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Nationales Tierwohlmonitoring 2026: Q Check liefert aktuelle Zahlen zur Milchviehhaltung

01.07.2026
Q Check Logo

Der sogenannte Q‑Check ist ein bundesweit einheitliches System zur Bewertung des Tierwohls in der Milchviehhaltung. Es wurde im Rahmen eines Verbundprojekts ab 2017 entwickelt und dient dazu, vorhandene Daten aus Milchkontrolle und Tierdatenbanken in Tierwohlindikatoren umzuwandeln und vergleichbar auszuwerten. 

Damit unterstützt der Q‑Check sowohl die gesetzlich vorgeschriebene betriebliche Eigenkontrolle als auch ein nationales Monitoring der Tierwohlsituation. 

Für das Jahr 2025 zeigt das vom Bundesverband Rind und Schwein (BRS) veröffentlichte Monitoring erneut ein insgesamt gutes Tierwohl-Niveau in der deutschen Milchviehhaltung. Grundlage sind Daten von rund 2,9 Mio. Kühen aus fast 30 000 Betrieben, was etwa 87 % des Bestands entspricht. Die Daten stammen aus der Milchkontrolle sowie aus der HI‑Tier-Datenbank und werden nach einheitlichen Standards ausgewertet und anonymisiert zusammengeführt.

Die aktuellen Ergebnisse weisen in mehreren Bereichen auf positive Entwicklungen hin. So hat sich insbesondere die Eutergesundheit der Kühe verbessert: Der Anteil von Tieren mit niedrigen Zellzahlen (≤ 100 000 Zellen/ml Milch) stieg bis 2025 auf 62 %, während hohe Zellzahlen (≥ 400 000 Zellen/ml Milch) auf 10,8 % zurückgingen. Auch die Neuinfektionsrate während der Laktation sank auf 16,9 %. Zudem verringerte sich die Mastitisrate bei Erstlaktierenden auf 25%. Diese Trends gelten als Hinweis auf ein gutes Herdenmanagement in den Betrieben.

Einzelne Kennzahlen hatten im Vorjahr noch unter dem Einfluss der Blauzungenkrankheit gelitten. So war beispielsweise die Abgangsrate zwischenzeitlich erhöht, hat sich inzwischen jedoch wieder verbessert und liegt aktuell bei 27,4 %.

Tabelle Indikatoren Q-Check nationales Monitoring 2026

Neben der bundesweiten Auswertung hat der Q‑Check auch einen praktischen Nutzen für die Betriebe: Über den sogenannten Q‑Check‑Report erhalten Landwirte ihre betriebsspezifischen Kennzahlen sowie Vergleichswerte mit anderen Betrieben. Dadurch lassen sich Schwachstellen erkennen und gezielte Verbesserungsmaßnahmen im Herdenmanagement ableiten.

Perspektivisch soll das System weiterentwickelt werden: Auf Basis der bisherigen 16 Einzelindikatoren wird derzeit ein zusätzlicher „Q‑Index“ aufgebaut. Dieser fasst zentrale Bereiche wie Stoffwechselgesundheit, Eutergesundheit und Tierverluste in übersichtlichen Kennzahlen zusammen und ermöglicht eine schnelle Gesamteinschätzung. Geplant ist eine quartalsweise Auswertung, damit Betriebe Entwicklungen frühzeitig erkennen und entsprechend reagieren können.


Quelle: Bundesverband Rind und Schwein e.V.