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Standort entscheidend: Produktivität von Grünland

19.02.2015

Die Trockenheiten der letzten Jahre wirkten sich auf den einzelnen Standorten sehr unterschiedlich aus: Mindererträge auf Sandböden und Mehrerträge auf Moorböden, teils auch auf Marschböden und grundwassernahem Grünland.

In den letzten Jahren gab es häufig Trockenheiten. Grünland und Kleegras, die wichtigsten Futterlieferanten im Öko-Betrieb, benötigen aber viel Wasser. Im Projekt "Öko-Leitbetriebe in NRW" wurde deshalb der Frage nachgegangen: Wie hat sich die Flächenproduktivität entwickelt? Ausgewertet wurden die Jahre 2004 bis 2013. Für 2014 fehlen die einzelbetrieblichen Daten noch.

Allgemeines zur Flächenproduktivität

Die Veränderungen bei den Futterreserven werden nicht berücksichtigt. Das hat keine Auswirkungen auf den langjährigen Trend. Die Ergebnisse der Einzeljahre werden aber etwas "geglättet", weil die Betriebe nach weniger ertragreichen Jahren mehr Ackerfutter anbauen (dies gilt nicht für reine Grünlandbetriebe) und in guten Jahren Futterreserven anlegen. Ein zu viel oder zu wenig an Ertrag in einzelnen Jahren wird so teils in nachfolgende Jahre verschoben.

Häufige Frühjahrstrockenheit in letzten Jahren

Mehr als die Hälfte des Jahresertrages von Grünland und Kleegras wird bis Juni gebildet, genau in der Zeit, in der es in den letzten Jahren häufig trocken war. Besonders stark war die Trockenheit in den Jahren 2010 bis 2012. Im Hochsommer (Juli und August) waren die Niederschläge meist hoch. Ausnahme war das Jahr 2013, in dem Jahr war der Hochsommer sehr trocken.

Tabelle: Niederschläge an den Wetterstationen Düsseldorf und Bremen 2004 bis 2013

Dargestellt: Relative Niederschlagsmenge, je dunkler, je weniger Niederschlag 100 = 30-jähriges Mittel an der jeweiligen Station im jeweiligen Monat

Wetterstationen2004200520062007200820092010201120122013
Winter: November bis Februar
Bremen110966914795104719210586
Düsseldorf98919812975114891029378
Frühjahr: März - Juni
Bremen7795101917077695962111
Düsseldorf5794

102

1011047454568179
Hochsommer: Juli - August
Bremen144131119128187971061229858
Düsseldorf13912013017717313819215311237
Herbst: September - Oktober
Bremen8867531127295901078872
Düsseldorf9782496783104817188110
Etwa gleichbleibende Flächenproduktivität im Mittel aller Standorte

Im Mittel aller Betriebe blieb die Flächenproduktivität etwa konstant (+/- 3 %). Mittlere Flächenleistung aller Öko-Milchviehbetriebe belief sich auf 32.162 MJ NEL/ha.

In den letzten Jahren: Niedrigere Flächenproduktivität auf vielen Sandböden

Auf den Sandböden fehlten in den letzten Jahren im Frühjahr ausreichende Niederschläge. Am Niederrhein (siehe Abb. 1), aber genauso auf vielen anderen Sandstandorten war dies besonders 2011 deutlich (Milchwirtschaftsjahr 11/12), als die Flächenproduktivität um mehr als 25 % sank, einzelbetrieblich bis 31 %.

Lehmböden waren von Trockenheit weniger betroffen

Die Lehmböden waren in allen Regionen weniger von der Trockenheit betroffen. In einzelnen Jahren sank die Flächenproduktivität um bis zu 10 %, einzelbetrieblich bis zu 18 %. Und auch die Mittelgebirgslagen haben meist nur wenig unter der Trockenheit gelitten. Ausnahme waren hier die flachgründigen Standorte im Jahr 2011 als es 2 – 3 Monate nicht regnete.

Marschböden und grundwassernahe Böden profitierten teilweise

Auf Marschböden - aber nicht auf allen Standorten - und grundwassernahem Grünland gab es eine höhere Flächenproduktivität von bis zu 20 %. Auf Moorstandorten war es noch mehr, in den letzten 2 Jahren sogar über 50 % (siehe Abb. 2).

Quelle und Ansprechpartner: Dr. Edmund Leisen, Ökoteam Landwirtschaftskammer NRW, Tel.: 0251-2376-594, E-Mail: edmund.leisen@lwk.nrw.de, Münster, 13. Februar 2015

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