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Lupinen

09.09.2015

Wirtschaftliche Einordnung

Der Anbau der Blauen Lupine hat in den letzten Jahren zunehmend an Bedeutung gewonnen. Es sind drei verschiedene Lupinenarten zu unterscheiden: Die gelbe, die weiße und die blaue Lupine. Von allen drei Arten gibt es durch züchterische Bearbeitung alkaloidarme Formen, die sich für Futterzwecke eignen und alkaloidreichere Varianten, die zur Gründüngung eingesetzt werden. In der Tierernährung ist die Lupine durch ihre höheren Eiweißgehalte und sehr gute Verdaulichkeit insbesondere für die Rinder- und Geflügelfütterung interessant.

Der Einsatz von Lupinenprodukten in der menschlichen Ernährung ist zurzeit noch unbedeutend, könnte aber bei Diskussionen um die gefährdete Gentechnikfreiheit der Sojabohne Auftrieb erhalten. Trotz der höheren Proteingehalte erlöst die Lupine aber selten die erforderlichen Mehrpreise gegenüber Erbsen und Ackerbohnen. Durch ihren Anbau auf den eher besseren Standorten erzielt im deutschen Öko-Anbau die Weiße Lupine die höchsten Eiweißgehalte. Neben den Süßlupinen befinden sich noch Blaue und Gelbe Bitterlupinen zur Gründüngung im Handel.

Kulturtechnik

Die Lupine kann außer nach Leguminosen, Kartoffeln oder Grünlandumbruch nach allen Vorfrüchten angebaut werden. Lupinen sind Stickstoffsammler und durch ihr gutes Wurzelsystem in der Lage, auch aus tieferen Bodenschichten Nährstoffe aufzunehmen. Sie sind allerdings nicht selbstverträglich. Eine Anbaupause von mindestens vier Jahren sollte daher eingehalten werden. Bevorzugt werden leichte, gut durchlässige Böden. Alle Sorten reagieren sehr empfindlich auf hohe Kalkgehalte (Kalkchlorosen). Die pH-Werte sollten zwischen 6 und 6,5 liegen.

Die gelbe Lupine wird in ein feinkrümeliges Saatbett möglichst früh ab etwa Ende März ca. 60 – 80 Körner je m2 in einem Reihenabstand von 15 – 30 cm gesät. Die weiße Lupine erfordert gründigere, lehmige Böden. Aufgrund ihrer großen Körner sollte das Saatbett nicht zu feinkrümelig sein. Sie wird möglichst ab Mitte März mit ca. 50 – 60 Körner je m2 in einem Reihenabstand von 30 – 45 cm gesät. Der Reihenabstand hängt davon ab, ob der Bestand gehackt werden soll. Die Lupine kommt mit trockenen Bedingungen auch nach der Saat zurecht, so dass Walzen nur auf Problemstandorten notwendig ist.

Zur Unkrautregulierung kommen vor allem Striegel und ggf. auch die Reihenhacke zum Einsatz. Im Vorauflauf sollte ein Blindstriegel- bzw. -eggenstrich erfolgen. Der Striegeleinsatz im Bestand ist möglich, sobald die Pflanzen nicht mehr verschüttet werden.

Von den Krankheiten ist vor allem die samenübertragbare Anthraknose zu erwähnen, die sehr hohe Schäden anrichten kann. Sie liebt feuchte, niederschlagsreiche Bedingungen. Als Symptome sind Verkrümmungen, welke Blätter, Brennflecken an Blättern und Hülsen bis hin zum völligen Ertragsausfall zu nennen. Es sind weitere Krankheiten der Lupine vorhanden, die jedoch bei entsprechend langen Anbaupause i. d. R. keine größere Bedeutung erlangen. Als Schädlinge im Lupinenanbau können die Lupinenwurzelfliege und die Bohnenfliege auftreten.

Die Ernte erfolgt im Mähdrusch bei geeigneter Dreschereinstellung. Die Abreife der Lupinen ist ungleichmäßig, weshalb ein Kompromiss zwischen Ausreife und Feuchtegehalte bei später Ernte gefunden werden muss. Vor allem die Blauen Lupinen sollten zur Vermeidung von Platzverlusten nicht zu spät geerntet werden. Geeignete Lagerfeuchte liegt bei 14% Wassergehalt, weshalb eine Trocknung praktisch immer erforderlich ist. Die Erträge liegen bei etwa zehn bis 25 dt pro Hektar bei der gelben und 15 bis 35 dt pro Hektar bei der weißen Lupine

Weitere Informationen

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