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Kleegrasmischungen im Praxistest

06.02.2017

Auf 29 Standorten wurden Kleegrasmischungen ausgesät und bonitiert, je nach Standort vier bis fünf  Mischungen. Die zum Vergleich eingesäten Hofmischungen waren weniger ertragreich als die Testmischungen. In drei Betrieben konnten Hof- und Testmischungen direkt verglichen werden und in allen drei Betrieben fiel der Ertrag der Hofmischungen geringer aus.

Hofmischungen waren weniger ertragreich

In drei Betrieben konnten die Erträge der vom Landwirt ausgewählten Hofmischung mit den Testmischungen verglichen werden. In allen drei Betrieben fiel der Ertrag der Hofmischung gegenüber der A7-Mischung schwächer aus. Nachfolgend der Hofmischungen (A7-Mischung = 100 %):

  • Betrieb KRR: Trockenmasseertrag 95 %, Rohproteinertrag 88 %
  • Betrieb REE: Trockenmasseertrag 93 %, Rohproteinertrag 82 %
  • Betrieb BLT: Trockenmasseertrag 93 % (Rohproteinertrag wurde nicht erhoben)
Wirtschaftliche Bedeutung

Bei 2000 kg/ha Rohproteinertrag führen 15 % Minderertrag zu fehlenden 300 kg/ha Rohprotein. Bei Ausgleich über Ackerbohnen mit 30 % Rohprotein und einem Preis von derzeit 45 €/dt müssen 10 dt Ackerbohnen für 450 € zugekauft werden. Bei einem Anbau einer der obigen Hofmischungen auf 25 ha (1. plus 2. Hauptnutzungsjahr) sind das Zusatzkosten von jährlich 11.250 €. Hier zeigt sich: Wer am Saatgut spart, der spart eindeutig auf der falschen Seite.

Fehler sind menschlich, Sammelmischungen sind nachprüfbar

An einem Standort enthielt die Mischung laut Etikett den gewünschten Rotklee. Im Aufwuchs war dagegen kein Rotklee zu finden, bei den Testmischungen daneben dagegen schon. Hier hatte es offensichtlich bei der Erstellung der Mischung einen Fehler gegeben. In der Praxis ist die Ursache bei fehlenden Arten im Aufwuchs weniger klar: Es kann beispielsweise auch an den Saatbedingungen und der nachfolgenden Witterung liegen, dass Rotklee nicht aufgelaufen, nach Auflauf vertrocknet oder im Winter ausgewintert ist.

Sind derartige Abweichungen bei Sammelmischungen zu beobachten, lässt sich die Ursache leichter aufklären. Aus der Liste der Sammelbestellungen ist ersichtlich, wer diese Mischung ebenfalls eingesetzt hat. Und tritt die Situation anderswo genauso auf, ist der Grund schnell eingegrenzt. Einen derartigen Fall gab es vor drei Jahren, bei dem der Vergleich von Betrieben zeigte, dass die Ursache für schwach entwickelten oder fehlenden Rotklee in der extremen Trockenheit zu suchen war, die wenige Wochen nach der Saat folgte. Das Saatgut war in diesem Fall in Ordnung: In Betrieben, die früher oder später gesät hatten, stand der Rotklee gut.

Kleegrasmischungen auf unterschiedlichen Standorten

Wer sich im Frühjahr die Ansaaten vom letzten Herbst ansieht, wundert sich vielleicht, wie wenig Klee im ersten Aufwuchs zu sehen ist. Das gilt vor allem für Mischungen mit Welschem und  Bastardweidelgras (siehe nachfolgende Abbildung). Der Grund liegt darin, dass durch die Bodenbearbeitung vor der Saat Stickstoff mobilisiert wurde, der vor allem das Wachstum von Gräsern fördert. Und in Öko-Milchviehbetrieben mit hohem Kleegrasanteil in der Fruchtfolge kann diese Mobilisierung sehr hoch sein. Untersaaten sind dagegen häufig kleereich. Ausnahmen: zwei bis drei Jahre nach dem Anbau von Mais und Getreide sind Blanksaaten kleereicher und bei 80 % Kleegras in der Fruchtfolge können Untersaaten auch grasreich sein.

Quelle und Ansprechpartner: Dr. Edmund Leisen, Ökoteam Landwirtschaftskammer NRW, Tel.: 0251 – 2376 594, E-Mail: edmund.leisen@lwk.nrw.de, Münster, den 6. Februar 2017

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