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BÖLW-Statement zum Weltbodentag 2017

08.12.2017

 Böden sind Grundlage für mehr als 90 Prozent der weltweit produzierten Nahrung. Den Weltbodentag (5. Dezember) kommentiert der Vorsitzende des Bund Ökologische Lebensmittelwirtschaft (BÖLW), Felix Prinz zu Löwenstein:

"Unser Boden ist der hauchdünne Mantel unseres Planeten und die Grundlage für unser Leben.  

Erosion und Versalzung machen Böden weltweit unfruchtbar. Auch chemisch-synthetische Stoffe in Pestiziden und Düngemitteln sowie zu hohe Gewichte landwirtschaftlicher Maschinen beeinträchtigen den belebten Boden und damit die Basis für unsere Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion.  

Mit regenerativer Landwirtschaft kann Humus im Boden aufgebaut und damit überschüssiger Kohlenstoff aus der Luft gespeichert werden. Die Agrarpolitik muss endlich etwas dafür tun, dass eine solche Landwirtschaft zum Standard wird.  

Bio-Bauern verwenden keine chemisch-synthetische Pestizide und sie gestalten reichhaltige Fruchtfolgen. Mit dieser ökologischen Bewirtschaftung schaffen Bio-Bauern, dass mehr Humus aufgebaut wird. So wird der Boden fruchtbarer und speichert mehr klimaschädliches CO2, weil das der Grundbaustein für Humus ist. Das bedeutet effektiven Klimaschutz sowie stabilere Erträge für die Bauern.  

Trotzdem können viele Bio-Betriebe ebenso wie konventionelle Bauern noch deutlich mehr tun, um zu Klimarettern zu werden. Die EU ebenso wie Bund und Länder müssen deshalb humus-aufbauende ‚Regenerative Landwirtschaft‘ zu einem Schwerpunkt von Agrar- und Klimapolitik machen.

Hintergrund

Derzeit besteht in der EU kein gesetzliches Regelwerk für eine verbindliche und einheitliche Bodenschutzstrategie. Der Gesetzesvorschlag einer Bodenrahmenrichtlinie ist im Jahr 2014 zurückgezogen worden, aufgrund einer sogenannten Sperrminorität verschiedener EU-Mitgliedsstaaten – darunter auch Deutschland. Bestehende EU-Regelungen in anderen Bereichen des Bodenschutzes reichen nicht aus, um ein angemessenes Schutzniveau für alle Böden in Europa zu gewährleisten. Der BÖLW setzt sich für die Einführung spezifischer Rechtsvorschriften zum Schutz der Böden in Europa ein.

Der Ökologische Landbau wurde vor fast 100 Jahren begründet, um die Fruchtbarkeit der landwirtschaftlichen Böden zu erhalten. Bio-Bauern schützen Böden besonders gut mit vielfältigen Fruchtfolgen. Im Ökolandbau werden keine chemisch-synthetischen Substanzen in Spritz- und Düngemitteln eingesetzt, die das Bodenleben negativ beeinträchtigen.

Studie „Regeneration von Böden und Öko-Systemen: Ein Weg zur Begrenzung des Klimawandels“

Quelle: Pressemitteilung BÖLW - Bund Ökologische Lebensmittelwirtschaft, Berlin, 05. Dezember 2017

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