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EU-Agrarpolitik ab 2020: BÖLW stellt Nachhaltigkeitsmodell vor

11.07.2017

Starke Höfe, gesunde Umwelt, lebendige Dörfer

"Die aktuelle Agrarpolitik erreicht die gewünschten gesellschaftlichen Ziele
nicht. Daher brauchen wir eine neue Vereinbarung zwischen Landwirten und den Bürgern, die
dafür sorgt, dass öffentliche Gelder tatsächlich für öffentliche Leistungen verwendet werden.
Höfesterben, die Umweltkrise die die Landwirtschaft verursacht und die schwindende Akzeptanz
bei den Bürgern erfordern eine grundlegende Neuausrichtung", erklärt Jan Plagge, Vorstand des
Bund Ökologische Lebensmittelwirtschaft (BÖLW), anlässlich der Veröffentlichung des BÖLW
Nachhaltigkeitsmodells für die neue Gemeinsame Agrarpolitik (GAP), die nach 2020 gelten soll
und aktuell verhandelt wird.

"Derzeit wird vor allem der Landbesitz belohnt und so landet ein großer Teil des Geldes gar
nicht beim aktiven Landwirt. Daher wollen wir, dass Landwirte mit der neuen GAP für Leistungen
honoriert werden: vielfältige Höfe, sauberes Wasser, Artenvielfalt, Klima- und Tierschutz auf
höchstem Niveau. Dazu muss die GAP so umgebaut werden, dass weniger Geld bei Verpächtern
und Bodenspekulanten ankommt, sondern mehr bei den Landwirten, die sich für Umwelt
und Tierschutz stark machen", so Plagge. Er machte deutlich, dass sich die Umweltschäden
durch die Landwirtschaft auch mit der letzten GAP-Reform verschärften, die bürokratischen Lasten
stiegen und 10.000e Höfe dicht gemacht haben.

"Für die aktuellen Probleme und Zielkonflikte der GAP bietet das BÖLW Nachhaltigkeitsmodell
Lösungen für die gesamte Landwirtschaft: Es sieht Zahlungen für Landwirte nach bestimmten
sozioökonomischen Kriterien vor, die auch Existenzgründungen und die Förderung von Junglandwirten
umfassen sollen und das "Entgeld für Umwelt, Klima, Tier" (EUKT), das besondere
Umwelt und Tierschutz-Leistungen honoriert. Dieser Bereich soll künftig den Schwerpunkt der
GAP bilden. Zusätzlich soll die Konkurrenz zwischen Mitteln für die ländliche Entwicklung und
jenen für Nachhaltigkeitsleistungen in der Landwirtschaft beendet werden. Das Budget für die
ländliche Entwicklung kann separiert und im gleichem Umfang und gleicher Ausrichtung wie
heute fortgeführt werden."

Plagge betonte, dass das vorgeschlagene BÖLW Nachhaltigkeitsmodell auf die bestehenden
Instrumente aufbaue, unnötige Brüche vermeide aber dennoch die notwendigen Weichenstellungen
für eine zukunftsfähige Landwirtschaft stelle.

Das Nachhaltigkeitsmodell wird anlässlich der Tagung zur Reform der EU-Agrarpolitik der EUKommission
am 07.07.2017 in Brüssel publiziert und baut auf der Position der IFOAM EU
Group auf, die im Rahmen eines zweijährigen Diskussionsprozesses zwischen Bauern aus ganz
Europa entwickelt wurde.

  • Das gesamte Positionspapier des BÖLW mit dem Nachhaltigkeitsmodell zur GAP 2020 kann
    hier eingesehen werden: www.boelw.de/gap2020

Quelle: Pressemitteilung Bund Ökologische Lebensmittelwirtschaft (BÖLW), Berlin, 07. Juli 2017

Das BÖLW Nachhaltigkeitsmodell für die GAP ab 2020 für starke Höfe, intakte Umwelt und lebendige Dörfer:

Weitere Informationen

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