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Zuckerrüben

09.09.2015

Wirtschaftliche Einordnung

In Deutschland werden etwa 400 Hektar Öko-Zuckerrüben angebaut. Das entspricht etwa 0,25 Prozent der ökologischen Ackerfläche der Bundesrepublik. Insofern nimmt der Zuckerrübenanbau eine Nische innerhalb des Öko-Landbaus ein, die aber - trotz aller Wellenbewegungen - durchaus Perspektive hat. Die weitere Entwicklung wird ausschließlich von der Marktentwicklung für Öko-Zucker und der Einschätzung der Fabriken abhängen. Mit entsprechendem Kontingent und einer funktionierenden, kostengünstigen Unkrautkontrolle kann die Zuckerrübe auch im ökologischen Landbau eine lohnende Kultur sein.

Die Zuckerrübe gilt als Bodenverbesserer mit einem hohen Nährstoffbedarf. Der Arbeitsaufwand wird hauptsächlich bestimmt durch die Unkrautregulierung. Handarbeit ist durch den späten Reihenschluss und somit geringem Konkurrenzdruck der Rüben gegenüber dem Unkraut unvermeidlich, zusätzlich wird maschinell gehackt. Die Wirtschaftlichkeit des Zuckerrübenanbaus wird entscheidend durch die Kosten der Unkrautregulierung bestimmt.

Kulturtechnik

Zuckerrüben gedeihen gut auf tiefgründigen, mittleren bis schweren, steinfreien Böden (pH > 6,5, Humus >1 %). Sie sind Nährstoffzehrer, nutzen aber auf Grund ihres Wurzelsystems auch Nährstoffe aus der Tiefe. Damit sind Zuckerrüben willkommene Konkurrenzpflanzen für tief wurzelnde Unkräuter (z.B. Distel und Ampfer). In getreidereichen Fruchtfolgen stellen sie eine Bereicherung dar und verfügen über einen guten Vorfruchtwert.

In der Fruchtfolge steht sie maximal alle fünf Jahre auf der gleichen Fläche. Zu anderen Gänsefußgewächsen, Sonnenblumen oder Zwiebeln sind Anbauabstände von mindestens drei Jahren einzuhalten. Als Vorfrucht eignet sich frühräumendes Getreide wie zum Beispiel Gerste sehr gut, dem eine Zwischenfrucht folgt. Eine späte Herbstfurche hat sich bewährt. Beim zu intensivem Abziehen vor der Saatbettbereitung besteht die Gefahr der Überlockerung und Austrocknung. Die Aussaat der Zuckerrüben erfolgt in ein gut abgesetztes, feinkrümeliges Saatbett mit ca. 90 - 95 Tausend Pflanzen je Hektar. Pilliertes, ungebeiztes Saatgut wird in einer Tiefe von zwei bis vier Zentimetern und einer Reihenweite von zwölf (üblich) oder 18 Zentimetern abgelegt.

Die optimale Ernährung erfolgt vorrangig durch die Düngung der Vorkultur. Organische Dünger sollten möglichst mit anschließender Zwischenfrucht ausgebracht werden. Soll Gülle im Anbaujahr ausgebracht werden, sollte dies möglichst vor der Saat erfolgen. Eine Kopfdüngung sollte nur bis zum Vier-Blattstadium und 1:1 verdünnt ausgebracht werden.

Die Unkrautregulierung und der damit verbundene Handarbeitsaufwand ist der entscheidende Faktor für die Wirtschaftlichkeit des ökologischen Zuckerrübenanbaus. Zuckerrüben zeichnen sich durch langsames Wachstum und späten Reihenschluss aus. Besonders wichtig ist daher eine geringe Konkurrenz durch Unkraut im Jugendstadium, insbesondere von der vierten bis achten Woche nach dem Auflaufen. Zur Unkrautregulierung kommen Hand- und Maschinenhacke, Striegel sowie ggf. das Abflammgerät in Frage. Flaches Striegeln bei abgetrocknetem Boden entfernt Unkraut, das anschließend an der Oberfläche verdorrt. 150 Arbeitsstunden je Hektar für die Handhacke und zwei bis drei Durchgänge mit der Maschinenhacke können veranschlagt werden.

Krankheiten und Schädlingen beugt der Öko-Landwirt durch eine weite Fruchtfolge sowie eine gute Standort- und Saatgutwahl vor. Als Schädlinge gelten Schnecken, Moosknopfkäfer, Drahtwürmer und Rübenerdflöhe. Eine regelmäßige Feldkontrolle ist ab dem Auflaufen unerlässlich.

Die Ernte erfolgt möglichst zu Beginn der Verarbeitungskampagne, da zu diesem Zeitpunkt eher mit trockenem Wetter zu rechnen ist. Strukturschäden des Bodens durch die Ernte im feuchten Boden wirken sich besonders im Öko-Landbau negativ auf die Folgefrucht aus. Allerdings geht die frühe Ernte auf Kosten des Ertrages und des Zuckergehaltes.

Weitere Informationen

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