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Kurzrasenweide: Wie auf Wachstumsschwankungen reagieren?

19.04.2017

Kurzer Verbiss bei knappem Zuwachs im Frühjahr und in Trockenzeiten (bis auf 1,5 cm) hatte keinen erkennbaren nachteiligen Einfluss auf die Flächenproduktivität der Folgeperiode. Nach Regen wurde das normale Niveau bereits innerhalb weniger Wochen erreicht. Die Einzelkuhleistung ging bei schwachem Zuwachs zurück, bei gleicher Fütterung wie vor dieser Periode erreichte die Leistung bei besserem Zuwachs häufig auch wieder das vorhergehende Niveau. Ein Hinweis speziell zum Thema "Blähungen" lautet: Die Herde nicht hungrig auf üppige Weide treiben.

Muss der Landwirt bei wechselndem Aufwuchs reagieren?

Der Zuwachs war bis vor kurzem in einigen Regionen außergewöhnlich stark, ist aber aufgrund kühler Witterung, stellenweise auch aufgrund von Trockenheit, derzeit reduziert. Muss der Landwirt bei wechselndem Zuwachs jedes Mal schnell reagieren und mehr oder weniger Fläche zuteilen oder weniger oder mehr zufüttern?

Bei dieser Frage helfen ein Blick in die Praxis und der Erfahrungsaustausch mit Betrieben, die das System Kurzrasenweide schon länger betreiben. Wird die Narbe im Normalfall bei etwa 4 cm (Messung nur im Bereich des Verbisses) gehalten, kann sie in Phasen von starkem Wachstum auch einmal etwas höher wachsen. Je nach Gegebenheiten, beispielsweise bei wenig Sonne und höherer Feuchtigkeit und damit weniger Schmackhaftigkeit, wird ab 5 bis 6 cm Wuchshöhe der Aufwuchs nicht mehr so gerne gefressen. Reserven lassen sich bei Kurzrasenweide deshalb nur begrenzt anlegen. An einer Anpassung der Zufütterung und der Fläche kommt der Landwirt nicht vorbei. Wurde vorher abgeweidete Fläche herausgenommen, kann sie bei schwächerem Zuwachs leichter zugeteilt werden als reine Schnittfläche. Diese Möglichkeit ist ein Vorteil der großflächigen Vorweide.

Bei zurückgehendem Wachstum wird die Narbe kürzer. Gegengesteuert werden kann durch mehr Zufütterung im Stall oder durch mehr Fläche. Vorsicht vor Blähungen ist geboten, denn gerade im Frühjahr sollte nicht zu spät gegengesteuert werden. Auf Flächen mit höherem Wuchs dürfen die Kühe nicht hungrig aufgetrieben werden, das bedeutet, die Herde sollte nicht direkt von sehr kurz abgebissener auf üppige Weide geschickt werden. Wenn es draußen besser schmeckt als im Stall, dann sollten Flächen nur in kleinen Einheiten zugeteilt werden.

Welche Folgen hat aber ein starker Verbiss?

Das zeigt eine mehrjährige Auswertung von Betrieben, die in den letzten drei Jahren wöchentlich ihre Weidedaten zusammenstellten: 2014 brachte die höchste Flächenproduktivität, 2015 war sie vor allem aufgrund von Trockenheit am niedrigsten und lag im Extrem bei nur 50 % von 2014. 2016 lag die Flächenproduktivität trotz sehr niedrigem Verbiss im Vorjahr meist wieder hoch. Ein Extrembeispiel ist der Betrieb SCZ, dessen Jersey-Kühe besonders tief verbeißen, niedrigste Wuchshöhe lag bei 1,5 cm. Nachteilige Auswirkungen von starkem Verbiss auf die Flächenproduktivität des Folgejahres sind nicht zu erkennen, weder im Jahresvergleich (siehe Tabelle) noch im Vergleich über die Wochen (siehe Abbildung: vor allem Herbst 2015 und Frühjahr/Sommer 2016). Erklärung zu hohen Wuchshöhen im Herbst 2014: Abweiden von Schnittflächen.

Wuchshöhe (in cm, ohne Weidereste)
BetriebMinimumbis 2>2-3>3MittelwertFlächen- produktivität (kg EMC/ha)
Anzahl Wochen
SCZ20143,0011224,410.254
20151,5151452,55.112
20162,049183,89.335

Quelle: Dr. Edmund Leisen, Ökoteam Landwirtschaftskammer NRW

Weitere Informationen

Dr. Edmund Leisen

Kontakt

Dr. Edmund Leisen
Ökoteam Landwirtschaftskammer NRW
Tel.: 0251 – 2376 594
E-Mail: edmund.leisen@lwk.nrw.de

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