Aktueller Inhalt:

GfRS erstellt Handbuch für Öko-Kontrollstellen

17.06.2015

Bei den durch die Öko-Kontrollstellen durchgeführten Inspektionen müssen eine Fülle von Regelungen der EG-Rechtsvorschriften zum Ökologischen Landbau und von speziellen Umsetzungsbestimmungen berücksichtigt werden.

Das Handbuch für Kontrollstellen wurde im Rahmen eines BLE-Projektes 2011 überarbeitet und soll eine einheitliche Auslegung der Verordnung und ein vergleichbares Vorgehen der zugelassenen Öko-Kontrollstellen bei den Kontrollen ermöglichen. Es wurde mittlerweile in verschiedene Sprachen übersetzt und wird auch in anderen EU-Mitgliedsstaaten genutzt.

Das starke Wachstum des Öko-Marktes in den letzten Jahren und die EG-Öko-Verordnung stellen hohe Ansprüche an den Ablauf des Kontrollverfahrens und damit an die Öko-Kontrollstellen. Die Dauer der Kontrollen hat sich durch die Fülle der Anforderungen deutlich erhöht.

Wesentliche Ziele und Grundsätze der EG-Öko-Basisverordnung
  • Durch eine korrekte Öko-Kennzeichnung wird dem ökologischen Landbau ein erkennbares Profil verliehen und das Vertrauen der Verbraucher gesichert (Schutz der Verbrauchererwartung).
  •  Auslegung und Umsetzung der gesetzlichen Vorgaben im Bereich des ökologischen Landbaus sollen europaweit möglichst einheitliche Rahmenbedingungen ohne Marktverzerrung gewährleisten, damit eine konsequente Ökoproduktion auch weiterhin Bestand haben kann (Fairer Wettbewerb).
  • Der Markt für ökologisch erzeugte Produkte soll transparent gestaltet und weiterentwickelt werden (Markttransparenz).
Risikomanagement im Kontrollverfahren für Öko-Produkte

In der Einleitung des Handbuchs stehen die aus den vorgenannten Grundsätzen abgeleiteten konkreten Zieldefinitionen wie folgt aufgelistet:

  • Konventionelle Produkte dürfen nicht als Bio-Ware vermarktet werden.
  • Für Unternehmen, die ökologische Produkte erzeugen oder verarbeiten, sollen annähernd die gleichen Anforderungen gelten, unabhängig davon von welcher Kontrollstelle sie kontrolliert werden und in welchem Bundesland ihr Sitz ist. Dies wird durch eine einheitliche Auslegungspraxis der Verordnung und durch ein vergleichbares Vorgehen bei den Inspektionen unterstützt. Publikationen wie dieses Handbuch können einen Beitrag zu dieser Zielsetzung und zu einer gemeinsamen Strategieentwicklung leisten.
  • Dokumentationen nehmen einen großen Raum im Kontrollverfahren ein. So elementar sie zum Beispiel im Bereich des Warenflusses sind, sollen sie in anderen Bereichen nicht zum Selbstzweck werden. Die Angaben einer Dokumentation müssen überprüfbar und so bedeutsam für das Kontrollergebnis sein, dass regelmäßig stichprobenartige "Gegen-Checks" stattfinden.

Um ähnliche Wettbewerbsbedingungen zu gewährleisten sowie geeignete Standardverfahren zu entwickeln und anzuwenden, ist vor allem eine einheitliche Sichtweise und ein abgestimmtes Vorgehen von Kontrollstellen und zuständigen Behörden erforderlich.

Für alle Beteiligten im Öko-Kontrollverfahren stellt das Erkennen von Unregelmäßigkeiten und Verstößen, die zu einem Verlust des "Bio-Status" von Öko- Erzeugnissen führen, eine große Herausforderung dar. Beurteilt man Routineverfahren der Öko-Kontrolle im Hinblick auf dieses Ziel, ergibt sich eine "risikoorientierte" Betrachtungsweise. Vorausschauend die richtigen Schritte festzulegen und zu prüfen, ob die ergriffenen Maßnahmen wirkungsvoll sind, ist die Aufgabe des Risikomanagements sowohl auf der Stufe der Marktbeteiligten wie auch auf der Ebene der Öko-Kontrollstellen und zuständigen Behörden.

Handbuch für Öko-Kontrollstellen als pdf (November 2011) (700 kb)

Herausgeber:
GfRS Gesellschaft für Ressourcenschutz mbH
Prinzenstraße 4
37073 Göttingen

Autoren:
Ulrich Fischer
Dr. Jochen Neuendorff
Göttingen

Gefördert vom Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz (BMELF) im Rahmen des Bundesprogramms Ökologischer Landbau.

Weitere Informationen

Abonnieren Sie den Ökolandbau NRW-Newsletter

Die obenstehende Einwilligungserklärung kann jederzeit formlos gegenüber dem Ministerium für Umwelt, Landwirtschaft, Natur- und Verbraucherschutz, Schwannstraße 3, 40476 Düsseldorf, (E-Mail: Poststelle@mulnv.nrw.de) widerrufen werden: Die von Ihnen auf dieser Seite angegebenen personenbezogenen Daten (zum Beispiel Name, E-Mail-Adresse, Anschrift usw.) werden vertraulich und nur zur Versendung der von Ihnen abonnierten Newsletter des Ministeriums per E-Mail verwendet. Ihre Daten werden ausschließlich auf dem Server des Landesbetriebs Information und Technik NRW gespeichert. Das Abonnement kann von Ihnen auf dieser Seite jederzeit mit sofortiger Wirkung beendet werden. Ihre Daten werden dann unverzüglich gelöscht.


Vom Newsletter abmelden...