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Kartoffeln

09.09.2015

Wirtschaftliche Einordnung

Kartoffeln spielen im ökologischen Landbau eine große Rolle. Durchschnittlich bebauten Öko-Landwirte fast 5 Prozent ihrer Ackerfläche in den letzten Jahren mit Kartoffeln. Sie lassen sich auf praktisch allen Ackerstandorten anbauen, sind wegen ihres im Vergleich zu konventionellen Kartoffeln oft besseren Geschmacks bei den Kunden beliebt und erzielen gute Preise.

Kulturtechnik

Leichtere, gut durchlüftete Böden mit geringen Tonanteilen eignen sind besonders gut für den Kartoffelanbau. Allerdings beweisen viele Praktiker, dass mit entsprechendem Fingerspitzengefühl und angepasster Technik auch auf schwereren Böden gute Qualitäten erzeugt werden können. Je schwerer der Boden, desto wichtiger ist die Frostgare und damit die Pflugarbeit vor dem Winter, um ein klutenfreies, strukturstabiles Pflanzbett im Frühjahr vorzufinden. Bei leichteren Böden kann die Pflugarbeit in den Winter verlegt werden, da dann bei abgekühlten Böden die Gefahr von Auswaschungsverlusten minimiert ist.

Alternativ kann auch im Frühjahr bei guter Einarbeitung des Aufwuchses (mit exakt eingestelltem Vorschäler) auf mittleren bis leichten Böden guter Erfolg erzielt werden. In trockenen Regionen ist allerdings der Wasserverlust zu bedenken. Trockene Arbeitsbedingungen sind höchstes Gebot, denn die Kartoffel reagiert sehr empfindlich auf Strukturschäden. Auf schweren Böden kann auch das Vorziehen von Herbstdämmen sinnvoll sein, da durch die größere Oberfläche mit der verbesserten Frostgare die Klutenbildung verhindert wird.

Die Sortenwahl hängt von den Präferenzen der Kunden (festkochend oder mehlig), Geschmack, Inhaltsstoffen und Lagerfähigkeit ab. Der Landwirt achtet außerdem auf Krankheitstoleranz sowie Ertragspotenzial. Generell sollte auf gesundes Saatgut geachtet werden. Im Öko-Landbau sollte nicht auf das Vorkeimen der Pflanzkartoffeln verzichtet werden. Dadurch wird die Gefahr von Krankheiten bis zum Auflaufen drastisch verringert und die Kartoffeln erhalten einen wesentlichen Wachstumsvorsprung, der in einen bis zu 20 % höheren Ertrag umgesetzt werden kann. Ein mittlere Pflanzdichte von 40.000 Knollen pro Hektar ist bei mittleren Böden und mittlerer Sortierung angebracht. Bei einem durchschnittlichen Knollengewicht von 60 Gramm bedeutet dies 24 dt Pflanzgut pro Hektar. Bei guten Böden und kleiner fallender Ware kann auch enger gepflanzt werden und umgekehrt. Die Kartoffeln sollten acht bis zehn Zentimeter mit lockerem Boden bedeckt sein.

Art und Umfang der Pflegearbeiten bei Kartoffeln sind abhängig von Bodenart und -zustand, Witterung und Unkrautbesatz. Striegel und Häufelgerät, aber auch Dammfräse kommen zum Einsatz, allerdings ist dafür immer ein trockener Boden notwendig. Ziel der Pflegearbeiten ist es, einen gut geformten Damm herzustellen, den Boden zu krümeln und den Unkrautaufwuchs zu regulieren.

In der Nährstoffversorgung muss man vor allem auf die Elemente Stickstoff, Kalium, Phosphor und Magnesium achten. Eine ausreichend bemessene Stickstoffversorgung ist für die Gesunderhaltung des Laubes wichtig und hilft damit die Ausbreitung von Krankheiten und Stressparasiten wie z.B. Krautfäule oder Alternaria zu verhindern. Eine mangelnde Stickstoffversorgung der Kartoffel tritt häufig dann auf, wenn sie in der Fruchtfolge nicht direkt einer tragenden Leguminosenkultur folgt, sondern erst im zweiten Jahr angebaut wird. Vor der Pflanzung durchgeführte Bodenproben geben Aufschluss über den aktuellen Nährstoffgehalt im Boden.

Die Kraut- und Knollenfäule ist eines der maßgeblichen Anbauprobleme im ökologischen Kartoffelbau. Daneben können in trockenen, heißen Jahren die Larven des Kartoffelkäfers durch starken Blattfraß sowie Drahtwürmer durch Lochfraß an den Knollen zum Teil erhebliche Schäden verursachen. Die Regulierung von Krankheiten und Schädlingen erfolgt im ökologischen Landbau vor allem durch vorbeugende Maßnahmen. Welche Wirkstoffe für direkte Bekämpfungsmaßnahmen verwendet werden dürfen, ist in der EG-Öko-Verordnung Anhang II B geregelt.

Die Kartoffelernte erfolgt erst bei ausreichender Schalenfestigkeit. Diese ist gegeben, wenn nach Absterben des Krautes die Kartoffeln noch ca. 3 – 6 Wochen im Boden liegen. Auf eine geeignete Bodentemperatur (min. 12 °C) bei der Ernte ist zu achten, damit Verletzung der Kartoffel durch Erntemaschinen so gering wie möglich gehalten werden. Des weiteren ist die Erntemaschine so einzustellen, dass die gerodete Kartoffel möglichst lange im schützenden Erdstrom durch die Maschine laufen. Bewährt hat sich ein zweiphasiges System, in dem die Kartoffeln zunächst auf die Erdoberfläche gerodet werden und sich erwärmen und abtrocknen können und in einer zweiten Phase dann mit einem Sammelroder geerntet werden.

Spezialinformationen zum Kartoffelanbau finden Sie in der Fachinfo unter Pflanzenbau - Kartoffeln

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