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Neuregelungen zur Gülleausbringung

02.12.2019

Die aktuelle Düngeverordnung schreibt vor, dass flüssige organische und flüssige organisch-mineralischeDüngemittel, einschließlich flüssiger Wirtschaftsdünger auf bestelltem Ackerland ab dem 1. Februar 2020 nur noch streifenförmig auf den Boden aufgebracht oder direkt in den Boden eingebracht werden dürfen.

Im Falle von Grünland, Dauergrünland oder mehrschnittigem Feldfutterbau gelten die Vorgaben ab dem 1. Februar 2025. Schleppschlauchverteiler sind als Mindestanforderung anzusehen, Schleppschuhverteiler oder Scheibeninjektor gehen darüber hinaus und sind daher auch geeignet. Für die beiden letztgenannten technischen Geräte gewährt das Land NRW auf Antrag einen Investitionszuschuss.

Unter bestimmten Bedingungen (Kulturanbau, Aussaattermin sowie Vorfrucht) ist auf Ackerland eine N-Düngung nach der Ernte der Hauptfrucht bis zum 1. Oktober möglich bis zur Höhe des Düngebedarfs, jedoch insgesamt nicht mehr als 30 kg Ammonium-N oder 60 kg Gesamt-N je ha. Diese geringen Düngergaben sind nicht mit jeder Ausbringtechnik zu realisieren. Wer das umsetzen möchte, sollte sich bei seinem Dienstleister oder Technik-Lieferanten gezielt danach erkundigen und zusichern lassen.

Auf unbestelltem Ackerland dürfen die genannten Düngemittel (Gülle, Jauche, Geflügelmist inkl. Geflügelkot, Gärrückstände, sonstige organische oder organisch-mineralische Düngemittel jeweils mit wesentlichem Gehalt an verfügbarem Stickstoff oder Ammoniumstickstoff) auch mit anderen Verteiltechniken ausgebracht werden, müssen dann aber unverzüglich, jedoch spätestens innerhalb von vier Stunden nach Beginn des Aufbringens eingearbeitet werden. Zur Einarbeitung können alle Bodenbearbeitungsgeräte eingesetzt werden, die eine ausreichende Einmischung in den Boden bewirken (z.B. Grubber, Scheibenegge). Striegel reichen in der Regel nicht.

Als unbestellt gilt auch Ackerland, auf dem sich abgemulchtes bzw. zerkleinertes oder abgefrorenes bzw. abgestorbenes Aufwuchsmaterial (z.B. Zwischenfrüchte) befindet.

Das Aufbringen von Düngemitteln sowie Bodenhilfsstoffen, Kultursubstraten oder Pflanzenhilfsmitteln darf nur erfolgen, wenn vor dem Aufbringen ihre Gehalte an Gesamt-N, verfügbarem N oder Ammonium-N und Gesamtphosphat festgestellt worden ist.

Nitratbelastete Gebiete

Sofern Betriebsinhaber die o.g. Düngemittel auf Schlägen in nitratbelasteten Gebieten nach Landesdüngeverordnung NRW (LDüngVO NRW) aufbringen, sind jedoch die abweichenden Regelungen dieser Verordnung zu beachten:

► Hinsichtlich der Aufbringung auf unbestelltes Ackerland gilt auf Schlägen in nitratbelasteten Gebieten, eine unverzügliche Einarbeitung, die jedoch spätestens innerhalb von einer Stunde nach Beginn der Aufbringung abgeschlossen sein muss.

► Darüber hinaus darf eine Aufbringung von Wirtschaftsdüngern sowie von organischen und organisch-mineralischen Düngemitteln, bei denen es sich um Gärrückstände aus einer Biogasanlage handelt, nur erfolgen, wenn vor dem Aufbringen ihre Nährstoffgehalte analysiert worden sind.

► Die Analysepflicht besteht somit sowohl für betriebseigene Wirtschaftsdünger als auch für aufgenommene Wirtschaftsdünger, die auf Flächen in einem nitratbelasteten Gebiet aufgebracht werden sollen. Die analysierten Nährstoffgehalte sind, bei überbetrieblicher Verwertung von Wirtschaftsdüngern, sowohl beim Abgeber als auch beim Empfänger auf Lieferscheinen zu dokumentieren. Der aufnehmende und abgebende Betrieb muss jeweils eine Kopie des Analysenprotokolls vorliegen haben. Beide Betriebe müssen bei der Umsetzung der Vorgaben der DüV mit den gleichen Werten arbeiten.

In NRW ist bei flüssigen Wirtschaftsdüngern als Analysemethode auch DLG-zertifizierte NIR-Sensortechnik anerkannt. Die durchschnittlichen Nährstoffgehalte (einschließlich TS-Gehalt), die Aufbringmengen und die Wirtschaftsdüngerart sollten aus der Dokumentation hervorgehen. Sollten einzelne verpflichtend vorgegebene Parameter nicht ermittelt werden können (z. B. Phosphat), ist der fehlende Wert über Probenahme und Nährstoffanalyse oder durch die Übernahme von Richtwerten zu dokumentieren.

► Details sind auf der Internetseite der Landwirtschaftskammer NRW zur Düngeverordnung zu finden.

Quelle: Dr. Horst Cielejewski, Landwirtschaftskammer NRW, FB Tierhaltung aus Infofax Milch- und Rinderproduktion - MIR - Nr. 47 vom 21.11.2019

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