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Ökolandbau in der beruflichen Bildung: In NRW tut sich was

29.01.2018

Projektwoche Ökologischer Landbau in der Fachschule Münster

 

Die landwirtschaftlichen Fachschulen in NRW integrieren zunehmend Inhalte des ökologischen Landbaus in den Unterricht. Einige Fachschulen führen in diesem Zusammenhang Projektwochen durch. Mitte Dezember 2017 fand in der 'Fachschule Agrarwirtschaft Münster' die Vorstellung der Ergebnisse der Projektwoche 'Ökologische Landwirtschaft' durch die Schüler statt. Bereits im dritten Jahr in Folge wurden in der Projektwoche jeweils ein milchvieh- und ein schweinehaltender Betrieb, die an der Umstellung auf ökologische Landwirtschaft interessiert sind, von den Studierenden besucht und beraten. Ziel der Projektwoche war, die beiden Betriebe zu analysieren, bei ihrer Umstellung zu begleiten und den Prozess voran zu bringen.

Nach intensiver Gruppenarbeit wurden die Ergebnisse der Projektwoche am 19. Dezember 2017 in der Aula der Fachschule vorgestellt und den Betriebsleitern der beiden Umstellungsbetriebe präsentiert. Unter Berücksichtigung der aktuellen Gegebenheiten auf den Betrieben sowie der Wünsche und Vorstellungen der Betriebsleiter wurde ein Zeitplan für die Umstellung und eine ackerbauliche Planung inklusive ökologischer Fruchtfolgen erstellt.

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Auch fertigten die Studenten zum Beispiel für den schweinehaltenden Betrieb Entwürfe für Umbauten von aktuellen Gebäuden und Entwürfe für neue Stallungen zum Abferkeln, für die Ferkelhaltung und für die Mast an. Für die Ställe müssten ca. 2 Mio. Euro investiert werden, rechneten die Studenten vor. Bei der Planung haben sich die Studenten mit den aktuellen ökologischen Haltungsbedingungen beschäftigt und sie in die Planung integriert. Ein weiterer wichtiger Punkt bei der Vorstellung der Projektergebnisse war die Wirtschaftlichkeit nach der Umstellung auf Ökolandbau. Neben den Investitionskosten für die Stallungen wurden Betriebskosten, Deckungsbeiträge, Einkommen und Rentabilität für die Umstellungsbetriebe berechnet unter Berücksichtigung der höheren Marktpreise für Bioprodukte aber auch höherer Bio-Futterpreise.

Nach den Präsentationen wurde in kleineren Gruppen noch intensiv mit den Betriebsleitern über die Umstellung diskutiert. Anhand der vorgetragenen Ergebnisse können die Betriebsleiter nun entscheiden, ob für sie die Umstellung weiterhin machbar und wirtschaftlich sinnvoll ist. Die Betriebsleiter waren sehr begeistert von der Arbeit der Studenten. Besonders die gut gebündelten und mit Fakten hinterlegten Informationen seien "sehr hilfreich" für die Betriebsumstellung. Dass die Studenten teilweise zwei verschiedene Szenarien berücksichtigt haben, vereinfacht den Betriebsleitern Entscheidungen zu treffen.

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Und die Studierenden? Auch die Studenten äußerten sich sehr positiv zu der Projektwoche. Durch die konkrete und intensive Beschäftigung anhand der beiden Betriebe, die ja tatsächlich in der Überlegung einer Betriebsumstellung sind, hatten sie die Möglichkeit, den ökologischen Landbau kennenzulernen. Sie lernten am praktischen Beispiel kennen, was im Ökolandbau wichtig ist und welche Prinzipien dort gelten. Anhand der Beispielbetriebe wurde ihnen deutlich, was sich durch die Umstellung auf ökologische Landwirtschaft für den einzelnen Betrieb verändert. Erstaunt sagte ein Student, er hätte sich nicht vorstellen können, dass ein Milchviehbetrieb mit einer sehr hohen Milchleistung sich überlegen könnte auf ökologische Wirtschaftsweise umzustellen und dass sich diese Umstellung betriebswirtschaftlich sinnvoll vollziehen lässt.

 

Quelle: Sebastian Glowacki, Landwirtschaftskammer NRW

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