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Futtererbsen

09.09.2015

Wirtschaftliche Einordnung

Die Körnererbse (Pisum sativum) ist, wie die Körnerleguminosen generell, ein Fruchtfolgeglied mit zentraler Bedeutung im ökologischen Landbau. Wegen der Stickstofffixierung durch die Pflanzen sind die Vorfruchtansprüche gering und und die Vorfruchtwirkung gut. Die Nachfrage nach Erbsen als Eiweißträger in der Tierfütterung wird sich bei zunehmender Veredlung auch im ökologischen Landbau erhöhen. Für reine Ackerbaubetriebe stehen neben der Verkaufsfrucht Erbse vor allem Fruchtfolgeaspekte im Vordergrund. Aufgrund der Ausdehnung von Geflügel und Schweinehaltung und den damit einhergehenden Bedarf an hochwertigen Eiweißfuttermitteln dürfte der Bedarf an Futtererbsen zukünftig noch deutlich steigen.

Kulturtechnik

Die Erbse gedeiht auf leichten bis mittelschweren Böden. Sie reagiert sehr negativ auf Verdichtung und deren Begleitumstände wie Staunässe, schlechte Durchlüftung, langsame Erwärmung etc. Ebenfalls ist eine gute Kalkversorgung mit pH-Werten > 6 von Bedeutung.

Körnerleguminosen werden gewöhnlich nach der zweiten oder dritten zehrenden Frucht (meist Getreide) angebaut. Die Erbse ist mit sich selbst unverträglich und wird in Abständen von mindestens fünf Jahren in der Fruchtfolge gestellt. Zusätzlich sind im Anbau von Zwischenfrüchten sowohl Erbsen als auch verwandte Arten zu vermeiden. Bei längeren Anbaupausen oder wenn noch nie Erbsen standen, ist eine Impfung mit passenden Knöllchenbakterienstämmen vorzunehmen. Die Vorfruchtwirkung liegt neben der Stickstoffbindung in der kurzen Vegetation, der guten Bodengare und dem Auflockern der Getreide- und Gräserfolge.

Die Aussaat erfolgt unter trockenen Bedingungen ab Mitte März. Da die Erbse frostempfindlich ist und die langsame Keimentwicklung den bodenbürtigen Krankheitsbefall begünstigt, ist eine Saat im April oft sicherer. Die Saat erfolgt in ein gut vorbereitetes Saatbett ohne Verdichtungen. Die Aussaatstärke liegt bei 50 – 80 Samen je m² bei einem Reihenabstand von 15 – 30 cm. Die Erbse wird mindestens vier Zentimeter tief abgelegt. Auf leichten Böden sind 6 cm Saattiefe anzustreben, die Aussaat wird meist im üblichen Getreideabstand vorgenommen.

Nach der Aussaat ist ein Anwalzen ratsam, bei leichten, klutigen oder steinigen Böden sogar wichtig. Da die Unkrautunterdrückung und Druschfähigkeit im Vordergrund stehen, kommen langwüchsige und standfeste Sorten zum Einsatz. Das Ertragspotenzial und das TKG sind aus ökonomischen Aspekten zu berücksichtigen. Die gängigen Sorten sind halbblattlos (das heißt es fehlen die Fiederblätter) und damit weniger beschattend, aber standfester.

Zur Unkrautregulierung kommen vor allem Striegel und bei geeignetem Reihenabstand auch die Maschinenhacke zum Einsatz. Vor der Aussaat ermöglicht eine vorgezogene flache Saatbettbereitung das Auflaufen der Samenunkräuter, die dann durch die Bestellung vernichtet werden. Danach ist ein- oder zweimaliges Blindstriegeln notwendig. Nach dem Auflaufen ist der Striegel erst ab handhohen Pflanzen einsetzbar. Jetzt kann bis zum Verranken mehrfach - je nach Witterung - gestriegelt werden. Bei weiteren Reihen kommt die Unkrautregulierung mit Hackgeräten zum Zuge.

Von den Krankheiten sind vor allem der Erbsenmehltau, der Erbsenrost und die Brennfleckenkrankheit zu erwähnen, die sich allerdings durch geeignete Kulturbedingungen (Fruchtfolge, geeignete Standorte) im Griff halten lassen. Bei den Schädlingen sind es vor allem die Erbsenblattlaus, der Erbsenwickler und manchmal auch der Blattrandkäfer die Schäden anrichten können. Bei Vogelfraß nach der Aussaat ist der Einsatz von Abwehrmaßnahmen wie Flugdrachen oder Schreckschussapparat in Erwägung zu ziehen.

Die Ernte erfolgt im Mähdrusch bei ca. 18 – 20% Feuchte, um hohe Elastizität der Körner sicherzustellen. Die Ernte der Erbsen wird möglichst schonend durchgeführt. Ährenheber helfen lagernde Bestände zu dreschen. Bei Kornfeuchten von 16 bis 18 Prozent ist der Bruchanteil geringer, aber dem stehen die Trocknungskosten gegenüber. Bei der Saatguterzeugung ist die Samenbeschädigung auch bei der Einlagerung zu vermeiden, da die Keimanlagen nur durch eine dünne Schale geschützt werden. Große Fallhöhen wirken hier besonders schädlich.

Weitere Informationen

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