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Herausforderung Bio-Gemüse

23.02.2017

Das Interesse des Handels an Produkten aus dem biologischen Acker- und Gemüsebau ist allgemein groß. Dies gilt vor allem für Verarbeitungs- und Frischmarktgemüse; hier nehmen hiesige Betriebe kaum an dem wachsenden Markt teil. Eine Umstellung auf biologischen Pflanzenbau ist immer auch verbunden mit dem Einstieg in eine gewisse Vielfalt im Betrieb, denn ökologische Pflanzenerzeugung findet immer in einer auf den Betrieb abgestimmten, speziellen Fruchtfolge statt. Leguminosenanbau und ein kontinuierlicher Fruchtwechsel sind dabei ganz wesentliche Bestandteile. Die mit der Umstellung verbundenen Einschränkungen im Bereich Düngung und Pflanzenschutz sind in der Regel mit niedrigeren Erträgen und höheren Aufwendungen verbunden. Demgegenüber stehen aber höhere und stabilere Erlöse und ein wesentlich besserer Marktzugang.

Folgende Aspekte sind bei der Umstellung im Acker- und Gemüsebau zu beachten

  • Mit Abschluss des Kontrollvertrages beginnt die Umstellungszeit, ab diesem Zeitpunkt dürfen keine konventionellen Maßnahmen, wie chemischer Pflanzenschutz oder synthetische Mineraldüngung, mehr durchgeführt werden.
  • Es dürfen nur Düngemittel, Komposte sowie Pflanzenschutzmittel und Pflanzenstärkungsmittel eingesetzt werden, die für den ökologischen Landbau in Deutschland zugelassen sind. Hierzu wird jährlich eine Betriebsmitteliste vom FiBL mit den zugelassenen Mitteln herausgegeben, siehe unter www.betriebsmittelliste.de
  • Saat- und Pflanzgut ist aus ökologischer Vermehrung zu verwenden und nur mit ökologisch zugelassenen Beizmitteln gemäß Betriebsmittelliste zu behandeln. Ausnahmen für den Zukauf von konventionell unbehandeltem Saat- und Pflanzgut sind nur dann begrenzt möglich, wenn keine geeigneten Sorten aus der Ökovermehrung zur Verfügung stehen und die Pflanzenart nicht der Kategorie 1 angehört. Ob Saat- und Pflanzgut aus ökologischer Vermehrung zur Verfügung steht, kann über die Internetdatenbank www.organicxseeds.de geprüft werden. Für den Fall einer Nicht-Verfügbarkeit einer Sorte muss vor dem Erwerb der Sorte ein Einzelgenehmigungsantrag bei der Ökokontrollstelle gestellt werden.
  • Die Höhe der Stickstoffdüngung ist nach EG-Öko-Verordnung auf maximal 170 kg N pro ha flächenbezogen begrenzt. Bei den meisten Bioverbänden ist sie auf maximal 112 kg N pro ha im Durschnitt der Flächen begrenzt. Davon dürfen maximal 40 kg N pro ha und Jahr im Ackerbau, im Gemüsebau maximal 110 kg N zugekauft werden. Nach EG-Öko-Verordnung ist die Zukaufmenge nicht limitiert.
  • Konventioneller Wirtschaftsdünger kann nur unter bestimmten Voraussetzungen zugekauft werden. Die EG-Öko-Verordnung erlaubt den Zukauf von Gülle, Jauche und Geflügelkot aus konventioneller Tierhaltung, wenn es sich nicht um industrielle Tierhaltung handelt. Bei einigen Bioverbänden ist nur der Einsatz von kompostiertem Festmist aus extensiver Haltung möglich. Gülle, Jauche und Geflügelkot aus konventioneller Tierhaltung sind als Dünger grundsätzlich nicht zulässig.
  • Erstmals als Bioware vermarktet werden können die Produkte, deren Saat oder Pflanzung frühestens 24 Monate nach Beginn der Umstellung vorgenommen wurde. Werden auf den Anbauflächen die Regeln des ökologischen Landbaus mindestens für die Dauer von zwölf Monaten vor der Ernte eingehalten, kann bereits die sogenannte Umstellungsware vermarktet werden. Leider gibt es hierfür bei vielen Marktfrüchten, insbesondere bei Gemüse, nahezu keine Absatzmöglichkeiten, so dass in der Regel die Umstellungsdauer bis zum anerkannten Bioprodukt 24 Monate vor Kulturstart beträgt.
  • Für einen langfristig sicheren und stabilen Absatz ist die Mitgliedschaft in einem Bioverband anzuraten. Nicht nur der Naturkosthandel, sondern auch der konventionelle Einzelhandel (LEH) setzt aufgrund des höheren Standards und der Prozesssicherheit zunehmend auf Verbandsware.

Quelle: LZ Rheinland, Ausgabe 8, 23. Februar 2017

Weitere Informationen

Markus Puffert, Beratung Ökologischer Gemüsebau

Kontakt

Markus Puffert
Ökoteam Landwirtschaftskammer NRW
Tel.: 02506 - 309 636
E-Mail: markus.puffert@lwk.nrw.de

Franz-Theo Lintzen, Beratung Ökologischer Ackerbau / Kartoffelbau

Kontakt

Franz-Theo Lintzen
Ökoteam Landwirtschaftskammer NRW
Tel.: 02821 - 996 169
E-Mail: Franz-Theo.Lintzen@lwk.nrw.de

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