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Legehennenfutter im Test

04.05.2021

Bei den Prüffuttern handelt es sich um 21 Allein- und sechs Ergänzungsfutter von insgesamt neun Herstellern. Für lediglich vier Futter wurden die verwendeten Komponenten in Prozent angegeben, was seit dem Herbst 2010 nicht mehr verpflichtend ist. Auch wenn die Angabe der Energiegehalte und der prozentgenauen Komponentenanteile freiwillig ist, können diese Informationen bei einer ausgeglichenen Fütterung hilfreich sein.

Alleinfutter

In die Aufstellung ist unter anderen auch ein Vorlegefutter einbezogen. Nach der Aufzucht mit Ca-armem Junghennenfutter, das sind Futter, die nur 1 % Ca enthalten, sollten Vorlegefutter im Zeitraum von rund zehn Tagen den Übergang auf ein calciumreiches Legehennenfutter erleichtern. Dazu sind diese mit einem mittleren Ca-Gehalt, hier 2,0 %, aber schon höheren Energie- und anderen Nährstoffgehalten ausgestattet.

Neben 17 Legehennenfuttern (Alleinfutter I) für die gesamte Legeperiode (ohne speziellen Fütterungshinweis = Standardfutter) waren drei Futter anscheinend als AF für ältere Hennen oder eine zweite Phase vorgesehen. Die AF I waren bei Energie mit 10,6 bis 11,4 MJ ME/kg, bei Rohprotein mit 15,5 bis 18,4 %, bei Methionin mit 0,29 bis 0,40 % und bei Lysin mit 0,67 bis 0,82 % konzipiert. Unterschiede in der Konzeption wiesen auch die Mineralstoffgehalte auf (3,42 bis 3,83 % Calcium und 0,50 bis 0,65 % Phosphor). Vor allem bei Methionin und Phosphor zeigen sich große Spannen.

Die Futter für die zweite Phase, also GS Ö-Legemehl 2 fein von GS agri, Legehennen EU 2 von Gut Rosenkrantz und Legehennen AF NA II plus von Meyerhof zu Bakum, waren entsprechend der Anforderungen für ältere Hennen mit etwas höherer Futteraufnahme mit 10,4 bis 10,7 MJ ME/kg und 0,30 bis 0,33 % Methionin eher knapp, bei den Mineralstoffen mit 3,8 bis 4,02 % Ca aber stärker ausgestattet.

Im Rahmen der Deklarationskontrolle konnten die angegebenen Gehalte an Energie, Nähr- und Mineralstoffen mit drei Ausnahmen durch die Laboranalyse voll bestätigt werden. Je ein Alleinfutter enthielt deutlich weniger Energie, Methionin oder Calcium als angegeben.

Bei der erhöhten Aktivität der Hennen in Freilandhaltung besteht ein höherer Energiebedarf für die Erhaltung der Lebensfunktionen. Wegen des begrenzten Futteraufnahmevermögens der Legehennen zu Legebeginn sind energiereichere Futter günstiger, da sie eine ausreichende Energieversorgung ermöglichen können. Das ist Voraussetzung für eine hohe Legeleistung, gerade auch zu Legebeginn. Gehalte unter 11,0 MJ ME/kg sind suboptimal, Gehalte unter 10,6 MJ ME/kg, dem Mindestwert, sollten in der Phase der höchsten Leistung vermieden werden, es sei denn, die Herde realisiert eine überdurchschnittliche Futteraufnahme. Mit der Zufütterung von Getreidekörnern kann die Energieversorgung leicht angehoben werden, bei Zufütterung von Muschelschalen wird die Calciumversorgung abgesichert, hier bei vier Futtern.

Bei der fachlichen Bewertung fielen insgesamt zwölf Futter mit Auffälligkeiten bei einem oder bei zwei Futtern auch bei zwei Parametern auf. Bei einem AF I fehlte die in Deutschland übliche Energieangabe, ein Futter wies einen Energieuntergehalt auf (siehe oben). Zwei Futter unterschritten bei der Konzeption den Mindestwert von 10,6 MJ ME/kg.

