgten Standorten ein Probeanbau in Erwägung gezogen werden.

KWS Livius B:

Neu im Sortiment sind auch zwei B-Weizensorten. KWS Livuis kommt auf sehr gute 110 % Relativertrag bei geringeren Protein- (9,9 %) und Klebergehalten (16,6 %). Die Fallzahl ist zu niedrig (198 s). Im Bestand präsentierte sich diese Sorte recht gut: Mittellang, gleichmäßig, mitteldicht, wenig Unkraut, sehr blattgesund (Lichtenau) bis blattkrank (Belecke). Diese interessante Sorte wird weiter geprüft.

Graziaro B:

Als B-Weizen neu 2016 zugelassen stand Graziaro in der Öko-Wertprüfung. Im ersten Jahr als Sorte kommt sie auf 94 % Relativertrag. Die Proteingehalte liegen bei mittleren 10,7 %, die Klebergehalte sind demgegenüber besser bei 22,4 %. Die Fallzahl ist mit nur 160 s unzureichend. Im Bestand zeigte sich Graziaro sehr lang und lageranfälliger (Belecke, Wendlinghausen) bis noch standfest (Lichtenau), gleichmäßig, dicht, keine Unkräuter, lange, dunklere, dicke Ähren,l aber eher nur mittelblattgesund. Diese Sorte würde eher auf weniger gut versorgte Standorte passen.

Fazit für 2016

  • Gelbrost war in diesem Jahr wieder zu sehen, aber durch den Wegfall stark anfälliger Sorten eher weniger auffällig als in den Jahren zuvor.
  • Langjährig geprüft und ausgewogen in Ertrag (105 %) und Qualität (11,3 % Protein) ist Genius. Dieser kurze Weizen passt auf gut versorgte Standorte. Hier könnten auch die kurzen Futterweizen Pionier (A) und Elixer (C) angebaut werden, die noch mehr Ertrag erbringen (113 bis 125 %), aber keine Qualitäten liefern. Julius und Akratos, ebenfalls Futterweizen, passen eher auf mittlere Standorte (109 und 115 % Ertrag). Ausprobieren kann man als ertragsbetonte Sorten auch KWS Livius, eine B-Weizen (110 %) oder Rockefeller, einen C-Weizen (113 %).
  • Wer mehr Qualität haben will, ist mit dem langjährig geprüften Butaro auf der sicheren Seite (23,3 % Kleber). Auch Tobias ist qualitätsstark (23,1 % Kleber) und zudem noch begrannt (trockenheitstolerant, gegen Wildverbiss). Aus der Öko-Züchtung kommen dann noch weitere qualitätsbetonte Sorten nach: Govelino (25,6 % Kleber) oder Trebelier (23,6 % Kleber).

Saatgutbezug

Die Verwendung von ökologisch erzeugtem Saat- und Pflanzgut ist grundsätzlich gemäß EU-Bioverordnung vorgeschrieben. Der Saatgutbezug kann über die Ökosaatgutvermehrer aus NRW zum Beispiel Bioland-Z-Saatgutliste, erhältlich beim Bioland Landesverband NRW erfolgen. Die Verfügbarkeit einzelner Sorten finden Sie im Überblick unter: www.organicXseeds.de

 

Quelle: Dr. Claudia Hof-Kautz , Ökoteam der Landwirtschaftskammer NRW

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