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Folgekosten durch konventionelle Düngung

28.02.2018

Studentinnen erhalten Forschungspreis Bio-Lebensmittelwirtschaft

"Wir haben diesen Forschungspreis ins Leben gerufen, weil Unternehmen und Studenten zusammengebracht werden sollen. Wir wollen junge Menschen motivieren, ihre Abschlussarbeiten über die Öko-Lebensmittelwirtschaft zu schreiben", so Maren Walter von der Ulrich Walter GmbH. "Seit der ersten Verleihung vor fünf Jahren wurden 88 Arbeiten eingereicht", sagt Petra Wolf von der Nürnbergmesse. "Unsere Preisträger haben ein beeindruckendes wissenschaftliches Engagement an den Tag gelegt", so Wolf.

Was die Gesellschaft die konventionelle Düngung kostet, hat die 23-jährige Bachelorstudentin Amelie Michalke der Universität Augsburg im Blick. Sie betrachtet die Bio-Forschung im Rahmen ihrer Arbeit mit dem Thema "Erarbeitung einer Methodik zur Monetarisierung der Folgen von reaktivem Stickstoff im Agrarsektor" aus Sicht einer Wirtschaftsingeneurin und beschäftigte sich seit 2016 mit der Frage, was Lebensmittel wirklich kosten. Mit ihrer Bachelorarbeit leistet Michalke einen Beitrag zur Bewertung von lebensmittelkategorie-spezifischen Folgekosten.

Ausgangspunkt ihrer Untersuchung ist die Aussage, dass reaktive Stickstoffüberschüsse vor allem bei der Düngung landwirtschaftlicher Nutzfläche entstehen. Solche Überschüsse tragen Folgen an Ökosystemen, Klima und menschlicher Gesundheit und generieren zeitversetzt Kosten, die nicht dem Verursacher des Stickstoffproblems zugeschrieben werden, sondern anderweitig getragen werden müssen. Durch eine kategoriespezifische Untersuchung stellt die Studentin der Universität Augsburg dar, dass die externen Effekte von konventionell hergestellten Lebensmitteln um ein Vielfaches größer sind als die von Lebensmitteln ökologischen Ursprungs.

Mit dem Trend des Superfoods hat sich Michaela Kuhn von der Technischen Universität München in ihrer Bachelorarbeit beschäftigt. Sie legt dar, dass die gesteigerte Nachfrage nach Quinoa in Hocheinkommensländern zwar zu einer Erhöhung der Einkommen bei den Kleinbauern in Bolivien führte, die Produktionsausdehnung teilweise aber auch auf Kosten der ökologischen Nachhaltigkeit und Ernährungssicherung der Landwirte und ihrer Familien gegangen ist.

Dass der Ökolandbau in staatlichen Berufsschulen mehr gefördert werden müsste, schreibt Julia Stark von der Universität Kassel in ihrer Masterarbeit. Wesentliches Fazit ihrer Arbeit war, dass der Ökolandbau vor allem Bestandteil anderer Fächer ist und die vermittelten Inhalte für eine fachliche Vorbereitung auf eine Tätigkeit im Ökolandbau nicht ausreichen. Um dem entgegenzuwirken, beschreibt Stark in ihrer Arbeit die wichtigsten Maßnahmen und Handlungsempfehlungen, wie das Thema ökologischer Landbau besser in die berufliche Bildung integriert werden kann.

Durch Literaturanalyse und Experteninterviews untersucht Magdalena Gutendorf von der HNE Eberswalde die Möglichkeiten und Grenzen der Markteinführung des sogenannten "ei care Fleisches" in die gehobene Berliner Gastronomie. Durch Empfehlungen der Studentin zur Marktfähigkeit, liefert sie einen Beitrag zur Weiterentwicklung der ökologischen Geflügelzucht und stärkt damit die Glaubwürdigkeit der ökologischen Tierhaltung.

Ab sofort können wieder Arbeiten für den Forschungspreis 2019 eingereicht werden: http://www.forschungspreis-bio-lebensmittel.de/

Ausführliche Vorstellung der diesjährigen Preisträgerinnen >>

Text und Fotos: Dr. Karl Kempkens, Landwirtschaftskammer NRW

Quelle:Pressemitteilung Forschungspreis Bio-Lebensmittelwirtschaft vom 17.02.2018

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