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Neuer Biostickstoffdünger aus Klee

20.07.2017

Wissenschaftler der Hochschule für Technik und Wirtschaft (HTW) in Dresden haben einen nachhaltigen Stickstoffdünger für den Biogemüsebau entwickelt. Die Düngepellets aus Rot- und Weißklee sind bald im Handel verfügbar.

Für die Entwicklung dieses neuen Stickstoffdüngers haben die Wissenschaftler Klee direkt nach der Ernte getrocknet und zu Pellets verarbeitet. In Feld-versuchen zeigte sich, dass der Stickstoffbedarf von beispielsweise Spinat durch die Pellets vollständig gedeckt werden konnte. Auch konnten sie die Versorgung mit allen weiteren Makro- und Mikronährstoffen sicherstellen. Die Düngewirkung ist nach Aussagen der Forscher vergleichbar mit der von Hornmehl, das im Ökolandbau als Handelsdünger bewährt ist. Ein Start-up-Unternehmen stellt die Pellets nun her und wird sie noch in diesem Jahr unter dem Namen „KleePura“ im Bio-Einzelhandel und im Internet vertreiben.

Klee als ideale nachhaltige Stickstoffquelle

Weiß- und Rotklee erwiesen sich als ideal zur Herstellung der Pellets, da die Pflanzen ein enges Verhältnis von Kohlenstoff zu Stickstoff aufweisen. Damit garantieren die Pellets eine schnelle Umsetzung nach der Düngung. Zudem können pro Jahr 70 bis 100 Doppelzentner Trockenmasse geerntet werden, was eine rentable Pellet-Erzeugung ermöglicht. Um hohe Erträge mit ausreichenden Stickstoffgehalt zu erzielen, sind laut den Wissenschaftlern bei der Sommerernte enge Schnittintervalle von etwa zwei Wochen entscheidend.

Alternative zur Verwertung konventioneller Reststoffe

Viele Kulturen im ökologischen Gemüsebau haben einen hohen Stickstoff-bedarf. Die derzeit verfügbaren ökologischen Dünger sind dafür oft nicht ausreichend, weshalb Ökolandwirte zugelassene Reststoffe aus der konventionellen Landwirtschaft einsetzen. Die ökologisch erzeugten Klee-Pellets stellen nach Ansicht der Forscher eine gute Alternative dar.

Das Bundeslandwirtschaftsministerium hat die dreijährige Studie im Bundesprogramm Ökologischer Landbau und andere Formen nachhaltiger Landwirtschaft (BÖLN) gefördert. Die Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung (BLE) betreute die Forschungsarbeiten als Projektträger.

Weitere Informationen zur Studie gibt es unter

http://orgprints.org/31177/1/31177-11OE109-htw-dresden-schmidtke-2016-duengemittel-gemuese.pdf

Quelle: Pressemitteilung der Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung (BLE); Bonn, 19. Juli 2017

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