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Änderungen der Düngeverordnung im Überblick

03.04.2017

Der Bundestag hat am 31. März 2017 der Novelle der Düngeverordnung zugestimmt. Sie beinhaltet schärfere Regeln zugunsten des Gewässerschutzes und der Luftreinhaltung. Gemeinsam mit dem angepassten Düngegesetz gehört sie zum so genannten "Dünge-Paket". Mit diesem setzt Deutschland die EG-Nitratrichtlinie um. Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft, 03.04.2017.

Weitere Informationen zur Novelle der Düngeverordnung (BMEL)

Nachfolgend die wichtigsten Neuregelungen auf einen Blick:
  • Einbeziehung aller organischen Dünger (einschließlich dem pflanzlichen Anteil in Gärresten) bei der Berechnung der 170 kg N-Obergrenze.
  • Absenkung des zulässigen N-Saldos von 60 auf 50 kg/ha N bzw. auf 40 kg/ha N in belasteten Gebieten.
  • Erhöhung der N-Mindestanrechnung bei Schweinegülle, Schweinemist um 10 bzw. 5 % zur Berechnung der N-Obergrenze bzw. N-Saldo.
  • Absenkung des zulässigen P-Saldos von 20 auf 10 kg/ha P2O5
  • Begrenzung der P-Düngung auf P-Abfuhr bei einer Bodenversorgung >20 mg P2O5 im Boden.
  • Einführung der "Plausibilisierten Feld-Stall-Bilanz" als Bilanzierungsmethode. Das heißt: Raufuttererträge werden über Anzahl gehaltener Tiere und Grundfutteraufnahme berechnet. Schätzung der Futtererträge nicht mehr möglich.
  • Verbindliche Vorgaben zur N-Düngebedarfsermittlung mit einheitlichen ertrags- und kulturspezifischen N-Bedarfswerten und Vorgaben für Zu-/Abschläge.
  • Begrenzung des herbstlichen Einsatzes von N-Düngern wie z. B. Gülle durch Erweiterung der Sperrfrist und Reduzierung der Ausnahmemöglichkeiten.
    • Sperrfrist für Ackerland:
      ab Ernte der letzten Hauptfrucht bis 31. Januar (Ausnahmen bis 01. Oktober nur zu Winterraps, Zwischenfrüchten, Feldfutter, Wintergerste und maximal 30 kg Ammonium-N/ha oder 60 kg Gesamt-N/ha),
    • Sperrfrist für Grünland:
      ab 01. November bis 31. Januar (Verlängerung über Länderbefugnisse möglich).
  • Einführung einer Sperrfrist für die Ausbringung von Festmist, Kompost von 15. Dezember bis ein-schließlich 15. Januar. Ausdehnung der Sperrfrist in belasteten Gebieten möglich.
  • Vorgaben zur Lagerdauer von organischen Düngern:
    • 6 Monate für flüssige Wirtschaftsdünger und Gärreste,
    • 9 Monate für flüssige Wirtschaftsdünger und Gärreste ab 3 GV/ha und für flächenlose Betriebe
    • 2 Monate für Festmist und Kompost ab 2020.
  • Einsatz von bodennaher Ausbringtechnik für flüssige organische und organisch-mineralische Dünger wie Gülle und Gärrückstände auf bestelltem Acker ab 01. Februar 2020, für Grünland und mehrjährigem Feldfutterbau ab 01. Februar 2025.
  • Erhöhung des Abstands zu Gewässern bei der Ausbringung von Stoffen mit wesentlichen Gehalten an Stickstoff oder Phosphat von 3 auf 4 m. Bei Ausbringtechniken, bei denen die Streubreite der Arbeitsbreite entspricht oder die mit Grenzstreueinrichtungen ausgestattet sind, vermindert sich der vorgegebene Abstand auf 1 m. Auf Flächen mit Hangneigung werden deutlich größere Abstandsauflagen gelten. Erweiterung der Abstände in belasteten Gebieten möglich.
  • Weitergehende Regelungen über Länderbefugnisse in belasteten Gebieten (Grundwasserkörper > 37,5 mg/l Nitrat mit steigendem Trend bzw. > 50 mg/l Nitrat und Einzugsbereiche von langsam fließenden, eutrophierten Oberflächengewässer) möglich. Der Maßnahmenkatalog umfasst ca. 20 Punkte, von denen mindestens 3 von den Bundesländern umzusetzen sind.
Die Änderung des Düngesetzes macht weitergehende Regelungen möglich. Hierzu gehören u.a.
  • Die Verpflichtung zur Erstellung einer gesamtbetrieblichen Stoffstrombilanz:
    • ab 2018 müssen tierhaltende Betriebe mit mehr als 2,5 GV je Hektar und mehr als 30 ha landwirtschaftliche Nutzfläche oder mehr als 50 GV eine Stoffstrombilanz erstellen;
    • ab 2023 gilt dies für alle Betriebe mit mehr als 20 ha landwirtschaftliche Nutzfläche oder mehr als 50 GV.
    Sobald dem Betrieb im jeweiligen Wirtschaftsjahr Wirtschaftsdünger aus anderen Betrieben zugeführt wird, muss eine Stoffstrombilanz ab 2018 erstellt werden.
  • Die Erhöhung des Bußgeldrahmens gegen bestimmte Verstöße der Düngeverordnung auf bis zu 150.000 Euro.
  • Eine Befugnis der zuständigen Länderbehörden zum Datenabgleich mit Erhebungen aus anderen Rechtsbereichen für düngerechtliche Überwachungszwecke.

Quelle: Birgit Apel, Landwirtschaftskammer NRW, FB Landbau, Nachwachsende Rohstoffe

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