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Hitze kann Nützlinge beeinträchtigen

07.08.2018

Die Wirksamkeit und Effektivität verschiedener Nützlingsarten wird bei hohen Temperaturen beeinträchtigt. Verschiedene Raubmilbenarten reagieren auf Temperaturen zwischen 30 und 35°C mit einer geringeren Schlupfrate aus ihren Eiern, junge Larvenstadien sterben nach kurzer Lebensdauer ab.

Am empfindlichsten ist die Raubmilbe Phytoseiulus persimilis, die zur Bekämpfung der Gemeinen Spinnmilben, Tetranychus urticae, eingesetzt wird. Bereits ab 30°C ist deren Vermehrung beeinträchtigt, während sich Spinnmilben weiterhin vermehren. Die im Substrat lebende Raubmilbe Hypoaspis miles verträgt Temperaturen im Boden bis maximal 32°C. Amblyseius californicus, ein weiterer Spinnmilbenfeind, arbeitet auch noch bei 33°C.

Die Bekämpfung von Thripsen mit Hilfe von Amblyseius cucumeris funktioniert zuverlässig bis 35°C.
Die Schlupfwespe Encarsia formosa bekämpft Weiße Fliegen bis maximal 38°C. Liegen die Temperaturen darüber, sterben die adulten Tiere ab. Schlupfwespenarten wie Aphidius colemani tolerieren dagegen nur Temperaturen bis 30°C. Insektenpathogene Nematoden wie z.B. Steinernema feltiae sterben bei Bodentemperaturen über 30°C ab.

Um Nützlinge während Hitzeperioden in ihrer Wirkung zu unterstützen, sollte an heißen Tagen frühzeitig schattiert werden. Kurze Bewässerungsintervalle über Kopf tragen zur Kühlung bei und erhöhen die Luftfeuchtigkeit. Dies fördert insbesondere alle Raubmilbenarten.

Neu erhaltene Nützlinge sind am besten in den kühleren Abend- oder Morgenstunden freizulassen. Nützlinge in Tütensystemen oder auf Kärtchen sind möglichst im Schatten der Pflanzen anzubringen, um deren Austrocknen zu vermeiden. Nach längeren Hitzeperioden ist es sinnvoll den Nützlingsbestand durch zusätzliche Freilassungen aufzufrischen.

Autorin: Marion Ruisinger, Landwirtschaftskammer NRW, Pflanzenschutzdienst

Quelle: Infodienst Ökologischer Unterglasgemüseanbau Nr. 11 vom 27. Juli 2018

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