Das Vorlegefutter und ein AF I enthielten mehr oder weniger Energie als ausgewiesen. Bei einem Futter war der Methioningehalt niedriger als empfohlen. Die Mineralstoffe betreffend enthielt ein Futter zu wenig Calcium, zweimal war zu viel im Futter und siebenmal war der notwendige Phosphorgehalt deutlich überschritten. Die Auffälligkeiten führten bei drei Futtern zu einer Abwertung in „3“ und bei leichten Überschreitungen war die Bewertung nicht beeinträchtigt – 17 Mal Bewertung „1“.

Für eine optimale Fütterung ist eine ausreichende Energieversorgung notwendig. Fehlende Energieangaben führen daher zu einer leichten Abwertung in „2“, eine deutliche Unterschreitung des Energiegehaltes zu einer Abwertung in „3“. Bei Übergehalten muss die Leistung nicht beeinträchtigt sein, weshalb eine Abwertung unterbleibt. Geringere Energiegehalte im Futter kann das Huhn zwar teils durch höhere Futteraufnahme kompensieren, woraus sich aber ein höherer Futteraufwand ergibt. Eine unzureichende Calciumversorgung beeinträchtigt die Schalenbildung und -stabilität, was ebenfalls eine deutliche Abwertung begründet, wogegen eine zu hohe Calciumversorgung je nach Ausprägung nicht nachteilig sein muss, aber auch zur Reduktion der Futteraufnahme führen kann. Ein unnötig hoher Phosphorgehalt muss nicht zu Nachteilen bei der Leistung führen, ist allerdings heute im Hinblick auf die Nährstoffbilanzierung für den landwirtschaftlichen Betrieb nachteilig und sollte deshalb unbedingt vermieden werden.

Hier sind die Alleinfutter in der Übersicht als PDF-Datei zu finden. 

Ergänzungsfutter

Ergänzungsfutter sollen die Nährstoffdefizite des (betriebseigenen) Getreides im Hinblick auf Rohprotein, Aminosäuren, hier vor allem Methionin, Mineralstoffe, besonders Calcium, sowie Wirkstoffe, wie Farbstoffe und Spurenelemente, ergänzen. Daher sind bei den genannten Parametern höhere Werte nötig. Bei der vorliegenden Zusammenstellung sind sechs Ergänzungsfutter einbezogen. Die geprüften Ergänzungsfutter sind mit unterschiedlichen Einsatzanteilen zu Getreide vorgesehen, was sich in den sehr unterschiedlichen Gehalten an Methionin und Calcium wiederspiegelt. Einmal ist der Einsatz mit 2:1 zu Getreide, je einmal mit 40 bis 50 %, 50 bis 55 % und 40 % sowie 7 % Leguminosen vorgesehen. Für drei der Ergänzer wird zusätzlich die Gabe von Muschelschalen zu freien Aufnahme vorgesehen. Entsprechend den unterschiedlichen Mischungsanteilen sind die konzipierten Gehalte an Rohprotein, Methionin und Mineralstoffen leicht unterschiedlich.

Bei einem Ergänzer wurde der deklarierte Methioningehalt nicht erreicht, die anderen Angaben konnten durch die Laboranalysen bestätigt werden.

Bei der fachlichen Bewertung werden die anteiligen Nährstoffe aus dem Ergänzer und dem Getreide zusammengerechnet und die zu fütternde Mischung mit den Richtwerten verglichen. Der genannte Methionin-Untergehalt in Verbindung mit fehlenden Angaben zum Mischungsanteil führt zu einer Bewertung „2“. Weitere Futter wiesen einen zu geringen Calciumgehalt auf - gerade Ergänzer sollten aber die Calcium-Lücke des Getreides abdecken. Ein Phosphor-Übergehalt wirkte sich auf die Bewertung nicht aus. Vier Futter erreichten die Bewertung „1“.

Hier sind die Ergänzungsfutter in der Übersicht als PDF-Datei zu finden. 

vft

Mehr Ergebnisse im Internet

Die vorliegenden Ergebnisse gelten nur für die geprüften Futterchargen und lassen keinen Schluss auf andere Futtertypen zu. Wegen der geringeren Anzahl von Ökofuttern im Warentest kann die Zusammenstellung nur einen kleinen Ausschnitt des Marktes zeigen.

Unter www.futtermitteltest.de sind ausführliche Erläuterungen des VFT, Richtwerte zur Nährstoffausstattung der Futter, sowie weitere Anforderungen des VFT zu finden.

Weitere Informationen

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