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Projekt

Anbau und Düngung von Winterraps im Ökologischen Landbau

Projekt

Leitbetriebe ökologischer Landbau in NRW

Beschreibung

Die anhaltend hohe Nachfrage nach Körnerraps aus Ökologischem Landbau (ÖL) und eine gesicherte Vermarktung über Abnahmeverträge bspw. durch die Teuto-burger Ölmühle machen den Rapsanbau interessant. Raps nimmt vor Winter hohe Mengen Stickstoff auf und mindert die Verlagerung in tiefere Bodenschichten. Seine positiven Vorfruchteffekte (McEwen et al. 1989) wirken sich insbesondere in Getreidefruchtfolgen viehloser Betriebe günstig aus. Dennoch ist der Anbauumfang im ÖL gering. Ursachen sind das hohe Anbaurisiko durch Unkraut-, Schädlings- und Krankheitsdruck sowie der hohe Nährstoffanspruch (Stickstoff) v.a. im zeitigen Frühjahr. Der Gemengeanbau von Raps mit Buchweizen in Doppelreihen nach Vorfrucht Winterwicke wurde vom Biolandwirt Hermann Künsemöller aus Halle (Westfalen) mit dem Ziel entwickelt Unkraut ohne mechanische Regulation ausreichend kontrollieren zu können und zusätzlichen Stickstoff zu speichern, der dem Raps im Frühjahr aus dem abgefrorenen Buchweizen zur Verfügung stehen soll (Buschhaus & Künse-möller 2004).

Versuchsaufbau

Nach Vorversuchen auf dem Leitbetrieb Schloß Wendlinghausen wurden im August 2007 auf drei Standorten in NRW Feldversuche mit den Faktoren Anbausystem (eng: Reihenabstand 12 cm, ohne mechanische Unkrautkontrolle; weit: Reihenabstand 24 cm, mit Maschinenhacke; BW: Doppelreihe Raps und Doppelreihe Buchweizen, Reihenabstand 12 cm, ohne mechanische Unkrautkontrolle; DR: Doppelreihe Raps und Doppelreihe frei, Reihenabstand 12 cm, mit Maschinenhacke) und Frühjahrsdüngung (80 kg N/ha PPL, Potato Protein Liquid, ein Rückstand aus der Kartoffelstärkeproduktion vs. ohne Düngung) angelegt. Auf zwei Standorten wurden die Versuche aufgrund heterogener Bestandesentwicklung im Frühjahr 2008 abgebrochen. Dargestellt werden im Folgenden die Ergebnisse auf dem Versuchsbetrieb Wiesengut in Hennef (Höhe ü. NN 65 m, Temperatur 10,3 °C, Niederschlag 840 mm, Bodenart sL-uL, Bodenpunkte im Versuch 50). Die Aussaat der Rapssorte Oase (60 Körner/m2) erfolgte nach Vorfrucht Kleegras am 23. August 2007. In der Variante "BW" wurde Buchweizen, Sorte Lifago, in der Saatdichte 150 Körner/m2 entsprechend 25 kg/ha verwendet. Die Maschinenhacke wurde am 24. Sept. sowie am 08. Oktober 2007 eingesetzt; Düngerapplikation am 19. März; Parzellendrusch am 15. Juli 2008. Die Trockenmasse und Stickstoffaufnahme von Kulturpflanze und Unkraut, der mineralische Stickstoffgehalt im Boden und der Kornertrag wurden erfasst, um folgende Hypothesen zu überprüfen:1. Gemengeanbau von Raps mit Buchweizen kann die Verunkrautung im Vergleich zur Aussaat mit engem Reihenabstand ohne mechanische Unkrautkontrolle und weitem Reihenabstand mit Maschinenhacke reduzieren. 2. Buchweizen nimmt zusätzlichen Stickstoff vor Winter auf, dieser wird vor der Verlagerung in tiefere Bodenschichten bewahrt und steht dem Raps im Frühjahr aus der Mineralisierung zur Verfügung; höhere Kornerträge werden erzielt. 3. Eine Frühjahrsdüngung mit PPL (80 kgN/ha) steigert den Kornertrag signifikant.

Versuchsjahr

2008

Ergebnis

Die Verunkrautung vor Winter wurde durch das Anbausystem nicht signifikant beeinflusst. Mitte April war jedoch sowohl die Unkrautrockenmasse als auch der Unkrautdeckungsgrad in der Variante "BW" (Gemengeanbau Raps mit Buchweizen) signifikant am höchsten. Zu beiden Zeitpunkten wurde kein signifikanter Unterschied zwischen der um 40 €/ha kostengünstigeren Variante "eng" im Vergleich zur Variante "weit" festgestellt. Ein Einfluss der Düngung auf die Verunkrautung wurde an diesem Standort nicht nachgewiesen. Im Gegensatz dazu wurde im Versuch auf Schloss Wendlinghausen, der aufgrund schwacher und heterogener Bestandesentwicklung abgebrochen werden musste, die Düngung zum überwiegenden Teil durch das Unkraut genutzt (Rapstrockenmasse mit Düngung 8,5 dt/ha vs. 7,5 dt ohne Düngung, Unkrauttrockenmasse mit Düngung 32,2 dt/ha vs. 10,8 dt ohne Düngung). Eine Frühjahrsdünung sollte daher unter ökologischen Anbaubedingungen nur in bereits ausreichend entwickelte Rapsbe-ständen mit vglw. niedrigem Unkrautdruck ausgebracht werden.

Ergebnisbericht

 Ergebnisbericht als PDF

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