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Rote Vogelmilbe systematisch bekämpfen

07.11.2014

Ralf Winkler betreut auf dem Kiebitzhof in Gütersloh zusammen mit seinem Team 15 000 Legehennen - kein kleiner Bestand für einen Biolandbetrieb. Die Autorin Elisabeth Spiwoks von der Hochschule Osnabrück hat nachgefragt, wie auf diesem ökologisch wirtschaftenden Legehennenbetrieb die Rote Vogelmilbe in Schach gehalten wird.

Junghennen milbenfrei einstallen

"Als Direktvermarktungsbetrieb wollen wir laufend frische Eier liefern, deshalb sind bei uns nie alle Ställe gleichzeitig leer", erklärt Ralf Winkler. Er ist Produktionsleiter des nach Bioland-Richtlinien wirtschaftenden Kiebitzhofes in Gütersloh (Nordrhein-Westfalen). "Umso wichtiger ist uns eine gründliche Reinigung der Ställe in der Serviceperiode – nicht nur besenrein, sondern eine konsequente Strategie ist wichtig. Zudem sollten die Junghennen milbenfrei angeliefert werden."

Milbenbestand vor dem Ausstallen bereits reduzieren

Vor dem Ausstallen führe man eine Milbenbekämpfung mit Siliciumdioxid durch. "Damit haben wir den Milbenbestand schon mal reduziert", fährt Winkler fort. "Die Grundreinigung lassen wir von einer Fremdreinigungsfirma durchführen." Obwohl er über einen hohen Personalbesatz verfüge, seien die Mehrkosten durch das Fremdreinigen wieder gedeckt, weil der Stall kürzere Zeit leer stehe. Danach werde mit Natronlauge desinfiziert. Ganz besonders achte man darauf, die Stellen zu behandeln, in die sich die Rote Vogelmilbe (RVM) gern zurückziehe. Anschließend sei der Stall so gut wie milbenfrei.

Verstecke gezielt reinigen

Spezielle Milbenfallen werden nicht eingesetzt, schließlich wisse man, wo die Milben bevorzugt sitzen: unter den Holzstangen der Gitterroste. "Daher tasten wir diese regelmäßig mit dem Finger ab. Sind die Finger rot, wissen wir, dass sich dort vollgesaugte Milben verstecken, die lassen sich gut erkennen", erklärt der Leiter. "Wenn eine Herde nervös wird, weiß man, man hat nicht aufgepasst oder zu lange mit der nächsten Behandlung gewartet."

Entwicklungszyklus erfordert Bekämpfung auch in Produktionsphase

Auch in der Produktionsphase wird der Stall mit Siliciumdioxid gegen Milben behandelt. "Da wir die Milbeneier nicht abtöten können, sondern nur die Milben selbst, wenden wir das Siliciumdioxid dreimal hintereinander an. Je nach Temperatur im Abstand von fünf bis sieben Tagen", erläutert Winkler die Behandlung. In der Folgezeit dauere es bei niedrigen Temperaturen im Winter bis zu zwei Monate bis man wieder behandeln müsse. Im Sommer könne das nach vier Wochen schon wieder der Fall sein.

Fachkundige Anwendung von Siliciumdioxid

"Für das Ausbringen des Siliciumdioxids haben wir in Atemschutzmasken investiert – zwar sehr teure, aber auch sehr zweckmäßige“, führt der Landwirt fort. Das erleichtere diese staubige Arbeit. „Die Masken haben eine Sichtscheibe und arbeiten mit Überdruck." So sei eine ständige Frischluftzufuhr gewährleistet und man merke die unangenehme Luft gar nicht mehr.

Kiebitzhof in Gütersloh

Autorin: Elisabeth Spiwoks, Fachschule Osnabrück

Quelle: DGS-Magazin (Das Magazin für die Geflügelwirtschaft und Schweineproduktion), Ausgabe 40/2014

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